VerdantBamboo, Chinesische

VerdantBamboo: Chinesische Hacker 18 Monate in Enterprise-Netzwerken

11.06.2026 - 13:15:41 | boerse-global.de

Chinesische Hackergruppe nutzte Edge-Geräte und Linux-Systeme für Spionageangriffe auf Unternehmen.

VerdantBamboo: 18 Monate unentdeckt in Firmennetzen aktiv
VerdantBamboo - Abstract depiction of a digital threat, with glowing red lines on a dark server rack and binary code overlay. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine als VerdantBamboo bekannte Gruppe chinesischer Angreifer hat über 18 Monate lang unentdeckt in Unternehmensnetzwerken operiert. Die Angreifer nutzten gezielt ungeschützte Edge-Geräte und Linux-basierte Appliances als Einfallstor.

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Infektion über mehrere Stufen

Die Sicherheitsfirma Volexity deckte die Kampagne auf. Demnach setzte die Gruppe eine Reihe spezialisierter Schadprogramme ein, darunter BRICKSTORM – eine Hintertür für BSD-basierte pfSense-Firewalls, die häufig von Dienstleistern betrieben werden.

Ein weiteres Werkzeug namens PLENET (auch als GRIMBOLT bekannt) ist eine .NET-Core-Anwendung. Die Angreifer kompilierten sie mit AOT-Verfahren (Ahead-of-Time), um die Analyse zu erschweren. Zusätzlich nutzten sie AGENTPSD, eine Python-basierte Reverse Shell, für die Kommunikation mit ihrer Kommandozentrale.

Im Visier standen vor allem Linux-Geräte: Egnyte Storage Sync, Synology NAS und pfSense-Firewalls. Durch die Kompromittierung dieser Edge-Geräte umgingen die Angreifer die klassische Perimetersicherheit und gelangten in interne Systeme.

Managed Service Provider als Einfallstor

Der erste Zugang erfolgte in mehreren Fällen über einen kompromittierten Managed Service Provider (MSP). VerdantBamboo nutzte gestohlene Zugangsdaten und eine lokale Rechteausweitungslücke – unsichere sudo-Konfigurationen – um administrative Rechte auf Egnyte Storage Sync zu erlangen.

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Von diesen Speichergeräten aus weiteten die Angreifer ihren Zugriff auf die Microsoft-365-Umgebungen der Opfer aus. So konnten sie vertrauliche Kommunikation und Daten aus Cloud-Anwendungen abziehen.

Zeitlicher Ablauf

Die Kampagne begann bereits im September 2025. Die Angreifer blieben mehr als eineinhalb Jahre unentdeckt. Eine kritische Sicherheitslücke in Egnyte Storage Sync, die Teile des Angriffs ermöglichte, wurde erst im März 2026 geschlossen.

Der Fall zeigt, wie schwer es Unternehmen fällt, spezialisierte Linux-Geräte zu überwachen. Diese unterstützen oft keine Standard-Endpunktschutzsoftware.

Parallelen zu anderen Kampagnen

Die Aktivitäten von VerdantBamboo überschneiden sich mit bekannten Bedrohungsclustern wie Clay Typhoon, UNC5221 und Warp Panda. Zeitgleich berichten Analysten von Lumen's Black Lotus Labs über die Ausweitung des JDY Botnet auf über 1.500 kompromittierte SOHO- und IoT-Geräte.

Während JDY vor allem als Aufklärungs- und Scan-Werkzeug für Gruppen wie Volt Typhoon dient, zeigt VerdantBamboo einen gezielteren Ansatz: Enterprise-Storage und Netzwerkhardware als Angriffsziel. Beide Entwicklungen belegen die strategische Ausrichtung chinesischer Akteure auf Edge-Infrastruktur für langfristige Spionage.

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