Männergesundheit, Psychische Gesundheit

Männergesundheit: Martin Luding sucht nach Belastung Therapie

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Viele Männer suchen erst dann psychologische Hilfe, wenn Belastungen über lange Zeit anhalten oder ihr Umfeld Alarmzeichen erkennt. Experten sehen dafür auch tradierte Rollenbilder und den Umgang mit Gefühlen als Ursache.

Therapie und Hilfsangebote für Männer

  • Martin Luding suchte nach Trennung, beruflicher Belastung und einer neuen Beziehung professionelle Unterstützung.
  • Die Psychologin Katharina Piekorz berichtet von Männern, die trotz hoher Belastung fragen, ob ihre Situation schlimm genug sei.
  • Der DAK-Psychreport nennt 266 Fehltage wegen psychischer Erkrankungen je 100 versicherte Männer.
  • Viele Männer holen sich bei psychischer Belastung erst spät Hilfe. (Symbolbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa
  • Martin Luding hat gute Erfahrungen mit der Therapie gemacht. (Archivbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB
  • Exzessiver Alkohol-Konsum kann ein Warnsignal sein. (Symbolbild) - Bild: Robert Michael/dpa
  • Männer ziehen sich bei Belastung oft zurück und machen Dinge mit sich selbst aus. (Symbolbild) - Bild: Daniel Karmann/dpa
  • Finanz- und Wirtschaftskrisen etwa führen vor allem bei Männern zu seelischen Belastungen, Burn-out oder Depressionen. (Symbolbild) - Bild: Victoria Bonn-Meuser/dpa
Viele Männer holen sich bei psychischer Belastung erst spät Hilfe. (Symbolbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa Martin Luding hat gute Erfahrungen mit der Therapie gemacht. (Archivbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB Exzessiver Alkohol-Konsum kann ein Warnsignal sein. (Symbolbild) - Bild: Robert Michael/dpa Männer ziehen sich bei Belastung oft zurück und machen Dinge mit sich selbst aus. (Symbolbild)  - Bild: Daniel Karmann/dpa Finanz- und Wirtschaftskrisen etwa führen vor allem bei Männern zu seelischen Belastungen, Burn-out oder Depressionen. (Symbolbild) - Bild: Victoria Bonn-Meuser/dpa

Männer suchen bei psychischer Belastung oft spät Hilfe

Viele Männer suchen nach Einschätzung der Psychologin Katharina Piekorz erst spät professionelle Hilfe, obwohl sie hochgradig belastet sind. Der Schauspieler Martin Luding berichtet, wie er nach Trennung, Pandemie und beruflichem Druck eine anderthalbjährige Therapie begann.

Frage nach dem richtigen Zeitpunkt

„Ist das denn jetzt schlimm genug?“ Diese Frage höre sie im Erstgespräch häufig, sagt Piekorz aus Oberderdingen im Landkreis Karlsruhe. Männer machten vieles mit sich selbst aus und kämen deshalb oft später zu dem Schluss, Unterstützung zu benötigen.

Bei Luding gingen Trennung und Scheidung, die intensive Betreuung seiner Kinder, Lockdowns und geschlossene Theater zusammen. In einer neuen Beziehung habe er zudem wiederholt gehört, er sehe alles nur als Vorwurf.

Rollenbilder erschweren Gespräche

Nach Einschätzung der Psychologin prägen Vorbilder und traditionelle Vorstellungen davon, wie Männer mit Sorgen und Überforderung umgehen sollten, den Zugang zu Hilfe. Ein Junge, der erlebt, dass männliche Bezugspersonen über Ängste sprechen und Unterstützung annehmen, könne einen anderen Umgang damit entwickeln.

Eine Forsa-Umfrage für die hkk ergab, dass 57 Prozent der Männer mit Partnerin oder Familie über Sorgen sprechen. Im Freundeskreis tun dies 45 Prozent; mehr als jeder Dritte versucht laut der Erhebung, Probleme allein zu bewältigen.

Gesundheitsdaten zeigen Unterschiede

Männer sterben im Schnitt fünf Jahre früher als Frauen. Im Psychreport 2025 der DAK wurden je 100 Versicherte 266 Fehltage von Männern wegen psychischer Erkrankungen gezählt, bei Frauen waren es 431.

Das bedeute nicht automatisch eine geringere psychische Belastung, sagt Piekorz. Männer ließen sich möglicherweise seltener wegen psychischer Beschwerden krankschreiben. Bei länger ausbleibender Hilfe könne das Suizidrisiko steigen; Männer stellten dabei fast 70 Prozent der Fälle.

Warnzeichen nicht übergehen

Schlechter Schlaf über längere Zeit, exzessiver Sport, hoher Alkoholkonsum, Rückzug oder ein ständiges Stürzen in die Arbeit können laut Piekorz Warnsignale sein. Wenn Belastungssymptome nicht verschwinden oder Erholungszeiten nicht mehr erholsam sind, sei professionelle Unterstützung sinnvoll.

Die Aktion Movember will im November mit dem Schnurrbart als Symbol auf Männergesundheit und Tabuthemen aufmerksam machen. Psychische Gesundheit ist dabei ein Teilbereich neben weiteren körperlichen und sozialen Fragen.

Therapie als bewusste Entscheidung

Luding sagt, er habe Freunde und Familie nicht mit seinen Problemen belasten wollen. Er habe eine unvoreingenommene Person gesucht, die Fragen stelle und ihm eine Anleitung gebe, wie er aus seiner Situation herauskomme.

Nach anderthalb Jahren bezeichnet er die Therapie als wichtige Erfahrung. Er wolle künftig wieder Gespräche suchen, sobald er merke, dass die Belastung zu groß werde.

Die dpa-Meldung fällt in eine Zeit, in der psychische Gesundheit bei Männern stärker als eigenständiges Gesundheitsthema betrachtet wird. Der bevorstehende Movember lenkt traditionell Aufmerksamkeit auf Männergesundheit; dabei geht es neben körperlichen Erkrankungen auch um Depressionen, Überforderung und Suizidprävention.

Das zentrale Problem ist der späte Zugang zu Unterstützung. Männer sprechen laut der im Artikel genannten Erhebung deutlich seltener mit Partnerinnen, Familienmitgliedern oder Freunden über Sorgen. Hinzu kommt ein Rollenbild, das Selbstständigkeit, Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit betont. Dadurch können Warnzeichen wie Schlafprobleme, Rückzug, hoher Alkoholkonsum oder übermäßige Arbeit lange verdeckt bleiben.

Niedrigschwellige Hilfe als Brücke

Für Betroffene bedeutet das: Professionelle Unterstützung muss nicht erst beginnen, wenn eine Krise eskaliert. Beratungsstellen, Telefonseelsorge und Online-Angebote können erste Anlaufstellen sein, insbesondere wenn die Wartezeit auf einen Therapieplatz lang ist. Auch Angehörige können Veränderungen konkret und wertschätzend ansprechen, ohne Druck aufzubauen.

Die Geschichte von Martin Luding zeigt zugleich, dass Therapie nicht nur akute Erkrankungen betrifft. Er suchte Unterstützung nach persönlichen und beruflichen Belastungen und beschreibt die Behandlung als Hilfe, eigene Prägungen und Erfahrungen besser zu verstehen. Für Leser liegt die praktische Bedeutung deshalb in einem einfachen Signal: Anhaltende Beschwerden und nicht mehr erholsame Pausen sollten als Anlass gelten, Unterstützung zu suchen.

n-tv: „Wo Männer bei psychischer Belastung Hilfe finden können“ (26.10.2026)

Der Beitrag greift die Hilfsangebote bei psychischer Belastung auf und ergänzt die dpa-Meldung um konkrete Möglichkeiten während langer Wartezeiten auf einen Therapieplatz. Im Mittelpunkt stehen Beratungsstellen, Telefonseelsorge und Online-Angebote sowie der Hinweis, dass Angehörige Veränderungen ruhig und konkret ansprechen könnten.

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