Venenerkrankungen: Sieben Maßnahmen gegen Hitze-Beschwerden
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hohe Außentemperaturen stellen für Patienten mit chronischen Venenerkrankungen eine erhebliche gesundheitliche Herausforderung dar. Um die Belastungen während der Sommermonate zu minimieren, hat die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie Anfang August 2026 aktualisierte Leitlinien und Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Diese zielen darauf ab, die Symptomatik von Krampfadern und anderen venösen Leiden durch gezielte Verhaltensweisen und präventive Maßnahmen zu lindern.
Physiologische Auswirkungen von Hitze auf das Gefäßsystem
Medizinische Experten erläutern den Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und venösen Beschwerden durch die natürliche Reaktion des Körpers auf Wärme. Eine Hausärztin führt aus, dass Hitze zu einer Weitung der Blutgefäße führt. In der Folge tritt vermehrt Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe aus, was die Entstehung von Ödemen begünstigt.
Zur Identifikation solcher Wassereinlagerungen wird in der Fachpraxis der sogenannte Pitting-Ödem-Test angewendet. Dabei wird für etwa 10 Sekunden Druck auf die betroffene Stelle ausgeübt. Bleibt nach dem Loslassen eine sichtbare Delle im Gewebe zurück, deutet dies auf ein Ödem hin. Als ursächlich für derartige Schwellungen gelten neben Venenerkrankungen auch Funktionsstörungen von Herz oder Nieren.
Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie
Ein Fachvertreter der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie hat im Rahmen der Veröffentlichungen vom August 2026 einen Katalog aus sieben zentralen Maßnahmen für Patienten mit Krampfadern zusammengestellt. Im Fokus stehen dabei die Förderung der Durchblutung und die mechanische Entlastung der Venen.
Zu den primären Empfehlungen gehört das regelmäßige kalte Abduschen der Beine, etwa im Sinne von Kneippschen Güssen. Zudem wird zu konsequenter Bewegung und dem häufigen Hochlegen der Beine geraten. Hinsichtlich der Ernährung betonen Mediziner die Bedeutung einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2 Litern Wasser oder ungesüßtem Tee pro Tag sowie eine leichte Kost. Ergänzend kann der sogenannte Wassertrick angewendet werden, bei dem die Haut durch Besprühen mit Wasser gekühlt wird.
Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie hat im August neue Empfehlungen für Venenpatienten veröffentlicht – mit 7 konkreten Maßnahmen gegen Hitze-Beschwerden. Unser Leitfaden fasst diese Tipps verständlich zusammen und zeigt, wie Sie Ödeme erkennen und Kompressionsstrümpfe im Sommer angenehmer tragen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Einsatz medizinischer Hilfsmittel und präventive Maßnahmen
Trotz hoher Temperaturen bleibt das Tragen von Kompressions- oder Thrombosestrümpfen ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Experten raten hierbei zur Verwendung spezieller Sommervarianten. Ein praktischer Hinweis zur Steigerung des Tragekomforts besteht darin, die Strümpfe vor dem Anziehen für etwa 5 bis 10 Minuten zu kühlen.
Zusätzlich zur Kompressionstherapie empfiehlt die hausärztliche Praxis weitere unterstützende Maßnahmen:
* Reduktion des Salzkonsums zur Vermeidung von Wassereinlagerungen.
* Anwendung kalter Wickel und Wechselduschen zur Gefäßkontraktion.
* Einsatz entwässernder Tees, beispielsweise auf Basis von Brennnessel, Löwenzahn oder Petersilie.
Bei der Verwendung entwässernder Tees wird jedoch zur Vorsicht gemahnt. Patienten mit bekannten Herz- oder Nierenerkrankungen sollten diese Mittel nur nach Rücksprache mit einem behandelnden Arzt anwenden.
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Warnsignale und medizinische Dringlichkeit
Während allgemeine Schwellungen in beiden Beinen bei Hitze häufig auftreten, weisen Mediziner auf ein kritisches Warnsignal hin: Tritt eine Schwellung lediglich einseitig auf, besteht der Verdacht auf eine Thrombose. In einem solchen Fall sei eine sofortige ärztliche Untersuchung zwingend erforderlich, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. Die Einhaltung der fachärztlichen Leitlinien dient somit nicht nur der Steigerung des Wohlbefindens, sondern auch der Prävention akuter Gefäßereignisse in Hitzeperioden.
