US-Kongress: ChatGPT dominiert mit 88-Prozent-Marktanteil
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 16:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OpenAI hat sich im US-Repräsentantenhaus als führende KI-Plattform durchgesetzt – mit überwältigendem Marktanteil.
Eine am heutigen Montag veröffentlichte Analyse der Kongressausgaben zeigt: ChatGPT vereint 88 Prozent aller identifizierbaren KI-Softwarekäufe im Repräsentantenhaus. Zwischen April 2025 und Ende März 2026 gaben die Abgeordnetenbüros insgesamt 113.740 Dollar für KI-Tools aus – 100.580 Dollar davon entfielen auf die Plattform von OpenAI. Das entspricht umgerechnet rund 93.000 Euro.
KI-Adoption erfasst jeden sechsten Abgeordneten
Die Technologie ist in der Kammer breit verankert: Mindestens 71 Büros – etwa jedes sechste – meldeten entsprechende Anschaffungen. Auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand Claude von Anthropic, auf das 13.160 Dollar entfielen. Die Auswertung berücksichtigt ausschließlich kostenpflichtige Abonnements. Kostenlose Tarife, KI-Funktionen in bestehenden Softwarepaketen sowie Ausgaben des Senats blieben unberücksichtigt.
Demokraten investieren deutlich mehr
Bemerkenswert ist der parteipolitische Unterschied: Demokratische Büros gaben mit 54.165 Dollar mehr als das Dreifache für KI-Dienste aus als republikanische Büros, die auf 15.782 Dollar kamen.
Der Boom im Kongress fällt in eine Phase aggressiver Preispolitik bei OpenAI. Am heutigen Montag senkte das Unternehmen den Preis für sein Modell GPT-5.6 Luna um 80 Prozent für direkte API-Nutzer. Beobachter werten dies als Reaktion auf den wachsenden Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter.
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Gesetzgeber zwischen Nutzung und Regulierung
Die intensive Nutzung der Technologie fällt mit verschärfter Regulierungsdebatte zusammen. Ende Juli brachten die Abgeordneten Ted Lieu und Nathaniel Moran parteiübergreifend den „AI Kill Switch Act" ein. Das Gesetz würde das Heimatschutzministerium ermächtigen, im Notfall – etwa bei erheblichen wirtschaftlichen Schäden oder Todesfällen – die Abschaltung von Hochleistungs-KI-Systemen anzuordnen.
Parallel dazu mahnen Demokraten im Finanzausschuss mehr Kontrolle an. Die Abgeordneten Bill Foster und Brad Sherman richteten Anfragen an SEC-Chef Paul Atkins zur Regulierung KI-gesteuerter Anlageberater. Sie fordern Klarheit darüber, wie die Pflichten von Broker-Dealern und die Marktintegrität angesichts zunehmend autonomer Handelssysteme gewahrt bleiben sollen.
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