Vegane Ernährung: Selenmangel durch Supplementierung um 18,7% ausgleichbar
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 12:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die vegane Lebensweise unter den Schutz der Gewissensfreiheit gestellt. Das Urteil vom 20. Juli 2026 könnte weitreichende Folgen für öffentliche Einrichtungen haben.
Gericht stärkt Rechte von Veganern
Geklagt hatten zwei Männer aus der Schweiz. Ihnen war in einer Haftanstalt beziehungsweise einer Klinik veganes Essen verweigert worden. Der EGMR sprach ihnen Schadenersatz von 12.000 und 4.000 Euro zu – plus 10.000 Euro für Sachkosten.
Es ist das erste Mal, dass der Gerichtshof vegane Grundsätze prüfte. Das Urteil betrifft die Verpflegungspflicht in Gefängnissen, Krankenhäusern und Bildungseinrichtungen.
Neue Leitlinien für Schwangere
Nur wenige Tage zuvor, am 9. Juli 2026, veröffentlichte das Netzwerk „Gesund ins Leben“ aktualisierte Empfehlungen. Sie richten sich an Paare mit Kinderwunsch und Schwangere.
Bei rein pflanzlicher Ernährung sei eine engmaschige Überwachung der Nährstoffversorgung nötig. Neben Vitamin-D-Präparaten stehen Beratung zu gesundem Körpergewicht und Verzicht auf Koffein, Alkohol, Nikotin und Cannabis im Fokus. Die Richtlinien zielen zudem auf eine diversitätssensible Beratung ab.
Selenmangel bei Veganern bestätigt
Die NutriNAIL-Studie aus Fulda untersuchte die Mineralstoffablagerung in Fingernägeln. 184 Teilnehmer zwischen 18 und 83 Jahren machten mit.
Das Ergebnis: Veganer hatten signifikant niedrigere Selenwerte als Mischköstler. Durch Supplementierung stiegen die Werte um durchschnittlich 18,7 Prozent. Die Nagelanalyse zeigte weitere Muster: Brüchige Nägel deuteten auf niedrigen Kaliumspiegel hin, Längsrillen auf Defizite bei Natrium und Kalium, weiße Flecken auf Chrommangel.
Die NutriNAIL-Studie zeigt: Veganer haben niedrigere Selenwerte – doch durch Supplementierung steigen sie um 18,7%. Unser kostenloser Leitfaden hilft Ihnen, kritische Nährstoffe im Blick zu behalten. Jetzt Nährstoff-Leitfaden anfordern
Boom bei Nahrungsergänzungsmitteln
Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel (NEM) wächst rasant. Laut Verbraucherzentrale Berlin wurden 2025 rund 415 Millionen Packungen verkauft – doppelt so viele wie 2022.
Experten raten zur Vorsicht: Vitamin D sollte erst nach ärztlicher Spiegelbestimmung eingenommen werden. Für Kollagendrinks fehlen belastbare wissenschaftliche Belege.
Trotz der Warnungen bauen Pharmaunternehmen ihr Angebot aus. Zentiva brachte im Juli 2026 Präparate auf Basis von Austernpilz-Extrakten auf den Markt, teilweise kombiniert mit Vitamin D und Zink.
Lidl setzt auf gesündere Kindermarken
Auch im Lebensmitteleinzelhandel tut sich etwas. Lidl kündigte für Sommer 2026 eine internationale Kampagne an. Beworben werden nur noch Eigenmarken, die den Nährwertkriterien der WHO entsprechen.
Betroffen sind Obst, Gemüse und verarbeitete Produkte mit optimiertem Nährstoffprofil. Hintergrund: Laut WHO-Daten waren zwischen 2022 und 2024 rund 25 Prozent der Kinder in Europa übergewichtig.
Ernährung als Präventionsfaktor
Brüchige Nägel oder weiße Flecken? Das können Anzeichen für Mineralstoffmangel sein. Die NutriNAIL-Studie zeigt, worauf Veganer achten sollten. Holen Sie sich die 5 wichtigsten Warnsignale im kostenlosen Leitfaden. Warnsignale-Checkliste sichern
Die WHO betont zunehmend den Einfluss des Lebensstils auf chronische Erkrankungen. Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos gelten als durch Bewegung, soziale Aktivität und Ernährung beeinflussbar.
Aktuelle Forschung aus Japan deutet zudem darauf hin: Schon geringe Mengen Naturjoghurt in Kombination mit mediterraner Ernährung können positive Effekte auf DNA-Marker für Nierenfunktion und biologisches Altern haben.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
