Urlaubserholung, DAK-Report

Urlaubserholung: 86 Prozent erholen sich gut – 13 Prozent kaum

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DAK-Report zeigt gute Urlaubserholung bei 86 Prozent, zugleich erschweren Hitze, Arbeitsstress und fehlendes Abschalten die Regeneration.

DAK-Urlaubsreport 2026: Was die Erholung im Urlaub bremst
Ein ruhiger Bergsee in einer von Nadelwäldern umgebenen Landschaft bei Sonnenuntergang als Symbol für Erholung. Illustration mit AI erstellt.

Eine umfassende Untersuchung zur Regenerationsfähigkeit berufstätiger Personen liefert detaillierte Einblicke in die Faktoren, die den Erholungserfolg im Jahr 2026 maßgeblich beeinflussen.

Laut dem DAK-Urlaubsreport 2026, der auf einer Befragung von 1.003 Personen ab 14 Jahren im Zeitraum vom 21. bis 26. August 2026 basiert, gaben 86 Prozent der Teilnehmer an, sich in ihrem Urlaub gut oder sehr gut erholt zu haben.

Demgegenüber kehrten 13 Prozent der Befragten kaum oder schlecht erholt zurück. Im Vergleich zum Vorjahr 2025, in dem dieser Wert bei 14 Prozent lag, zeigt sich damit eine weitgehend stabile Tendenz.

Barrieren der Regeneration und demografische Unterschiede

Die Analyse identifiziert verschiedene Hindernisse, die einer nachhaltigen Erholung entgegenstehen. Ein wesentlicher Aspekt war im Sommer 2026 die thermische Belastung: Da dieser Sommer laut Daten des Deutschen Wetterdienstes der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen war, fühlten sich 23 Prozent der Befragten durch Hitze von 30 Grad oder mehr stark oder sehr stark beeinträchtigt.

Psychologische und soziale Faktoren spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Als Hauptgründe für eine unzureichende Erholung nannten 59 Prozent der Betroffenen die Unfähigkeit, gedanklich von der Arbeit abzuschalten. Spannungen innerhalb der Familie oder mit Freunden wurden von 24 Prozent als Belastungsfaktor angeführt.

Bei der Betrachtung der Altersgruppen zeigen sich deutliche Diskrepanzen: Während in der Gruppe der 30- bis 44-Jährigen 19 Prozent angaben, schlecht erholt aus dem Urlaub zurückzukehren, lag dieser Anteil bei den über 60-Jährigen lediglich bei 5 Prozent.

Die Rolle von Arbeitslast und Erholungsfaktoren

Zusätzliche Daten einer Befragung der Pronova BKK aus dem April 2024 verdeutlichen den Einfluss der Arbeitsorganisation auf die Regenerationsphasen. Damals erklärten 43 Prozent der Berufstätigen, nur schlecht bis mittelmäßig erholt aus dem Urlaub zurückzukehren.

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Sechs von zehn Befragten berichteten von einer starken Mehrbelastung unmittelbar vor Urlaubsantritt, die im Durchschnitt acht zusätzliche Arbeitsstunden umfasste. Nach der Rückkehr fielen erneut knapp acht Überstunden an.

Besonders ausgeprägt war dieses Phänomen bei der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen, die jeweils 20 zusätzliche Stunden vor und nach der Abwesenheit leisteten. Zudem fiel es vielen Beschäftigten schwer, sich mental vom Arbeitsplatz zu lösen: 62 Prozent der Befragten waren bereits ein bis zwei Tage vor Urlaubsende gedanklich wieder bei ihren beruflichen Aufgaben, bei Führungskräften stieg dieser Wert auf 75 Prozent.

Als förderlich für die Erholung wurden im DAK-Report verschiedene Faktoren identifiziert. Ein Ortswechsel (75 bis 76 Prozent), Zeit mit der Familie (73 Prozent) sowie Zeit für sich selbst (69 Prozent) stehen hierbei im Vordergrund. Auch der Wegfall der Arbeitsbelastung (63 Prozent) und Naturerlebnisse (86 Prozent) wurden als essenziell bewertet.

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Gesundheitliche Trends und rechtliche Rahmenbedingungen

Die Relevanz effektiver Erholung wird durch aktuelle Krankheitsstatistiken unterstrichen. Auswertungen der KKH für das Jahr 2024 zeigen einen Rekordhoch bei stressbedingten Fehltagen: Diese stiegen auf 112 Tage je 100 Beschäftigte, verglichen mit 105 Tagen im Vorjahr und 74 Tagen im Vor-Corona-Jahr 2019. Belastungsreaktionen stellen demnach die häufigste psychische Diagnose dar.

Flankiert wird diese Entwicklung durch eine Stärkung der Arbeitnehmerrechte durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Ein Urteil stellt klar, dass Arbeitnehmer, die während ihres Urlaubs erkranken, diese Tage nachholen dürfen. Da der primäre Zweck des Urlaubs – die Erholung – im Krankheitsfall nicht erfüllt werden kann, zählen diese Zeiten nicht als verbrauchter Urlaub.

Wissenschaftliche Untersuchungen der Universität Klagenfurt in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigen zudem, dass informelles Arbeiten von zu Hause aus die Neigung zu Präsentismus verstärkt.

Während formale Homeoffice-Vereinbarungen mit weniger Präsentismus-Tagen korrelieren, führt zusätzliche, informelle Arbeit zu einer höheren Anzahl an Tagen, an denen Beschäftigte trotz Krankheit arbeiten, was die langfristige Regeneration weiter gefährden kann.

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de | wissenschaft | 70114249 |