Verdauungsgesundheit, Datteln

Verdauungsgesundheit: Datteln und Nüsse schließen Ballaststofflücke

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 12:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Datteln, Nüsse und Ingwer können die Ernährung ergänzen, während Fertigsalate teils viel Salz, Zucker oder Fett enthalten.

Ballaststoffe, Nüsse und Ingwer: Was die Verdauung unterstützt
Eine Auswahl roher Lebensmittel wie Datteln, Mandeln und Rote Bete auf einem hölzernen Küchentisch. Illustration mit AI erstellt.

Ballaststoffreiche Lebensmittel, Nüsse und pflanzliche Wirkstoffe rücken derzeit verstärkt in den Fokus von Ernährungsratgebern. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Alltagslebensmittel auf die Verdauungsgesundheit und auf entzündungsrelevante Stoffwechselprozesse auswirken. Mehrere aktuelle Auswertungen und Studien liefern dazu Anhaltspunkte.

Datteln als Ballaststoffquelle

Eine Studie in Scientific Reports untersuchte vier Dattelsorten und ermittelte Ballaststoffgehalte zwischen 3,2 und 7,4 Gramm pro 100 Gramm, wovon über 90 Prozent unlöslich sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag – ein Wert, den viele Menschen im Alltag nicht erreichen. Datteln gelten damit als ein Baustein, um die Ballaststoffzufuhr zu erhöhen.

Fertigsalate im Nährwert-Check

Eine Analyse beliebter britischer Fertigsalate zeigt teils erhebliche Unterschiede bei Kalorien, Fett- und Salzgehalt. Der Hähnchen-Caesar-Salat von M&S (261 Gramm) kommt auf 551 Kilokalorien, 8,4 Gramm gesättigte Fettsäuren, 34,9 Gramm Eiweiß, 1,6 Gramm Ballaststoffe und 2,6 Gramm Salz.

Der Käse-Nudelsalat von Asda (365 Gramm) enthält 596 Kilokalorien, 14 Gramm gesättigte Fettsäuren und 7,3 Gramm Zucker. Der Thunfisch-Tartar-Poké von Itsu weist mit 684 Kilokalorien, 22,2 Gramm Zucker und 5,2 Gramm Salz die ungünstigsten Werte der Analyse auf. Positiver schneidet der 35-Pflanzen-Salat von M&S ab: 300 Kilokalorien bei 7,6 Gramm Ballaststoffen.

Der Rote-Bete-Salat von LEON bringt es auf 461 Kilokalorien und 6 Gramm Salz, während der Hähnchen-Avocado-Salat von LEON mit 565 Kilokalorien und 27 Gramm Eiweiß punktet. Der Hähnchen-Taboulé von Tesco liegt bei 341 Kilokalorien. Als Orientierung gilt für Frauen ein Richtwert von maximal 20 Gramm, für Männer von 30 Gramm gesättigten Fettsäuren pro Tag.

Nüsse: Ballaststofflieferant mit Grenzen

Nüsse liefern je nach Sorte durchschnittlich 6 bis 15 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm, wobei Mandeln, Kokosnüsse und Haselnüsse die Rangliste anführen. Gleichzeitig liegt der Fettgehalt bei 50 bis 70 Prozent.

Empfohlen wird eine tägliche Handvoll von etwa 30 Gramm – größere Mengen können osmotische Effekte, Krämpfe, Blähungen oder fettigen Durchfall auslösen. In rohen Nüssen enthaltene Phytinsäure und Enzymhemmer können zudem die Aufnahme von Mineralstoffen beeinträchtigen.

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Bedeutung der Darmflora

Der menschliche Darm beherbergt über 100 Billionen Bakterien aus mehr als 1.000 Arten mit einem Gesamtgewicht von fast 2 Kilogramm. Rund 80 Prozent des Immunsystems sitzen im Darm. Brokkoli-Sprossen enthalten laut entsprechenden Auswertungen bis zu hundertmal mehr Sulforaphan als ausgewachsener Brokkoli.

Erste Verbesserungen der Verdauung zeigen sich demnach nach zwei bis vier Wochen, während sich die Darmflora nach einer Antibiotikabehandlung erst nach drei bis sechs Monaten vollständig regeneriert.

Ingwer und Entzündungsprozesse

Der Scharfstoff Gingerol wandelt sich beim Erhitzen in Zingeron und Shogaole um. Für gesunde Erwachsene wird eine Menge von 2 bis maximal 5 Gramm frischer Ingwerwurzel täglich empfohlen. Ingwer liefert zudem Vitamin C, Magnesium, Kalium, Eisen und Calcium, kann bei Magengeschwüren oder empfindlicher Magenschleimhaut aber Beschwerden auslösen.

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Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2019 fand Hinweise, dass Ingwer bei übergewichtigen Personen leicht zur Gewichtsreduktion und einem günstigeren Taille-Hüfte-Verhältnis beitrug – allerdings nur in Kombination mit einer kontrollierten Ernährung.

Eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Frontiers in Pharmacology kam zu dem Schluss, dass Ingwer Entzündungswerte und Stoffwechselparameter positiv beeinflussen kann. Ein häufig beworbener Gurken-Petersilien-Ingwer-Drink gilt hingegen als nicht wissenschaftlich belegt, was einen gezielten Bauchfettabbau betrifft.

Einordnung

Die verschiedenen Auswertungen zeigen ein gemischtes Bild: Während natürliche, ballaststoffreiche Lebensmittel wie Datteln, Nüsse und bestimmte Gemüsesorten die Verdauung unterstützen können, weisen viele industriell gefertigte Salate ungünstige Nährwertprofile mit hohem Zucker-, Salz- oder Fettgehalt auf.

Fachleute empfehlen daher, bei verarbeiteten Fertigprodukten gezielt auf die Nährwertangaben zu achten und die DGE-Empfehlung von mindestens 30 Gramm Ballaststoffen täglich als Orientierung zu nutzen.

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