usbliter8: Apple-Chip-Lücke bleibt für Millionen Geräte unreparierbar
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 19:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine kritische Hardware-Schwachstelle in älteren Apple-Geräten lässt sich nicht per Software-Update schließen. Betroffen sind Millionen iPhones, iPads und Apple Watches.
Unreparierbares Risiko im Chip
Cybersecurity-Forscher haben eine schwerwiegende Sicherheitslücke namens „usbliter8" entdeckt. Der Fehler sitzt im BootROM der Prozessoren A12, A13, S4 und S5 – also direkt im Nur-Lese-Speicher der Chips. Das macht ihn für Apple unreparierbar: Kein Software-Update kann das Problem beheben. Einziger Ausweg für betroffene Nutzer: der Umstieg auf neuere Hardware.
Die Schwachstelle steckt im SecureROM und dem Synopsys DWC2 USB-Controller. Angreifer benötigen zwar physischen Zugriff auf das Gerät über eine USB-Verbindung, können dann aber beliebigen Code ausführen und das Gerät dauerhaft jailbreaken. Besonders brisant: Die dafür nötige Hardware kostet gerade einmal rund vier Euro – ein einfacher RP2350-Chip reicht aus.
Welche Geräte betroffen sind
Die Liste der verwundbaren Geräte ist lang:
- iPhones: XR, XS, XS Max, 11er-Serie, zweite Generation iPhone SE
- iPads: 8. und 9. Generation, iPad Air (3. Gen), iPad mini (5. Gen)
- Apple Watches: Series 4, Series 5, original SE
- Weitere: HomePod mini, Apple TV 4K (2. Gen), Apple Studio Display
Rechtsstreit um die Veröffentlichung
Hinter der Entdeckung brodelt ein handfester Rechtsstreit. Am 7. Juli 2026 reichte die Digitalforensik-Firma Magnet Forensics Klage gegen einen ehemaligen Auftragnehmer und das Forschungsunternehmen Paradigm Shift ein. Der Vorwurf: Die Beklagten hätten Geschäftsgeheimnisse im Zusammenhang mit usbliter8 gestohlen und die Schwachstelle unrechtmäßig öffentlich gemacht.
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Die Ironie: Ethische Hacker können für die Entdeckung solcher Hardware-Fehler Prämien von bis zu einer halben Million Euro kassieren. Doch die unautorisierte Veröffentlichung proprietärer Forschung sorgt nun für erhebliche Spannungen zwischen den Beteiligten.
Weitere Sicherheitsbedrohungen für Apple-Nutzer
Die usbliter8-Enthüllung fällt mit anderen Sicherheitsmeldungen zusammen. Googles Threat-Intelligence-Abteilung deckte kürzlich eine Angriffskette namens „DarkSword" auf. Diese nutzte sechs Software-Schwachstellen, um über manipulierte Webseiten Kryptowährungs-Wallets auf iPhones zu leeren. Hinter den Angriffen sollen kommerzielle Spyware-Anbieter und staatliche Gruppen aus dem Nahen Osten und Europa stecken. Apple schloss diese Lücken mit dem Update auf iOS 26.3.
Hardware-Reparateure nutzen derweil Tools wie die App „Purple" des Entwicklers Giulio Zompetti. Sie greift auf den älteren checkm8-Exploit zurück und erlaubt Technikern, Konfigurationsdateien auf älteren iPhones (4s bis X) zu bearbeiten – ohne Löten.
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Was Nutzer jetzt tun sollten
Sicherheitsexperten raten Besitzern betroffener Geräte zu äußerster Vorsicht: Die Schwachstelle bleibt ein permanenter Bestandteil der A12- und A13-Chip-Architektur. Wer sein Gerät nicht gegen ein neueres Modell tauschen kann oder will, sollte zumindest sicherstellen, dass niemand Unbefugter physischen Zugriff erhält. Ein verlorenes oder gestohlenes Gerät könnte von Angreifern dauerhaft geknackt werden.
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