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USS Abraham Lincoln: Acht Suizidversuche während monatelanger Mission bestätigt

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Acht Suizidversuche wurden für die Kampfgruppe bestätigt; lange Seefahrt und knappe klinische Betreuung prägten den Einsatz.

USS Abraham Lincoln: Marine bestätigt acht Suizidversuche im Einsatzverband
Ein einsamer Blick über das weite, dunkle Meer bei Dämmerung, in der Ferne ist schemenhaft die Silhouette eines Schiffes erkennbar. Illustration mit AI erstellt.

Die psychische Gesundheit von Einsatzkräften auf See steht nach einer monatelangen Mission im Fokus der militärischen und politischen Führung in Washington. In einem Schreiben an Senatorin Kirsten Gillibrand bestätigte Marinestaatssekretär Hung Cao acht Suizidversuche innerhalb der Flugzeugträger-Kampfgruppe USS Abraham Lincoln seit Beginn der Einsatzfahrt.

Vollendete Suizide habe es an Bord nicht gegeben, wie unter anderem die Plattform Navy Times und NBC News am 24. September 2026 berichteten. Die Bestätigung wirft ein Schlaglicht auf die Arbeits- und Lebensbedingungen während extrem ausgedehnter Seeeinsätze.

Betroffene Einheiten und dokumentierte Vorfälle

Nach Angaben von Hung Cao betrifft die Zahl nicht allein die Stammbesatzung des Flugzeugträgers, sondern das gesamte Einsatzkontingent. Eingeschlossen sind demnach Matrosen des Geschwaders, die Stäbe der Kampfgruppe und des Zerstörergeschwaders, die Begleitzerstörer sowie alle eingeschifften Fliegerstaffeln.

Während die Besatzung der USS Abraham Lincoln bei etwa 5.000 Personen liegt, umfasste die Kampfgruppe Berichten zufolge 6.000 bis 7.000 Einsatzkräfte auf rund sechs Schiffen, anderen Angaben zufolge rund 7.500 Militärangehörige.

Zu den gemeldeten Notfällen zählen zwei konkrete Ereignisse: Anfang August ging ein Matrose des Luftgeschwaders über Bord, konnte jedoch von einem Rettungshubschrauber geborgen, medizinisch versorgt und ausgeflogen werden. Bereits im März versuchte ein weiterer Matrose, über Bord zu gehen; er wurde von Kameraden daran gehindert und nach medizinischer Erstversorgung in den Heimathafen gebracht.

Extreme Einsatzdauer und Versorgungsengpässe

Die Einsatzbedingungen galten als außerordentlich herausfordernd. Die USS Abraham Lincoln verzeichnete 286 Tage auf See ohne regulären Hafenanlauf; andere Berichte sprachen von 264 Tagen ununterbrochener Seefahrt oder mehr als 300 Einsatztagen.

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Nach dem Auslaufen aus San Diego am 21. November 2025 und einem kurzen Zwischenstopp im Dezember erfolgte der erste Landgang erst am 1. September im thailändischen Pattaya.

Ursprünglich für das Südchinesische Meer vorgesehen, wurde der Verband im Januar 2026 in den Nahen Osten verlegt, wo ab Ende Februar Kampfeinsätze und die Blockade iranischer Häfen begannen. Das reguläre Einsatzende im Mai 2026 war kriegsbedingt mehrfach verlängert worden, bevor das Schiff im August von der USS George Washington abgelöst wurde.

Hung Cao räumte in diesem Zusammenhang materielle Engpässe ein. So seien die warmen Hauptgerichte zeitweise von zwei auf eins reduziert worden, Nachschublieferungen hätten sich verzögert, und es sei zu vorübergehenden Problemen bei Entsalzungsanlagen und Abflusssystemen gekommen. Die sanitären Einrichtungen seien inzwischen instand gesetzt, das Trinkwasser werde täglich getestet und die Mannschaft erhalte vier ausgewogene Mahlzeiten pro Tag.

Kapazitäten der psychosozialen Versorgung

Die Betreuung an Bord erwies sich angesichts der Schiffsgröße als knapp bemessen. Zur psychosozialen Unterstützung gehörten fünf Seelsorger, ein Psychologe, ein klinischer Sozialarbeiter, drei Techniker für Verhaltensgesundheit, ein Präventionsberater sowie ein Therapiehund. Als lizenzierte klinische Fachkräfte standen damit lediglich zwei Personen bereit.

Ein zusätzlich eingeschiffter Psychotherapeut hatte das Schiff nach sechs Monaten aus persönlichen Gründen verlassen und wurde erst am 2. September ersetzt. Ohne akute Suizidgefahr mussten Hilfesuchende teils wochenlang auf Termine warten.

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Im August 2026 hatten Angehörige in San Diego massive Bedenken hinsichtlich Schimmelbildung, Verpflegung und sinkender Moral geäußert. Eine Studie vom Januar 2025 unter 956 Matrosen belegte bereits, dass Personal auf Kriegsschiffen infolge von Lärm, Schlafmangel und fordernden Dienstplänen besonders stark unter psychischen Belastungen leidet.

Die Gesamtzahl von acht Suizidversuchen in der Kampfgruppe entspricht in etwa dem statistischen Anteil der gesamten aktiven US-Marine, die im Gesamtjahr 2024 rund 356 Suizidversuche bei 337.000 aktiven Dienstkräften meldete.

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