VBS-Deaktivierung, Gaming-Performance

VBS-Deaktivierung: +11,3% Gaming-Performance unter Windows 11

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 21:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Windows 11 kann ältere Rechner durch aktive Systemfunktionen verlangsamen. VBS steigert zwar die Spieleleistung, senkt aber den Schutz.

Windows 11: Diese Einstellungen bremsen ältere PCs aus
Innenansicht eines modernen Gaming-PCs mit Grafikkarte und Kühlung in einem dunklen Gehäuse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Standardmäßig aktivierte Funktionen von Windows 11 können ältere Rechner spürbar ausbremsen. Darauf weist ein aktueller Bericht von makeuseof.com hin, der mehrere Systemeinstellungen identifiziert, die auf Kosten der Leistung gehen – darunter Transparenzeffekte, der Balanced Power Mode, Memory Integrity und die Delivery Optimization.

Visuelle Effekte und Energiemodus als Bremsklötze

Laut dem Bericht summieren sich mehrere ab Werk aktive Funktionen zu einem messbaren Leistungsverlust, besonders auf betagter Hardware. Transparenzeffekte im Bedienfeld belasten die Grafikpipeline unnötig, während der voreingestellte Balanced Power Mode nicht das volle Leistungspotenzial der CPU ausschöpft.

Als Abhilfe wird empfohlen, die optischen Effekte zu deaktivieren, den Best-Performance-Modus zu wählen und die Delivery Optimization abzuschalten, die im Hintergrund Bandbreite für Update-Verteilungen zwischen Geräten beansprucht. Bei der Sicherheitsfunktion Memory Integrity rät der Bericht zu einer Abwägung zwischen Schutzwirkung und Geschwindigkeit, statt zu einer pauschalen Deaktivierung.

VBS-Deaktivierung bringt Gaming-Vorteile – aber mit Risiko

Besonders ausführlich widmet sich der Bericht der Virtualization-Based Security (VBS), einer weiteren Standardfunktion von Windows 11. In Tests mit einer RX 5600XT, einem Ryzen 5 5600 und 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher führte das Abschalten von VBS in den Spielen Apex Legends und Assassin's Creed Black Flag zu einer Verbesserung der 1-Prozent-Lows um 11,3 Prozent.

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Auch in synthetischen Benchmarks zeigte sich ein Effekt: Im Cinebench-Multi-Thread-Test erreichte das System ohne VBS 2401 Punkte gegenüber 2307 Punkten mit aktivierter Funktion, was einem Leistungsgewinn von rund 4 Prozent entspricht.

Trotz dieser messbaren Vorteile rät der Autor des Berichts davon ab, VBS dauerhaft zu deaktivieren, und empfiehlt, die Funktion aus Sicherheitsgründen aktiviert zu lassen. VBS isoliert sicherheitskritische Prozesse in einer virtualisierten Umgebung und schützt so vor bestimmten Angriffsarten – ein Schutz, der bei der Abschaltung verloren geht.

Weiterer Optimierungsbedarf bei GPU-Scheduling

Parallel dazu beleuchtet ein Bericht von xda-developers.com Optimierungspotenzial beim Grafikkarten-Scheduling unter Windows 11. Die Hardware-Accelerated GPU Scheduling (HAGS), die im Jahr 2020 noch weitgehend wirkungslos blieb, ist inzwischen Voraussetzung für Funktionen wie Nvidias DLSS Frame Generation und Smooth Motion.

Mit Windows 11 24H2 und dem zugrunde liegenden Treibermodell WDDM 3.2 wurde HAGS um eine zweite Stufe mit nativen GPU-Fences erweitert. Während Nvidias DLSS FG HAGS zwingend voraussetzt, kommt Intels XeSS 3 ohne die Funktion aus.

Zusätzliche Komplexität entsteht laut dem Bericht bei Prozessoren mit mehreren CCDs, etwa dem Ryzen 9 9950X3D. Moderne CPUs melden ihre bevorzugten Kerne über die CPPC-Schnittstelle an Windows; bei solchen Dual-CCD-Chips kann ein fehlerhaftes Scheduling zu spürbaren Leistungseinbußen führen.

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Als Gegenmaßnahmen empfiehlt der Bericht BIOS-Updates und die Nutzung des Game Mode, während eine manuelle Anpassung der Kern-Affinität lediglich als Diagnosewerkzeug dienen sollte, nicht als dauerhafte Lösung.

Insgesamt zeichnen beide Berichte ein Bild eines Betriebssystems, dessen werkseitige Konfiguration Sicherheits- und Kompatibilitätsaspekte über reine Rohleistung stellt – mit spürbaren Auswirkungen vor allem auf älterer oder leistungsschwächerer Hardware.

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