Vamikibart, Makulaödem

Vamikibart bei Makulaödem: Zwei Drittel brauchten keine weitere Spritze

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

52-Wochen-Auswertungen zeigen anhaltenden Sehschärfegewinn; Zulassungsanträge für Roches Wirkstoff wurden in mehreren Regionen angenommen.

Roche: Vamikibart zeigt anhaltende Wirkung bei Makulaödem
Ein leeres, hochmodernes Spaltlampenmikroskop in einem sterilen, hellen Untersuchungsraum einer Augenarztpraxis. Illustration mit AI erstellt.

Das uveitische Makulaödem (UME) gehört zu den schwerwiegenden Komplikationen entzündlicher Augenerkrankungen und birgt ein erhebliches Risiko für irreversible Sehverluste. Schätzungen zufolge erblinden etwa 20 Prozent der Patienten mit einem UME innerhalb von drei Jahren.

Zudem verursacht eine Uveitis 10 bis 20 Prozent der Fälle von Blindheit in den USA und Europa, während dieser Anteil in Entwicklungsländern bei bis zu 25 Prozent liegt. Vor diesem Hintergrund gewinnen neue therapeutische Ansätze an Bedeutung, die über bisherige Optionen hinausgehen.

Im Mittelpunkt der klinischen Forschung stehen dabei Erkenntnisse zum Wirkstoff Vamikibart, den der Schweizer Pharmakonzern Roche gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft Genentech entwickelt.

Langzeitergebnisse der Studien MEERKAT und SANDCAT

Auf der Fachtagung der American Academy of Ophthalmology (AAO 2026) in New Orleans wurden die 52-Wochen-Daten der beiden Phase-III-Studien MEERKAT (NCT05642312) und SANDCAT (NCT05642325) vorgestellt.

Nachdem die Primäranalyse nach 16 Wochen bereits auf der AAO 2025 präsentiert worden war, untersuchten die Folgeauswertungen die anhaltende Wirksamkeit des Wirkstoffs bei Patienten mit uveitischem Makulaödem im Vergleich zu einer Scheinbehandlung (Sham).

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Beim primären Endpunkt – dem Anteil der Patienten mit einer Verbesserung der Sehschärfe (BCVA) um mindestens 15 Buchstaben in Woche 16 – wies die Behandlung mit Vamikibart einen numerisch höheren Anteil gegenüber der Kontrollgruppe auf. Dieser therapeutische Nutzen konnte bis zur 52. Woche aufrechterhalten werden.

Ergänzend dokumentierten die Untersuchungen anhaltende funktionelle Verbesserungen sowie eine Verringerung der zentralen Makuladicke (CST) im Vergleich zum Ausgangswert.

Hinsichtlich des Injektionsbedarfs zeigte sich, dass rund zwei Drittel der geeigneten Patienten nach der 16. Woche keine erneute Behandlung benötigten. Bei der Mehrheit der verbleibenden Studienteilnehmer war lediglich eine weitere Verabreichung erforderlich.

Zulassungsverfahren und klinischer Stellenwert

Bei Vamikibart handelt es sich um einen Anti-IL-6-Antikörper, der sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in der Europäischen Union den Status als Arzneimittel für seltene Leiden (Orphan Drug) besitzt. Sollte das Präparat zugelassen werden, wäre es die erste zielgerichtete, nicht-steroidale Therapieoption für die Behandlung des uveitischen Makulaödems.

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Auf regulatorischer Ebene hat die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA den Antrag auf Marktzulassung (Biologics License Application) angenommen. Eine behördliche Entscheidung wird bis Juli 2027 erwartet. Parallel dazu wurden entsprechende Zulassungsanträge für Vamikibart auch in der Europäischen Union, in China sowie in Japan eingereicht und von den jeweiligen Behörden offiziell akzeptiert.

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