Verstopfung, Buttersäurebakterien

Verstopfung im Alter: Buttersäurebakterien zeigen nach acht Wochen Wirkung

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 15:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei älteren Teilnehmenden zeigte sich ein besserer Stuhlgang-Score vor allem ohne gleichzeitige Einnahme bestimmter Säureblocker.

Juntendo-Studie: Buttersäurebakterien und Verstopfung im Alter
Ein junger, grüner Keimling, der aus nährstoffreicher, dunkler Erde wächst, symbolisiert Gesundheit und biologische Prozesse. Illustration mit AI erstellt.

Funktionelle Verstopfung stellt bei älteren Menschen eine weit verbreitete Belastung dar, die das Wohlbefinden spürbar beeinträchtigen kann. Auf der Suche nach schonenden Ansätzen zur Regulierung der Darmtätigkeit rücken Probiotika verstärkt in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen.

Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern der japanischen Juntendo-Universität deuten nun darauf hin, dass die Gabe von Buttersäurebakterien die Symptome funktioneller Verstopfung bei älteren Personen verbessern kann. Im Rahmen einer offenen, einarmigen Studie analysierten die Forschenden die Effekte eines speziellen Dreistämme-Probiotikums.

Studiendesign und Verabreichung über acht Wochen

An der Untersuchung der Juntendo-Forschenden nahmen 49 Patienten im Alter von 65 bis unter 90 Jahren teil, die unter funktioneller Verstopfung litten. Über einen Interventionszeitraum von acht Wochen hinweg erhielten die Probanden das Präparat, das aus drei probiotischen Stämmen zusammengesetzt ist. Die Dosierung umfasste dabei dreimal täglich jeweils zwei Tabletten.

Ziel der Datenerhebung war es, die Veränderungen des Beschwerdebildes sowie die Auswirkung auf die allgemeine Lebensqualität im Vergleich zum Zustand vor Beginn der Behandlung zu beobachten.

Verlauf der Symptomskalen und Einfluss von Begleitmedikation

Im Verlauf der achtwöchigen Einnahmephase wurden mehrere klinische Messgrößen erfasst. Dabei zeigten der Stuhlgang-Score, die Lebensqualitätsskala JPAC-QOL sowie der Symptomscore mCSS im Vergleich zum Behandlungsbeginn Tendenzen zu einer Verbesserung.

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Bei der differenzierten Auswertung des Stuhlgang-Scores in der achten Woche zeigte sich jedoch ein deutlicher Unterschied in Abhängigkeit von möglicher Begleitmedikation.

Die Tendenz zur Verbesserung trat primär bei jenen Patienten auf, die keine Protonenpumpeninhibitoren (PPI) oder kaliumkompetitiven Säureblocker (P-CAB) einnahmen. Bei Personen, die diese Säureblocker zeitgleich anwendeten, war dieser positive Trend beim Stuhlgang-Score hingegen nicht zu beobachten.

Sicherheitsprofil und Publikation der Studiendaten

Hinsichtlich der Verträglichkeit des Präparats erfasste das Forschungsteam das Auftreten von Begleiterscheinungen. Unerwünschte Ereignisse wurden im Studienverlauf bei 3 von 49 Patienten dokumentiert, was einer Quote von 6,1 Prozent entspricht. Ein verzeichneter, unerwarteter Todesfall stand den Angaben zufolge in keinem Zusammenhang mit dem verabreichten probiotischen Präparat.

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Viele Senioren nehmen täglich Säureblocker ein – und wundern sich, warum Probiotika bei ihnen kaum ankommen. Genau hier setzt die aktuelle Auswertung an: Der positive Trend beim Stuhlgang zeigte sich nur bei Teilnehmenden ohne Protonenpumpeninhibitoren oder kaliumkompetitive Säureblocker. Unser Ratgeber enthält eine Checkliste, mit der Sie das Zusammenspiel Ihrer Medikamente und Probiotika besser einordnen können. Checkliste für Ihre Medikamente jetzt sichern

Die Resultate der Juntendo-Forschenden wurden am 31. August 2026 online im Fachjournal Diseases unter der DOI 10.3390/diseases14090317 veröffentlicht, wie auch ein Bericht des Portals zaikei.co.jp vom 24. September 2026 festhält. Die Erhebung liefert damit weitere Hinweise darauf, wie mikrobiologische Ansätze bei geriatrischen Beschwerden greifen und in welchem Maß parallele Medikamenteneinnahmen das Ansprechen beeinflussen können.

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