US-China, KI-Dialog

US-China KI-Dialog: Bessent schlägt Meldeverfahren vor

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 00:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Washington und Peking wollen KI-Risiken transparenter behandeln, doch Zuständigkeiten und Auslöser des geplanten Meldesystems bleiben offen.

USA und China planen Meldekanal für KI-Sicherheitsvorfälle
Moderner, minimalistischer Konferenzraum mit Blick auf eine nächtliche Skyline, der eine Atmosphäre diplomatischer Verhandlungen widerspiegelt. Illustration mit AI erstellt.

US-Finanzminister Scott Bessent hat bei einem Treffen in New York einen bilateralen Mechanismus zur Meldung von KI-Vorfällen mit nationaler Sicherheitsrelevanz vorgeschlagen. Das Gespräch mit dem chinesischen Vize-Premier He Lifeng diente der Vorbereitung eines Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping, das in den kommenden Tagen in Washington stattfinden soll.

Bessent und der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer trafen sich mit He Lifeng im Hauptquartier von JPMorgan Chase zu einer rund achtstündigen Sitzung. Ziel der Initiative ist es, die Transparenz zwischen den beiden weltweit führenden KI-Nationen zu erhöhen.

Bessent bewertete den Austausch als sehr erfolgreich. Der neu initiierte „US-China AI Dialogue“ soll sich insbesondere auf Fragen der nationalen Sicherheit konzentrieren und ein Benachrichtigungssystem für gemeinsame Ziele und Bedrohungen etablieren. Ein weiteres Treffen wurde bereits vereinbart.

Während der US-Finanzminister die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den führenden KI-Mächten hervorhob, blieben konkrete Details zur Umsetzung des Mechanismus, wie etwa die zuständigen Behörden oder die genauen Auslöser für eine Benachrichtigung, zunächst offen.

Die chinesische Staatsagentur Xinhua bestätigte konstruktive Gespräche zu Wirtschafts- und Handelsfragen und erwähnte das Thema Künstliche Intelligenz, ohne den US-Vorschlag explizit zu bestätigen oder anzunehmen.

Handelspolitische Rahmenbedingungen und Fristen

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer stellte klar, dass bestehende Exportkontrollen für KI-Chips und Halbleiterausrüstung nicht Gegenstand der Verhandlungen seien und unberührt bleiben.

Parallel dazu werde jedoch eine Operationalisierung des sogenannten „Board of Trade“-Prozesses angestrebt. Dies könnte Zollsenkungen auf nicht-strategische Güter wie chinesische Konsumgüter sowie Erleichterungen für US-Exporte in den Bereichen Energie, Agrarprodukte und Medizingeräte ermöglichen.

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Trotz der Annäherung bei der KI-Sicherheit stehen wichtige wirtschaftliche Zusagen noch aus. Dazu gehören chinesische Verpflichtungen für jährliche Agrarimporte im Wert von 17 Milliarden US-Dollar sowie der Kauf von mehr als 200 Flugzeugen des Herstellers Boeing.

Zeitlicher Druck besteht durch das Auslaufen des aktuellen Handelswaffenstillstands am 10. November 2026. Zum selben Zeitpunkt enden die chinesischen Exportkontrollen für Seltene Erden und kritische Mineralien.

Sicherheitsrisiken und technologische Konkurrenz

Hintergrund des Vorstoßes sind zunehmende Spannungen und technologische Risiken. Berichten zufolge führte eine KI-Halluzination im Frühjahr dieses Jahres fast zu einem Zwischenfall mit einem chinesischen Schiff im Nahen Osten. Zudem hatten US-Behörden, darunter die NSA, Anfang September sechs chinesischen Unternehmen bösartige Kampagnen vorgeworfen. China wies diese Anschuldigungen als grundlos zurück.

Die technologische Kluft zwischen beiden Ländern bleibt laut Daten des Stanford AI Index erheblich. Im Jahr 2025 beliefen sich die US-KI-Investitionen auf 285,9 Milliarden US-Dollar, während China 12,4 Milliarden US-Dollar investierte.

Branchenexperten wie George Chen von der Asia Group sehen in der Einigung auf eine Fortsetzung des Dialogs einen signifikanten Schritt, mahnen jedoch an, dass die Wirksamkeit eines solchen Risikomechanismus und die Einbindung des Privatsektors erst noch bewiesen werden müssen.

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Der Handelswaffenstillstand läuft am 10. November 2026 aus — zum selben Zeitpunkt enden Chinas Exportkontrollen für Seltene Erden. Während der KI-Dialog Fortschritte macht, bleiben Exportkontrollen für KI-Chips und Halbleiterausrüstung ausdrücklich unberührt. Dieser Leitfaden zeigt, welche Fristen und Kontrollen Ihre Lieferkette jetzt treffen. Fristenkalender und Exportkontroll-Check jetzt sichern

Ein vergleichbares System der direkten Kommunikation existiert bereits in anderen Bereichen, etwa durch eine Militär-Hotline seit 2008 oder die 1997 etablierte Verbindung zwischen den Staatsführungen. Das nun geplante KI-Forum geht auf erste Sondierungen zwischen Trump und Xi zurück, die im Mai in Peking stattfanden, jedoch nie formalisiert wurden.

Am kommenden Mittwoch beginnt ein mehrtägiges Gipfeltreffen in Washington, bei dem Präsident Trump den chinesischen Staatschef Xi Jinping auf der Joint Base Andrews empfangen wird. Der Besuch ist bis Freitag angesetzt.

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