Urheberrechtsklage: 35 Musikverlage verklagen Anthropic auf 1 Milliarde
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sony Music Publishing und Warner Chappell Music haben gemeinsam mit weiteren Musikverlagen eine weitreichende Urheberrechtsklage gegen das KI-Unternehmen Anthropic eingereicht. Die am 28. August 2026 beim Northern District of California eingereichte Beschwerde wirft dem Entwickler vor, geschützte Werke in massivem Umfang für das Training seiner Claude-Modelle missbraucht zu haben. Insgesamt sind 35 Musikverlage an dem Verfahren beteiligt.
Die Kläger werfen Anthropic vor, urheberrechtlich geschütztes Material durch illegale Methoden wie Torrenting, Scraping und massenhafte Downloads bezogen zu haben.
Erstmals richtet sich eine solche Klage dabei nicht nur gegen das Unternehmen als Ganzes, sondern nimmt auch CEO Dario Amodei sowie Mitgründer Benjamin Mann persönlich in die Pflicht. Die Verlage bezeichnen das Vorgehen in der Klageschrift als den bisher größten und dreistesten Diebstahl geistigen Eigentums in der Geschichte.
Massive Schadensersatzforderungen im Raum
Im Zentrum der Vorwürfe stehen zehntausende Musiktitel. Unter den betroffenen Werken befinden sich weltbekannte Klassiker und Hits wie „Ain't No Mountain High Enough“, „All I Want for Christmas is You“, „Eye of the Tiger“, „September“ sowie „Uptown Funk“. Die Kläger fordern eine Entschädigung von bis zu 150.000 US-Dollar pro verletztem Werk.
Zusätzlich werden 25.000 US-Dollar pro Verstoß gegen die Informationen zum Urheberrechtsmanagement (CMI) geltend gemacht. Aufgrund der hohen Anzahl der betroffenen Titel könnte die potenzielle Gesamtschadenssumme die Marke von 1 Milliarde US-Dollar überschreiten.
Während große KI-Modelle rechtlich unter Druck geraten, müssen auch kleinere Betriebe neue gesetzliche Anforderungen im digitalen Raum genau im Blick behalten. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. KI-Gesetze und Cyberrisiken: Kostenlosen Report sichern
Anthropic wies die Anschuldigungen zurück und kündigte an, sich entschlossen gegen die Klage zu verteidigen. Für das Unternehmen ist dies nicht die erste rechtliche Auseinandersetzung dieser Art.
Bereits im September 2025 zahlte Anthropic im Rahmen eines Vergleichs im Fall Bartz gegen Anthropic eine Summe von 1,5 Milliarden US-Dollar, nachdem Vorwürfe wegen der Piraterie von Büchern laut geworden waren. Die Musikverlage bezeichneten solche Zahlungen im aktuellen Kontext als bloße Kosten des Geschäftsmodells.
Finanzielle Tragweite und weitere Verfahren
Trotz der rechtlichen Hürden verzeichnet Anthropic weiterhin ein starkes finanzielles Wachstum. Ende Juli 2026 belief sich der Jahresumsatz auf rund 65 Milliarden US-Dollar. Zudem hatte das Unternehmen im Juni 2026 einen vertraulichen Entwurf für einen Börsengang (IPO) eingereicht, bei dem eine Bewertung von bis zu 2 Billionen US-Dollar angestrebt wird.
Wer sich mit der zunehmenden Professionalisierung im digitalen Sektor befasst, sollte auch die Sicherheit der eigenen Unternehmensdaten nicht vernachlässigen. Erfahren Sie im gratis E-Book, wie Sie Sicherheitslücken schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen erfüllen. Gratis-E-Book: IT-Sicherheit im Unternehmen stärken
Die neue Klage reiht sich in eine Serie juristischer Konflikte zwischen der Musikindustrie und KI-Entwicklern ein. Neben dem aktuellen Verfahren laufen bereits Klagen von UMG, Concord und ABKCO aus dem Januar 2026, bei denen es um Forderungen von über 3 Milliarden US-Dollar geht.
Auch BMG und Round Hill führen derzeit rechtliche Auseinandersetzungen gegen Anthropic wegen ähnlicher Vorwürfe. Die Kläger betonen, dass das Training von KI-Modellen nicht auf Kosten der Urheberrechte von Künstlern und Verlagen geschehen dürfe.
