Urlaub: Arzneimittel in Dänemark bis 11x teurer als in Deutschland
07.06.2026 - 00:00:14 | boerse-global.de
Denn in vielen Urlaubsländern sind Arzneimittel deutlich teurer.
Eine aktuelle Analyse des Portals mycare.de zeigt: Die Preise unterscheiden sich massiv. Besonders krass fällt der Unterschied bei Desinfektionsmitteln in Dänemark aus – sie kosten dort bis zum Elffachen des deutschen Preises. Zwar gibt es in einzelnen Ländern auch Sparpotenziale, doch die Tendenz zu höheren Kosten überwiegt. Experten raten daher: Apotheke bereits vor Reiseantritt vollständig auffüllen.
Strenge Regeln für Betäubungsmittel und Cannabis
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Patienten, die auf Betäubungsmittel oder medizinisches Cannabis angewiesen sind, müssen bürokratische Hürden meistern. Die Mitnahme erfordert eine ärztliche Bescheinigung, die vom Gesundheitsamt beglaubigt werden muss. Kostenpunkt: 10 Euro pro Dokument. Die Bescheinigung gilt maximal 30 Tage.
Wichtig: Innerhalb des Schengen-Raums können standardisierte Formulare des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) genutzt werden. Für Reisen in Nicht-Schengen-Länder müssen Urlauber die nationalen Bestimmungen des Ziellands vorab prüfen. In Hurghada (Ägypten) wird etwa ein englischsprachiges Attest mit Dosierung und Verschreibungsgrund empfohlen. Eine deutsche Bescheinigung bietet dort keinen Schutz vor lokaler Strafverfolgung.
Neue Regeln im Flugverkehr
Auch Fluggesellschaften und Flughäfen haben ihre Bestimmungen angepasst. Die Swiss führte im Mai 2026 neue Tarife ein: In der Basisklasse sind nur noch kleine persönliche Gegenstände kostenfrei, Kabinenkoffer kosten extra. Der Flughafen Zürich investierte dagegen 34 Millionen Franken in moderne CT-Scanner. Sie erlauben Flüssigkeiten bis zu zwei Litern und elektronische Geräte im Handgepäck.
Zoll-Änderung ab Juli
Wer Waren aus Nicht-EU-Ländern einführt, muss sich auf eine systemische Änderung einstellen. Ab dem 1. Juli 2026 führt die EU eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Warenkategorie für Kleinsendungen unter 150 Euro ein. Die bisherige Zollfreigrenze entfällt damit. Die Regelung gilt als Übergangslösung bis Sommer 2028 und soll Billigimporte eindämmen.
Lieferengpässe: Industrie unter Druck
Die Medikamentenversorgung bleibt angespannt. Der Verband Pharma Deutschland berichtete Anfang Juni von massiv steigenden Kosten für Roh-, Hilfs- und Verpackungsmaterialien. Grund sind die Konflikte in der Ukraine und im Mittleren Osten. Flächendeckende Produktionsausfälle gibt es in Deutschland noch nicht, aber Lieferverzögerungen bei versorgungskritischen Wirkstoffen nehmen zu.
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Verschärfend kommt der Mangel an technischen Gasen hinzu. Auf dem europäischen Markt fehlen bis zu 40 Prozent des benötigten Heliums. Auch bei Ammoniak, Phosphat und Schwefel drohen Engpässe. Branchenvertreter wie Jörg Wieczorek warnen: Die steigenden Produktionskosten können wegen bestehender Rabattverträge und Preismoratorien kaum an das Gesundheitssystem weitergegeben werden. Der wirtschaftliche Druck auf die Hersteller wächst.
Reisewarnung für den Oman
Neben gesundheitlichen Aspekten beeinflusst die geopolitische Lage die Reiseplanung. Das Auswärtige Amt gab Anfang Juni eine Reisewarnung für den Oman heraus. Grund: eine volatile Sicherheitslage nach militärischen Auseinandersetzungen in der Region. Trotz einer Waffenruhe seit April 2026 bleibt das Risiko für Terroranschläge und Einschränkungen im Flugverkehr bestehen. Reisende sollten zudem die strenge lokale Gesetzgebung beachten – außerehelicher Geschlechtsverkehr steht dort unter Strafe.
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