Verdauung, Stuhlgang

Verdauung: Was Stuhlgang über Ihre Gesundheit verrät

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 19:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Gastroenterologe erklärt wichtige Veränderungen beim Stuhlgang, das Darmkrebsrisiko und warum Probiotika bei Beschwerden oft nicht genügen.

Verdauung im Fokus: Diese Darmzeichen sollten ärztlich abgeklärt werden
Ein minimalistischer, heller medizinischer Untersuchungsraum mit einem unscharfen anatomischen Modell des menschlichen Verdauungssystems im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Der Zustand der Verdauung gilt in der Medizin als ein zentraler Gradmesser für das persönliche Wohlbefinden. Wie Prof. Heiner Wedemeyer, Gastroenterologe an der Medizinischen Hochschule Hannover, in einem Beitrag für die „Welt“ darlegt, liefert der regelmäßige Blick auf den Stuhlgang wesentliche Hinweise auf die Funktionsfähigkeit des Körpers.

Der menschliche Darm misst eine Länge von 5 bis 7 Metern. Dennoch klagen Millionen Menschen in Deutschland über Beschwerden: Sie haben keinen normalen Stuhlgang, leiden unter Bauchschmerzen oder kämpfen mit Luft im Bauch.

Signale und Veränderungen im Verdauungstrakt

Veränderungen der Ausscheidungen können vielfältige Ursachen haben. Wedemeyer weist darauf hin, dass helles Blut auf dem Stuhl in den meisten Fällen eine harmlose Ursache hat, wie etwa ein verletztes Gefäß oder eine Hämorrhoide. Dagegen erfordert sehr dunkler oder schwarzer Stuhl, sogenannter Teerstuhl, sofern keine andere direkte Erklärung wie bestimmte Nahrungsmittel vorliegt, einen sofortigen Arztbesuch.

Als besonders wichtiges Warnzeichen hebt der Gastroenterologe unerklärte und anhaltende Veränderungen der Gewohnheiten hervor. Auffällig sei insbesondere ein wiederholtes Muster aus wechselndem Stuhlgang: Kommt es plötzlich zu Verstopfung und innerhalb von 2 bis 3 Tagen anschließend zu viel dünnem Stuhl, kann dieses Wechselspiel auf eine Engstelle im Verdauungstrakt hindeuten. Eine solche Symptomatik sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

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Darmkrebsrisiko und Vorsorgeangebote

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts reichen von leichten funktionellen Störungen bis hin zu schwerwiegenden Diagnosen. Im Laufe des Lebens erkranken je nach Bevölkerungsgruppe etwa 4 bis 10 von 100 Menschen an Darmkrebs. Wedemeyer verweist in diesem Zusammenhang auf die bestehende Darmkrebsvorsorge in Deutschland, die ein etabliertes System zur Früherkennung und Vermeidung von schweren Krankheitsverläufen bietet.

Ernährung und Skepsis gegenüber Probiotika

Hinsichtlich der täglichen Ernährung rät der Mediziner zu Ausgewogenheit anstelle von strikten Verboten. Eine mediterran orientierte Ernährungsweise wird dabei als vorteilhaft für die Verdauung eingestuft.

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Zurückhaltend äußert sich Wedemeyer hingegen zum Einsatz frei verkäuflicher Probiotika. Große biologische Effekte seien durch diese Produkte meist nicht zu erwarten, da von den Präparaten lediglich ein minimaler Bruchteil der im menschlichen Mikrobiom vorhandenen Bakterien tatsächlich erreicht werde. Bei chronischen oder unklaren Verdauungsproblemen bleibe daher die gezielte ärztliche Diagnostik der entscheidende Schritt.

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