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Vibe Coding: Wix und Framer revolutionieren Website-Bau per KI

19.06.2026 - 13:43:56 | boerse-global.de

Wix, Framer und Anthropic präsentieren neue KI-Tools. Unternehmen erstellen Websites und Apps künftig per Sprachbefehl statt per Code.

Vibe Coding: Tech-Riesen setzen auf KI-Sprachbefehle für Software
Vibe - Digital interface showing code evolving into a website with AI elements, symbolizing no-code development. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Innerhalb weniger Tage haben mehrere Tech-Giganten ihre Plattformen umgestellt. Künftig reichen einfache Sprachbefehle, um komplette Websites und Apps zu erstellen. Der Trend namens „Vibe Coding“ wird zum ernstzunehmenden Werkzeug für Unternehmen.

Wix, Framer und Anthropic haben zeitgleich grundlegende Neuerungen vorgestellt. Gemeinsam treiben sie die Entwicklung voran, Software nicht mehr zu programmieren, sondern per Dialog zu erschaffen. Was als Spielerei für Bastler begann, wird jetzt zur ernsthaften Option für die Wirtschaft.

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Wix und Microsoft: Website-Bau per Teams-Chat

Am 15. Juni 2026 gab Wix bekannt, seinen KI-gestützten Website-Builder Wix Harmony AI in Microsoft 365 Copilot zu integrieren. Es ist die erste tiefgreifende Verbindung eines externen Baukastens mit dem Microsoft-System.

Nutzer können Websites künftig direkt aus Microsoft Teams, Outlook oder der Copilot-Oberfläche heraus erstellen und verwalten. IT-Administratoren behalten die Kontrolle über Berechtigungen, Domains und Datenspeicherung. Voraussetzung sind eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz und ein Wix-Konto. Für Unternehmen, die auf Microsoft setzen, wird der Aufbau einer eigenen Webpräsenz damit so einfach wie das Verfassen einer E-Mail.

Framer und Anthropic: KI-Agenten übernehmen die Arbeit

Am 18. Juni zogen zwei weitere Plattformen nach. Framer veröffentlichte Version 3.0 seines Design-Tools. Neu sind KI-Agenten, die Designaufgaben per Prompt erledigen, CMS-Daten verwalten und Seiten für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) anpassen. Die Funktion „Branching“ erlaubt Teams, parallel an Änderungen zu arbeiten, bevor diese live gehen.

Parallel dazu erweiterte Anthropic seine Suite Claude Design. Nutzer können jetzt ganze Design-Systeme hochladen – mit Markenfarben und Layout-Vorlagen. Die direkte Synchronisation mit Claude Code sowie der Export in PDF oder PowerPoint sind ebenfalls möglich. Die Integration mit Adobe, Canva und Wix bleibt erhalten.

Prototypen in 30 Minuten: Der Start-up-Faktor

Im Start-up-Bereich sorgt Kineto für Aufsehen. Der Ableger des tschechischen Software-Unternehmens JetBrains hat ein browserbasiertes Werkzeug für schnelle App-Prototypen vorgestellt. Gründer Andrew Zakonov beschreibt das Prinzip: „Der Nutzer beschreibt eine Idee, wählt ein Farbschema – und erhält einen funktionsfähigen Prototypen.“ Die Zeit für die erste Anwendung soll auf etwa 30 Minuten sinken. Zum Vergleich: Herkömmliche Methoden benötigen oft mehrere Tage.

Vom Hype zum Standard: Die Entwicklung des Vibe Coding

Der Begriff „Vibe Coding“ stammt von Andrej Karpathy, der ihn im Februar 2025 prägte. Die Idee: Der Nutzer gibt Anweisungen in natürlicher Sprache, während KI-Modelle wie Claude, Gemini oder GPT-5 den Code generieren. Im November 2025 kürte der Collins English Dictionary den Begriff zum Wort des Jahres.

Was zunächst für einfache Landingpages und erste Prototypen taugte, wird zunehmend für komplexe interne Werkzeuge und marktreife Produkte (Minimum Viable Products, MVPs) genutzt. Plattformen wie GoDaddys Airo AI Builder helfen kleinen Unternehmen bereits, aus wenigen Eingaben komplette digitale Auftritte mit Logo und Zahlungssystem zu generieren.

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Sicherheit als neue Herausforderung

Mit dem Einzug der KI-Entwicklung in Unternehmen wächst der Fokus auf Sicherheit und Kontrolle. Seit Oktober 2025 bietet Retool mit AppGen eine Lösung, die Prompts in Frontend-Logik und Datenbindungen umwandelt. Enterprise-Funktionen wie Single Sign-On (SSO) und Prüfprotokolle sind integriert. Im Februar 2026 folgte die Erweiterung um eine Sicherheitsintegration mit Kanopy.

Der Grund für diese Vorsicht: Laut einer Analyse von Veracode weisen 32 Prozent der KI-generierten Projekte unsicheren Code auf. Experten auf Googles „Agent Factory“-Konferenz warnten zudem, dass die Gefahr von Produktionsfehlern steigt. Die Folge könnte eine wachsende Nachfrage nach spezialisierten Beratern sein, die KI-generierte Infrastrukturen überwachen und absichern.

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