Vertidisan-App, Schwindel

Vertidisan-App: 66% weniger Schwindel durch digitale Therapie

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Digitale Therapie, Kliniksysteme und Bewegungsangebote stärken Balance und Koordination. Eine Studie zeigt deutliche Verbesserungen bei Schwindel.

Gleichgewicht im Alter: Neue Wege für mehr Sicherheit
Ein leerer, gepflegter Parkweg mit leichter Steigung in einer grünen Umgebung bei hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

In der Gesundheitsvorsorge und der geriatrischen Betreuung rückt die gezielte Förderung von Gleichgewicht und Koordination zunehmend in den Fokus. Experten und verschiedene Bewegungsanbieter unterstreichen, dass diese Fähigkeiten neben Kraft und Beweglichkeit eine zentrale Rolle spielen, um die Mobilität nachhaltig zu sichern und die Sturzgefahr im Alltag zu minimieren. Aktuelle Pilotprojekte, klinische Ansätze und digitale Therapieformen zeigen dabei eine breite Palette an Interventionsmöglichkeiten auf.

Kommunale Initiativen und quartiersnahe Bewegungsangebote

Ein Beispiel für die praktische Umsetzung im öffentlichen Raum ist das Pilotprojekt «Fit im Quartier», das von der Fachstelle Zürich im Alter initiiert wurde. Auf dem Spielplatz Bachwiesen in Zürich-Albisrieden wurden sechs Tafeln mit spezifischen Übungen wie Kniebeugen, Zehen- und Fersenstand sowie der sogenannten Brücke installiert.

Diese Maßnahmen dienen primär der Sturzprävention. Die Trägerin des Projekts, die seit 2021 bestehende Fachstelle, greift dabei auf eine langjährige Fachkompetenz in der Unterstützung von Menschen ab 60 Jahren zurück. Das Projekt ist langfristig angelegt und soll bis Ende 2027 laufen, wobei im Herbst 2026 Freiwillige als Instruktoren zum Einsatz kommen.

Auch spezialisierte Trainings für Mobilitätshilfen und Verkehrsmittel gewinnen an Bedeutung. Im Mai 2026 fand beispielsweise in Ibbenbüren ein Rollator-Training statt, bei dem Teilnehmer den Umgang mit Hindernissen wie Bordsteinkanten, Kopfsteinpflaster und Gullydeckeln sowie das sichere Aufstehen und Hinsetzen übten.

Ergänzend dazu werden vermehrt Fahrradtrainings für Senioren angeboten. So organisierte ein Bewegungskoordinator in Ruppertenrod Kurse für Teilnehmer ab 55 Jahren, in denen sicherheitsrelevante Aspekte wie das Bremsen und Anfahren unter Anleitung des ADFC trainiert wurden. Weitere Angebote dieser Art sind für das Frühjahr in Alsfeld geplant.

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Technologische Innovationen in Klinik und digitaler Therapie

In der stationären Versorgung werden verstärkt technologische Systeme eingesetzt, um Sturzängste abzubauen. Die Geriatrie der Asklepios Klinik Bad Oldesloe nutzt eine Therapiemethode mit abrupten Laufbandbewegungen. Dieses System ist darauf ausgelegt, Stürze aktiv zu verhindern und Patienten durch kontrollierte Störimpulse physisch auf unerwartete Situationen vorzubereiten.

Parallel dazu etabliert sich der Bereich der digitalen Gesundheitsanwendungen. Die Therapie-App Vertidisan, die über einen Zeitraum von 90 Tagen mehr als 300 Übungen bereitstellt, wird im September 2026 beim HNO-Kongress in Salzburg für den österreichischen Markt präsentiert.

Eine Studie mit 212 Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 92 Jahren belegt die Wirksamkeit: In der Vertidisan-Gruppe, die 106 Personen umfasste, sanken die Schwindelbeschwerden durchschnittlich um 66,2 Prozent.

In der Vergleichsgruppe, die herkömmliche Physiotherapie erhielt, lag die Reduktion bei 16,8 Prozent. Insgesamt profitierten demnach 87 Prozent der digital behandelten Probanden von der Anwendung.

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Diversifizierung der Trainingsmethoden für verschiedene Altersgruppen

Neben klinischen und öffentlichen Projekten gewinnt das Training in spezialisierten Einrichtungen an Relevanz. Ende September 2026 eröffnet in Wien-Langenzersdorf ein neues Center, das auf ein norwegisches Bewegungskonzept setzt. Hier kommen zwölf motorbetriebene Geräte zum Einsatz, die eine Trainingseinheit von etwa 40 Minuten ermöglichen.

Fachleute betonen zudem, dass etablierte Methoden wie Pilates oder Qigong wesentliche Beiträge zur Körperkontrolle leisten können. Laut der zertifizierten Trainerin Olga Keller könne Pilates-Training selbst im hohen Alter die Beweglichkeit und die Rückenmuskulatur signifikant stärken, was die Fortführung sportlicher Aktivitäten wie Wandern oder Langlauf begünstige.

Qigong wiederum wird als sanfte Form empfohlen, um ab der Mitte des vierten Lebensjahrzehnts die Koordination zu fördern und Verspannungen entgegenzuwirken.

Zusammenfassend halten Experten wie der Personaltrainer Gerhard Dorfer fest, dass Gleichgewicht und Koordination entscheidende Pfeiler sind, um Bewegungen sicher auszuführen. Da diese Fähigkeiten mit einfachen Übungen trainierbar sind, stellen sie eine wesentliche Säule der Gesundheitsvorsorge dar, deren Bedeutung mit zunehmendem Lebensalter stetig wächst.

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