Vegane, Ernährung

Vegane Ernährung: Studie verknüpft Darmflora mit besseren Stoffwechselwerten

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei 75 Veganern zeigten sich niedrigere Glykämie, weniger atherogene Blutfette und geringere Entzündungswerte als bei Omnivoren.

Studie: Vegane Ernährung prägt Darmmikrobiom und Stoffwechselmarker
Frische, rohe Gemüsesorten und Hülsenfrüchte auf einem rustikalen Holztisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Eine rein pflanzliche Ernährung verändert das menschliche Darmmikrobiom sowie das Metabolom grundlegend und geht mit messbaren Vorteilen für die Stoffwechselgesundheit einher. Dies zeigt eine umfassende Multi-Omics-Studie, die in der Fachzeitschrift Microbiome (DOI: 10.1186/s40168-026-02538-y) erschienen ist.

Das Forschungsteam verglich darin die biologischen Profile von 75 Veganern und 75 Omnivoren, die jeweils frei von chronischen Erkrankungen waren. Wie die Wissenschaftsplattform scienmag.com in einem Bericht vom 7. Oktober 2026 darlegt, liefert die Untersuchung detaillierte Einblicke in die vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen Ernährungsform, Darmflora und Stoffwechselmarkern.

Verschiebungen in der bakteriellen und viralen Darmbesiedlung

Die Analyse des Darmbakterioms offenbarte deutliche strukturelle Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Bei den vegan lebenden Teilnehmern stellten die Forscher eine insgesamt geringere Alpha-Diversität fest.

Gleichzeitig wies deren Mikrobiom jedoch eine signifikante Anreicherung faserassoziierter Taxa auf, basierend auf dem ZOE Microbiome Ranking 2024. Zudem zeigte sich innerhalb der veganen Kohorte ein Zusammenhang zwischen der Nahrungszusammensetzung und der mikrobiellen Vielfalt: Die bakterielle Diversität korrelierte dort positiv mit der aufgenommenen Proteinmenge.

Neben Bakterien bezog die Studie auch andere Mikroorganismen ein. Im Virom der veganen Probanden fanden sich weniger virulente Bakteriophagen sowie eine geringere Anzahl viraler Hilfsstoffwechselgene. Darüber hinaus trat der einzellige Eukaryot Blastocystis bei Personen mit pflanzlicher Ernährung häufiger auf. Dessen Nachweis war wiederum mit einem niedrigeren systolischen Blutdruck assoziiert.

Differenzierte Stoffwechsel- und Entzündungsmarker

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Die mikrobiellen Unterschiede spiegelten sich auch im Metabolom und in klinischen Blutwerten wider. Bei Personen mit veganer Ernährungsweise dokumentierten die Wissenschaftler eine niedrigere Glykämie, geringere Werte atherogener Plasmalipide sowie eine verminderte systemische Entzündung, gemessen am hochsensitiven C-reaktiven Protein (hsCRP).

Im Gegensatz dazu wiesen die Teilnehmer mit omnivorer Mischkost andere metabolische Signaturen auf. Bei ihnen standen die mikrobiellen Stoffwechselprodukte Trimethylamin-N-oxid (TMAO) und p-Cresylsulfat in Verbindung mit ungünstigen metabolischen sowie renalen Markern.

Koordinierte Signatur und methodische Einordnung

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Geleitet wurde die wissenschaftliche Arbeit von Florence Thirion von der Université Paris-Saclay und Oluf Pedersen von der Universität Kopenhagen. Um die komplexen Datensätze der verschiedenen biologischen Ebenen zu verknüpfen, setzten die Forscher ein integratives statistisches Verfahren ein. Diese sogenannte DIABLO-Analyse wies eine koordinierte Multi-System-Signatur nach, die das Zusammenspiel von Ernährung, Mikroben und Wirtsmetabolismus unterstreicht.

Trotz der deutlichen Zusammenhänge weisen die Autoren auf die methodischen Rahmenbedingungen der Untersuchung hin. Da es sich um eine Querschnittsstudie handelt, lassen die Ergebnisse keine direkten Rückschlüsse auf kausale Wirkungsmechanismen zu. Die beobachteten Korrelationen belegen somit keine Ursache-Wirkungs-Beziehung, liefern jedoch wesentliche Anhaltspunkte für künftige Ernährungsinterventionen.

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