Verlagsbetrug, Kriminelle

Verlagsbetrug: Kriminelle geben sich als Lektoren aus – Millionen verloren

23.06.2026 - 18:28:23 | boerse-global.de

Kriminelle geben sich als Verlagsmitarbeiter aus und fordern Zahlungen. FTC meldet 14,7 Milliarden Euro Verlust durch Betrug im Jahr 2025.

Verlagswelt warnt: Immer mehr Betrüger täuschen Autoren
Verlagsbetrug - A close-up of a vintage typewriter with a ghostly hand hovering over the keys, surrounded by books and papers. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Branche schlägt Alarm.

Großverlage warnen vor professionellen Täuschungsmanövern

Die Verlagswelt sieht sich mit einer neuen Dimension des Betrugs konfrontiert. Kriminelle geben sich als Lektoren oder Literaturagenten aus und fordern von Autoren Geld für angebliche Dienstleistungen. Wie Branchenbeobachter berichten, haben sich die Methoden der Täter in den vergangenen Monaten deutlich verfeinert.

Besonders betroffen sind literarische Scouts, die als Vermittler zwischen Autoren und Verlagen agieren. Die Betrüger imitieren deren Identität und täuschen Schriftsteller mit erfundenen Angeboten. Experten sprechen von einer systematischen Angriffswelle auf die gesamte Branche.

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Oneworld und Canongate schlagen Alarm

Der renommierte Verlag Oneworld Publications warnte am 23. Juni vor gefälschten E-Mails, die angeblich von seinen Redakteuren stammen. Die Nachrichten fordern Zahlungen für angebliche Lektoratsleistungen. Der Verlag stellte klar: „Legitime Kommunikation erfolgt ausschließlich über unsere offizielle Domain." Autoren sollen verdächtige Anfragen direkt beim Verlag melden.

Bereits Mitte Mai hatte Canongate eine ähnliche Warnung herausgegeben. Der schottische Verlag betonte, dass ausschließlich geschäftliche E-Mail-Adressen verwendet werden. „Überprüfen Sie die Identität des Absenders, bevor Sie auf Zahlungsaufforderungen eingehen", so die Empfehlung.

Milliardenverluste durch Identitätsdiebstahl

Die Betrugswelle in der Verlagswelt ist Teil eines globalen Phänomens. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC veröffentlichte am 23. Juni alarmierende Zahlen: 2025 verloren Verbraucher weltweit umgerechnet rund 14,7 Milliarden Euro durch Betrug – ein Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Allein auf Identitätstäuschungen entfielen dabei umgerechnet 3,2 Milliarden Euro. Diese Summe hat sich seit 2020 verdreifacht. Besonders perfide: Die Täter geben sich als Geschäftspartner aus und verursachten so Schäden von fast einer Milliarde Euro.

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Technisch ausgefeilte Angriffsmethoden

Neben E-Mail-Betrug setzen Kriminelle zunehmend auf technisch anspruchsvolle Methoden. Interpol meldet einen starken Anstieg von Phishing-Angriffen und KI-gestützten Betrugsversuchen im asiatisch-pazifischen Raum. In Indien und anderen Ländern warnt die Polizei vor dem sogenannten „Boss Scam": Dabei übernehmen Angreifer die Konten von Führungskräften oder setzen Schadsoftware ein, um Überweisungen zu autorisieren.

Schutzmaßnahmen für Autoren

Verlage und Sicherheitsexperten empfehlen Autoren dringend, folgende Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

  • Domain prüfen: Offizielle Verlags-E-Mails kommen ausschließlich von der echten Domain (etwa @oneworld.co.uk oder @canongate.co.uk)
  • Zweiter Kanal: Vor jeder Zahlung die Anfrage über eine bekannte Telefonnummer bestätigen lassen
  • Vorsicht bei Anhängen: Unerwartete ZIP- oder Programmdateien nicht öffnen – sie können Schadsoftware enthalten

Die Branche bleibt in höchster Alarmbereitschaft. Zwar können Opfer seit kurzem über die neue Betrugsregelung der FTC Rückerstattungen beantragen, doch das Ausmaß der kriminellen Aktivitäten überfordert die bestehenden Sicherheitssysteme weiterhin.

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