Vietcombank warnt: Coruna und DarkSword stehlen iPhone-Passwörter
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 05:54 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas vietnamesische Kreditinstitut Vietcombank hat eine dringende Sicherheitswarnung an seine Kundschaft herausgegeben. Grund sind die Schadprogramme Coruna und DarkSword, die Schwachstellen im mobilen Betriebssystem iOS ausnutzen. Ziel der Angreifer sei es, sensible Passwörter, Einmalkennwörter (OTP) sowie persönliche Daten zu entwenden.
Zuvor hatten bereits andere vietnamesische Banken, darunter die Agribank, die BIDV und die VietinBank, vor den Sicherheitslücken und der Schadsoftware gewarnt und zu zügigen Betriebssystemaktualisierungen geraten. Auch Sicherheitsexperten von Google und iVerify stuften Coruna und DarkSword als hochgradig komplexe iPhone-Angriffswerkzeuge ein, die mehrere iOS-Lücken kombinieren, um ungepatchte Geräte zu infiltrieren.
Bank rät zu Sicherheitsmaßnahmen und Systemaktualisierungen
Die Vietcombank empfiehlt Apple-Nutzern eindringlich, das Betriebssystem auf die jeweils neueste, von Apple unterstützte Version zu aktualisieren. Zudem sollten ausschließlich notwendige Anwendungen aus verifizierten Quellen und von vertrauenswürdigen Entwicklern installiert sowie vergebene App-Berechtigungen sorgfältig kontrolliert werden.
Das Institut betont ferner, dass vertrauliche Informationen wie OTPs, PINs, Passwörter, Kartendaten oder persönliche Zugangsdaten zum bankeigenen Online-Portal VCB Digibank unter keinen Umständen an Dritte übermittelt werden dürfen.
Besteht der Verdacht auf eine Infektion des Smartphones, rät die Bank dazu, das Gerät vollständig auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen, Zahlungskarten sofort sperren zu lassen und den Vorfall über die Service-Hotline 1900 54 54 13 zu melden. Im Falle finanzieller Schäden solle zudem umgehend die Polizei eingeschaltet werden.
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Verteilung über manipulierte Webseiten und Werbeanzeigen
Untersuchungen von iVerify und Report URI vom 21. Oktober 2026 verdeutlichen die Reichweite der Angriffe im Rahmen einer als „DeadTag“ bezeichneten Kampagne. Dabei dienten mindestens 6.600 legitime Internetauftritte mit insgesamt rund 49 Millionen monatlichen Aufrufen als Verteilkanal für Spyware auf iPhones; 248 dieser Seiten verbreiteten den schädlichen Code unmittelbar.
Report URI wies zudem nach, dass Angreifer mehr als 630 abgelaufene Domains übernommen hatten – darunter Adressen früherer Chatbots und Analysetools –, um Apple-Nutzer über das Exploit-Werkzeug Coruna auf Spyware weiterzuleiten.
Während das Tool Coruna auf Versionen von iOS 13.0 bis 17.2.1 abzielte, greift DarkSword neuere Umgebungen von iOS 18.4 bis 18.7 an. Für die neuere Variante P7 dokumentierte iVerify bereits Anfang Oktober 2026, dass sie weniger Spuren auf infizierten Geräten hinterlässt.
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Diese Variante hat es gezielt auf Zugangsdaten in Apples Schlüsselbund sowie auf Krypto-Wallets abgesehen, darunter Wallets von Anbietern wie Coinbase, Trust Wallet, Exodus, OKX, Bitget und TronLink.
Unter den dokumentierten Infektionen befindet sich der Fall eines Mitarbeiters eines Finanzunternehmens, dessen iPhone infiziert wurde, als dieser ohne Klick an einer Fußball-Werbeanzeige auf der Plattform Instagram vorbeiscrollte.
Umfassende Updates durch Apple bereitgestellt
Der Hersteller Apple hat auf die Bedrohungen mit mehreren Aktualisierungswellen reagiert. Bereits Ende September 2026 wurden Patches für eine kritische Out-of-bounds-Schreib-Lücke in CoreGraphics (CVE-2026-86950) vorgelegt.
Am 26. Oktober 2026 folgten umfangreiche Sicherheitsaktualisierungen: Neben iOS 18.7.11 und iPadOS 18.7.11 für ältere Modelle wie das iPhone XS oder iPhone XR wurden auch Versionen wie iOS 27.2 und iPadOS 27.2 bereitgestellt. Über sämtliche Systemplattformen hinweg behob der Hersteller 329 eigenständige Schwachstellen.
Nationale Sicherheitsbehörden wie das indische CERT-In, das kanadische Cyber-Sicherheitszentrum sowie in Deutschland das CERT-Bund des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wiesen zeitnah auf die Gefahrenlage hin. Nutzer von Apple-Geräten sollten die bereitgestellten Sicherheitsupdates unverzüglich einspielen, um unbefugte Fernzugriffe und Datendiebstahl wirksam zu unterbinden.
