Vegane, Ernährung

Vegane Ernährung: Studie mit 150 Dänen findet geringere Darmflora-Vielfalt

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 20:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei vegan lebenden Teilnehmenden war die Darmbakterienvielfalt geringer; höhere Proteinzufuhr ging mit Werten auf Omnivoren-Niveau einher.
Nahaufnahme verschiedener roher Hülsenfrüchte, Linsen und Getreidesorten auf einer dunklen Steinoberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Eine pflanzliche Ernährung gilt in vielen Bereichen als förderlich für die Gesundheit. Eine wissenschaftliche Untersuchung liefert nun jedoch differenzierte Einblicke in den Einfluss rein pflanzlicher Kost auf das menschliche Mikrobiom.

Forschende der Universität Kopenhagen analysierten in einer im Fachjournal Microbiome veröffentlichten Untersuchung die Zusammensetzung der Darmbakterien von 75 vegan und 75 omnivor lebenden Personen aus Dänemark.

Das Resultat stand im Widerspruch zu den vorherigen Annahmen des Teams: Die bakterielle Vielfalt fiel bei den vegan lebenden Teilnehmenden im Durchschnitt geringer aus als bei den Allesessern.

Unerwartete Ergebnisse für die Mikrobiomforschung

Die Forschungsarbeit entstand in einer Kooperation zwischen der Universität Kopenhagen, der Technischen Universität Dänemarks (DTU), der Université Paris-Saclay sowie dem Imperial College London. Oluf Borbye Pedersen vom Novo Nordisk Foundation Center for Basic Metabolic Research der Universität Kopenhagen stufte das Resultat als außerordentliche Überraschung ein.

Nach Angaben des Wissenschaftlers habe man den Resultaten zunächst kaum getraut, da im Vorfeld das genaue Gegenteil erwartet worden war. Zudem ordnete Pedersen die geringere mikrobielle Diversität bei den Veganern als beachtliche Schwäche ein.

Eiweißaufnahme als möglicher Schlüsselfaktor

Als mögliche Erklärung für diesen Befund zieht die Untersuchung die Zusammensetzung der Nährstoffe heran. Die vegan lebenden Teilnehmenden nahmen insgesamt mehr Kohlenhydrate und Ballaststoffe, jedoch weniger Fett und Protein auf als die Mischköstler.

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Den Messungen zufolge stammten bei den Veganern 12 % der gesamten Nahrungsenergie aus Proteinen, während dieser Wert bei den Omnivoren bei 17 % lag. Dieser Unterschied spiegelte sich auch in der Darmflora wider: Jene Veganer, die die höchste Proteinzufuhr verzeichneten, erreichten eine mikrobielle Biodiversität, die auf dem Niveau der Allesesser lag.

Differenziertes Bild bei Stoffwechsel- und Entzündungsmarkern

Trotz der geringeren Gesamtvielfalt an Bakterien zeigten sich in der veganen Gruppe andere gesundheitliche Vorzüge. So wurden bei den vegan lebenden Personen niedrigere Werte bei Blutglukose und Cholesterin sowie eine geringere Konzentration von Entzündungsmarkern festgestellt.

Darüber hinaus wiesen Veganer mehr Bakterienarten auf, die auf den Abbau von Ballaststoffen spezialisiert sind, und trugen häufiger den Einzeller Blastocystis in sich, welcher mit einem niedrigeren Blutdruck assoziiert ist.

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Pedersen merkte in diesem Zusammenhang an, dass Fleischesser ungeachtet der höheren Bakterienvielfalt typischerweise häufiger an chronischen Darmerkrankungen leiden als Veganer.

Grenzen der Aussagekraft

Das Forschungsteam weist auf die methodischen Grenzen der Publikation hin. Es handele sich um eine kleine Beobachtungsstudie, die statistische Zusammenhänge aufzeigt, aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehung belegt; eine Kausalitätsaussage ist somit nicht möglich.

Zwar leitet die Universität Kopenhagen aus den Daten keine konkreten Ernährungsempfehlungen ab, Betroffene sollten bei einer veganen Ernährungsweise jedoch auf eine ausreichende Proteinzufuhr achten.

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