usbliter8: Hardware-Fehler macht Millionen iPhones und Watches angreifbar
19.06.2026 - 07:43:54 | boerse-global.de
Ein schwerwiegender Hardware-Fehler macht Millionen ältere Apple-Geräte angreifbar – und lässt sich nicht per Software-Update beheben.
Die Sicherheitsfirma Paradigm Shift veröffentlichte am 18. Juni technische Details und einen Proof-of-Concept für die Schwachstelle namens „usbliter8". Sie betrifft den BootROM-Chip der A12- und A13-Prozessoren sowie der S4- und S5-Serien in Wearables. Da der Fehler im Nur-Lese-Speicher der Hardware sitzt, bleibt er für Standard-Updates unerreichbar.
Wie der Angriff funktioniert
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Der Exploit nutzt einen Hardwarefehler und eine Fehlkonfiguration im Synopsys DWC2 USB-Controller aus. Durch speziell präparierte, kleine Datenpakete können Angreifer den Controller manipulieren und Code ausführen. Bei neueren A13-Chips erschweren Pointer Authentication Codes (PAC) den Angriff zwar – die Forscher umgingen diese Hürde jedoch erfolgreich.
Ältere A11-Chips sind übrigens nicht betroffen: Der USB-Treiber setzt dort den Pointer zurück und blockiert so den Angriff. Auch A14-Chips und neuere Generationen bleiben sicher – sie nutzen den Device Address Resolution Table (DART)-Schutz, der korrekt konfiguriert ist.
Betroffene Geräte im Überblick
Die Lücke erfasst eine breite Palette von Geräten aus den Jahren 2018 bis 2021, die weiterhin Betriebssystem-Updates erhalten:
- iPhones: iPhone XR, XS, XS Max, iPhone 11-Serie, iPhone SE (2. Generation)
- iPads: iPad Air (3. Generation), iPad mini (5. Generation), iPad (8. und 9. Generation)
- Weitere: Apple TV 4K (2. Generation), HomePod mini, Studio Display
- Apple Watches: Series 4, Series 5, Watch SE (1. Generation) mit S4- und S5-Chips
Eingeschränkte, aber reale Gefahr
Der Exploit erlaubt das Ausführen von unsigniertem Code und das Laden unsignierter iBoot-Images. Allerdings mit entscheidenden Einschränkungen: Der Angriff ist nicht dauerhaft – nach jedem Neustart verschwindet der eingeschleuste Code. Eine erneute Injektion ist dann nötig.
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Zudem benötigt der Angreifer physischen Zugriff auf das Gerät und muss es in den DFU-Modus (Device Firmware Upgrade) versetzen. Für die praktische Umsetzung ist Spezialhardware wie ein Raspberry Pi erforderlich.
Paradigm Shift stimmte die Veröffentlichung mit Apples Produktsicherheit ab. Die Secure Enclave – der Hardware-Chip für sensible Daten wie Biometrie und Verschlüsselungsschlüssel – ist von diesem BootROM-Fehler nicht direkt betroffen. Dennoch: Die Möglichkeit, unsignierte Software auf niedriger Ebene auszuführen, schwächt das gesamte Sicherheitsgefüge der betroffenen Geräte erheblich.
Sicherheitsexperten empfehlen Nutzern mit höchsten Sicherheitsanforderungen, auf Geräte mit A14-Chips oder neuer zu wechseln.
