Versicherungen, Widerrufsrecht

Versicherungen: Widerrufsrecht bei Lebensversicherungen läuft aus

13.06.2026 - 02:52:59 | boerse-global.de

Neue Gesetze und Reformen zwingen Verbraucher zum Handeln bei Riester, Kranken- und Lebensversicherungen.

Versicherungs-Check 2026: Neue Regeln und steigende Kosten
Versicherungen - Ein stilisiertes Versicherungsdokument mit überlagerten Finanzdiagrammen, einem Vergrößerungsglas und subtilen Lichteffekten. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Wer jetzt nicht handelt, verschenkt oft hunderte Euro im Jahr.

Neue Altersvorsorge: Riester-Rente vor dem Aus?

Die staatlich geförderte Altersvorsorge steht vor einem Umbruch. Ab 2027 soll das neue Altersvorsorgedepot kommen. Es ermöglicht den Wechsel von alten Riester-Verträgen in ein flexibleres Modell.

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Der Clou: Nach fünf Jahren Laufzeit ist der Transfer gebührenfrei. Bei kürzeren Verträgen werden maximal 150 Euro fällig. Das neue Depot setzt auf ETFs und Fonds – mit Renditechancen von sechs bis acht Prozent pro Jahr. Die Förderung: Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt es 50 Cent pro Euro, danach 25 Cent bis zur Grenze von 1.800 Euro.

Doch Vorsicht: Eine komplette Kündigung des alten Riester-Vertrags kann teuer werden. Wer alle Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen muss, verliert bei langjährigen Verträgen schnell über 7.000 Euro. Besser: Beitrag freistellen oder ins neue Depot wechseln.

Lebensversicherungen: Widerrufsrecht läuft aus

Zum 19. Juni 2026 ändert sich beim Widerruf von Lebensversicherungen eine wichtige Regel. Für Neuverträge erlischt das Recht nach spätestens 24 Monaten und 30 Tagen – selbst wenn der Versicherer Informationspflichten verletzt hat.

Anders bei Altverträgen: Wer vor dem Stichtag abgeschlossen hat, behält das längere Widerrufsrecht bei fehlerhaften Belehrungen.

Krankenversicherung: Reform mit Härten

Im Bundestag liegt seit dem 12. Juni ein Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen. Ab 2027 sollen die Kassen um rund 16,3 Milliarden Euro entlastet werden. Die Kehrseite: Höhere Zuzahlungen für Versicherte und Einschränkungen bei der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern.

Besonders brisant: In der privaten Krankenversicherung steckt die Lage fest. Ende 2025 waren knapp 94.700 Menschen im Notlagentarif – weil sie ihre Beiträge nicht mehr zahlen konnten. Die Politik diskutiert zudem, die Versicherungspflichtgrenze auf 84.400 Euro anzuheben. Das würde den Wechsel in die PKV für viele Arbeitnehmer deutlich erschweren.

Berufsunfähigkeit: Preiskampf mit Risiken

Der Markt für Berufsunfähigkeitsversicherungen ist hart umkämpft. Seit 2010 haben über 20 Anbieter ihre Überschussbeteiligungen für Bestandskunden gesenkt. Die Folge: Preisunterschiede von bis zu 46 Prozent für identische Berufsgruppen.

Doch der günstigste Tarif ist nicht immer der beste. Eine aktuelle Auswertung zeigt: Fast die Hälfte der Antragsteller gibt im Leistungsfall vorzeitig auf. Wer durchhält, bekommt bei rund 76 Prozent der Fälle eine Rente – die oft bei nur 300 Euro beginnt.

Unfallversicherung: Alte Policen oft lückenhaft

Bei Unfallversicherungen lohnt der Blick ins Kleingedruckte. Ältere Verträge decken häufig keine Folgeschäden durch Zeckenbisse ab. Fachverbände empfehlen den Umstieg auf moderne Bedingungen. Diese schließen solche Risiken ein und bieten zusätzlich Assistance-Leistungen wie Haushaltshilfen.

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Kfz-Versicherung: Rabatte sichern mit System

In der Kfz-Versicherung bleibt die Schadenfreiheitsklasse der entscheidende Faktor. Fahranfänger starten in Klasse 0. Nach zehn schadenfreien Jahren sinkt der Beitrag auf etwa 35 Prozent (SF 10), nach zwanzig Jahren auf rund 27 Prozent (SF 20).

Zwei Strategien helfen beim Sparen: Der Rabattschutz verhindert gegen einen Aufschlag von 15 bis 30 Prozent die Rückstufung nach einem Schaden. Und die Übertragung von SF-Klassen innerhalb der Familie senkt die Beiträge – ist aber dauerhaft und kann nicht rückgängig gemacht werden.

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