Value of Advice: Professionelle Beratung steigert Sparquoten messbar
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Effektivität der privaten Finanzplanung hängt in hohem Maße von der Art der Entscheidungsfindung ab. Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) zur Werthaltigkeit von Beratung, die im Sommer 2026 veröffentlicht wurde, liefert detaillierte Einblicke in das Sparverhalten der Bevölkerung.
Die Sonderbefragung unter dem Titel „Value of Advice“ beleuchtet, wie professionelle Unterstützung die langfristige Vorsorge beeinflusst und stellt damit einen Kontrapunkt zu rein kostenorientierten Betrachtungsweisen dar.
Früherer Einstieg und höhere Spardisziplin durch Beratung
Ein zentrales Ergebnis der Erhebung, für die 2.000 Bürger befragt wurden, ist der deutliche Unterschied im Zeitpunkt des Vorsorgebeginns. Die Daten zeigen, dass Personen, die eine persönliche Finanzberatung in Anspruch nehmen, signifikant früher mit dem Aufbau einer privaten Altersvorsorge beginnen als jene, die ihre Finanzen eigenständig verwalten. Dieser zeitliche Vorsprung gilt in der Finanzwissenschaft als entscheidender Faktor für den Zinseszinseffekt und damit für die Höhe des verfügbaren Kapitals im Alter.
Neben dem früheren Startzeitpunkt wirkt sich die Beratung laut den Ergebnissen der Sonderbefragung auch auf die Kontinuität des Sparens aus. Beratene Bürger zeichnen sich durch ein regelmäßigeres Sparverhalten aus.
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Während bei Selbstentscheidern häufiger Unterbrechungen oder unregelmäßige Einzahlungen zu beobachten sind, führt die professionelle Begleitung dazu, dass Sparraten konsequenter beibehalten werden.
Die Untersuchung legt nahe, dass die beratende Instanz hierbei eine disziplinierende Funktion übernimmt und dabei hilft, langfristige Ziele trotz kurzfristiger Konsumwünsche oder Marktveränderungen zu verfolgen.
Perspektivwechsel: „Value of Advice“ gegenüber „Value for Money“
Die Ergebnisse der DIVA-Studie dienen in der Branche als Argumentationsgrundlage für das sogenannte „Value of Advice“-Prinzip. Dieses Konzept rückt den individuellen Nutzen der Beratung in den Vordergrund, anstatt den Fokus ausschließlich auf die Kostenstruktur von Finanzprodukten zu legen, wie es beim „Value for Money“-Ansatz der Fall ist.
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Das Institut betont durch die Auswertung der Befragung, dass die Qualität einer Finanzentscheidung nicht allein an niedrigen Produktkosten gemessen werden könne. Vielmehr zeige sich der wahre Wert der Beratung in den Verhaltensänderungen der Anleger.
Wenn eine Beratung dazu führt, dass überhaupt gesearbeit wird, der Einstieg früher erfolgt und die Sparprozesse seltener abgebrochen werden, übersteige dieser Nutzeffekt oft die reinen Kostenvorteile kostengünstigerer, aber beratungsfrei erworbener Produkte.
Strukturierte Vorsorge als Resultat professioneller Begleitung
Die Analyse der 2.000 Teilnehmerantworten verdeutlicht zudem, dass beratene Bürger ihre Finanzplanung insgesamt strukturierter angehen. Die Befragung deutet darauf hin, dass die persönliche Interaktion mit einem Berater Barrieren abbaut, die viele Menschen ansonsten von komplexen Themen wie der Altersvorsorge abhalten würden.
Insgesamt zeichnet die Untersuchung aus dem Juli 2026 ein Bild, in dem die persönliche Finanzberatung als Katalysator für eine verbesserte Eigenvorsorge fungiert. Durch die Förderung eines früheren Starts und einer höheren Spardisziplin leistet die Beratung einen messbaren Beitrag zur finanziellen Absicherung der Bürger, der über die reine Produktauswahl hinausgeht.
