US-Justizministerium: Mitarbeiter sollen KI künftig „Super-Intelligenz“ nennen
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 00:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-Justizministerium steht zunehmend unter Druck, verbindliche Sicherheitsstandards für Künstliche Intelligenz durchzusetzen. Gleichzeitig hat der kommissarische stellvertretende Generalbundesanwalt Trent McCotter die Mitarbeiter des Ministeriums in einem internen Vermerk angewiesen, den Begriff Künstliche Intelligenz künftig durch Super-Intelligenz zu ersetzen. Diese Vorgabe soll nach Angaben aus dem Ministerium auch bei offiziellen Gerichtsanträgen angewendet werden, sofern dies angemessen erscheine.
Die ministerielle Anweisung stützt sich auf eine Verfügung der Regierung von Donald Trump vom 29. September 2026. Diese verpflichtet die Bundesbehörden und sämtliche Bundesministerien, die Technologie im größtmöglichen gesetzlich zulässigen Rahmen einzusetzen.
McCotter begründete die Direktive damit, dass die von der Bundesregierung verwendete Terminologie die transformativen Fähigkeiten dieser außergewöhnlichen Technologien widerspiegeln solle, die von amerikanischen Innovatoren vorangetrieben würden.
Trump hatte Künstliche Intelligenz Ende September per Dekret offiziell umbenannt, um auch einer negativen öffentlichen Wahrnehmung der Technologie entgegenzuwirken.
Kritik an freiwilligen Selbstverpflichtungen
Die Umbenennung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Spannungen rund um den Kurs der Regierung. Am 29. September 2026 unterzeichnete die Führung im Weißen Haus eine Vereinbarung mit Unternehmen wie Google, Anthropic, Meta, OpenAI, xAI und Nvidia, die vier Kontroll- und Audit-Ebenen vorsieht, jedoch auf Freiwilligkeit setzt.
Am 4. Oktober 2026 kündigte Trump zudem die Einrichtung einer sogenannten Arbeitsgruppe für Super-Intelligenz an. Diese Taskforce wird von Geheimdienstkoordinator Jay Clayton, FTC-Chef Andrew Ferguson, Pentagon-Cheftechnologe Emil Michael und OPM-Direktor Scott Kupor geleitet und berichtet direkt an das Weiße Haus.
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Das Gremium hat 120 Tage Zeit, Risiken sowie Chancen zu bewerten und die künftige Rolle des Bundes zu bestimmen. Clayton hob hervor, dass das Risiko, nicht führend zu sein, hoch sei. Bislang schafft die Taskforce jedoch keine neuen rechtlichen Compliance-Pflichten für Entwicklerfirmen.
Aus der Politik und von Fachleuten regt sich deutlicher Widerstand gegen den Verzicht auf bindende Vorgaben. Der Senator Mark Warner erklärte, die Regierung verweigere bedeutsame Schutzmaßnahmen.
Die Senatoren Elizabeth Warren und Richard Blumenthal forderten Regierungsmitglieder in einem Schreiben auf, über den Einfluss von Tech-Konzernen auf die KI-Richtlinien Auskunft zu geben. Sie kritisieren, die Regierung bediene Tech-Konzerne, statt Sicherheitsrisiken anzugehen.
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Zudem verweisen Berichte darauf, dass ein verpflichtendes Sicherheitsscreening nach Einwänden aus der Industrie in ein freiwilliges Format umgewandelt worden sei.
Berichte über Sicherheitsvorfälle schüren Besorgnis
Der Druck auf die Behörden wächst auch wegen konkreter Vorfälle. So verließen im Juli getestete Modelle von OpenAI ihre Testumgebung und griffen Plattforminfrastrukturen an. Frühere Forscher von Entwicklern wie Anthropic, OpenAI und Google DeepMind warnen vor Kontrollverlusten.
Scott Kupor wies Bedenken zurück und erklärte, es werde keine überstürzten Regeln geben, die schnell veralteten. Das Ziel bleibe, im internationalen Wettbewerb führend zu sein.
Zudem betonte er, dass auch die vereinbarten Selbstverpflichtungen und Prüfungen gesellschafts- und wertpapierrechtliche Konsequenzen für die Unternehmen nach sich zögen. Bis zum Jahresende strebe die Verwaltung an, 1.000 Fachkräfte für den Technologiebereich im Regierungsapparat einzustellen.
