Vera-Rubin-Plattform: NVIDIA stellt nächste Supercomputer-Generation vor
22.06.2026 - 20:55:27 | boerse-global.de
Auf der ISC High Performance Conference in Hamburg kündigte das Unternehmen die Entwicklung von 35 neuen KI- und Hochleistungsrechnern in 23 europäischen Ländern an. Die Systeme sollen mehr als drei Millionen Forschern zur Verfügung stehen.
Europa wird zur Rechenfabrik
Die neuen Supercomputer basieren auf den Architekturen Blackwell und Hopper. NVIDIA treibt damit einen rasanten Ausbau voran: Seit dem vergangenen Jahr wurden in Europa rund 800 AI-Exaflops Rechenleistung entweder in Betrieb genommen oder angekündigt. Nach Unternehmensangaben steckt NVIDIA-Technologie inzwischen in mehr als 90 Prozent der laufenden „KI-Fabriken" in Europa.
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Die praktischen Anwendungen zeigen bereits heute, was mit den neuen Kapazitäten möglich ist. Siemens Energy nutzt NVIDIA-Technologie für die Entwicklung wasserstofffähiger Gasturbinen – und konnte die Simulationszeiten dabei um bis zu 77 Prozent verkürzen. Der Supercomputer JUPITER am Jülich Supercomputing Centre, Europas erster Exascale-Rechner, arbeitet mit Grace-Hopper-Superchips an der Hirnforschung, an Klimasimulationen mit einer Auflösung von einem Kilometer und gemeinsam mit Ericsson an KI für 6G-Netze.
Die nächste Generation: Vera Rubin
Parallel zur regionalen Expansion stellte NVIDIA am heutigen Montag die Vera-Rubin-Plattform vor. Ein einzelnes Rack des neuen Systems bietet mehr als 7 Exaflops KI-Leistung und 5 Petaflops native Doppelgenauigkeitsleistung (FP64). Zwar liegt die FP64-Leistung pro einzelner GPU in der Rubin-Reihe mit rund 33 TFLOPS unter den 40 TFLOPS des Vorgängermodells B200 – doch als Werkzeug für groß angelegte wissenschaftliche Berechnungen ist die Platt dennoch konzipiert.
Zu den ersten Anwendern gehören das Leibniz-Rechenzentrum mit seinem System „Blue Lion", das National Energy Research Scientific Computing Center und das Los Alamos National Laboratory. Die Auslieferung der Hardware soll im vierten Quartal 2026 beginnen.
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Quantencomputing rückt näher
Der Ausbau der europäischen Supercomputer-Infrastruktur geht zunehmend mit hybriden Architekturen einher, die klassische GPUs mit Quantenprozessoren kombinieren. Mehrere führende europäische Forschungseinrichtungen – darunter CINECA, das Fraunhofer-Institut, das Barcelona Supercomputing Center und das Jülich Supercomputing Centre – integrieren Quantenhardware und -software über die Plattform CUDA-Q.
Am Jülich Supercomputing Centre simulieren Forscher mit NVIDIA-Systemen bereits einen universellen 50-Qubit-Quantencomputer. Diese Arbeiten sind Teil einer umfassenderen Strategie: Europa will „KI-Fabriken" aufbauen, die sowohl für generative KI als auch für komplexe wissenschaftliche Modellierungen die nötige Rechenleistung bereitstellen.
