Upskirting in München: Polizei warnt vor Teleskopstäben
07.06.2026 - 15:24:58 | boerse-global.de
Ein langjähriger Verkäufer des Straßenmagazins Biss hat einen Mann gestellt, der Frauen heimlich unter die Röcke gefilmt haben soll.
Festnahme an der Rolltreppe
Der Zeuge Dirk Schuchardt verkauft seit zwei Jahrzehnten am Fuß der Rolltreppen am Stachus Zeitungen. Er beobachtete den Verdächtigen bei der Tat und übergab ihn der Polizei. Für den Verkäufer gehören solche Beobachtungen zum Arbeitsalltag. Bereits 2009 habe ein von ihm gestellter Täter zugegeben, mit den Aufnahmen gezielt Geld zu verdienen.
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Schuchardt schritt in der Vergangenheit mehrfach ein. Vor über zehn Jahren stellte er den damaligen Bürgermeister von Scheyern, der wegen einer Ordnungswidrigkeit verurteilt wurde.
Technische Hilfsmittel im Einsatz
Laut Polizei nutzen Täter für das sogenannte Upskirting häufig Teleskopstäbe für Smartphones. Damit fertigen sie unbemerkt Aufnahmen in Menschenmengen oder auf Rolltreppen an. Polizei-Oberkommissar Tobias Schenk wies auf ein hohes Dunkelfeld hin. Eine signifikante Zunahme der Anzeigen gebe es statistisch vor allem während des Oktoberfests. Im restlichen Jahr blieben die Taten oft unentdeckt.
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Rechtliche Einordnung
Das heimliche Filmen unter den Rock oder in den Ausschnitt ist in Deutschland seit einigen Jahren strafbar. Dennoch zeigen Vorfälle wie am Stachus die weite Verbreitung dieser Verletzung des Intimbereichs.
Parallel dazu wurde im Frühjahr 2026 am Amtsgericht Freiburg ein Fall verhandelt. Ein Studienberater hatte über Jahre hinweg hunderte Frauen heimlich gefilmt. Die sichergestellten tausenden Videodateien verdeutlichen die Dimension digitaler Übergriffe. In München bleibt die Polizeipräsenz an Brennpunkten wie dem Stachus ein wesentlicher Faktor – doch die Aufmerksamkeit von Passanten spielt eine zentrale Rolle bei der Überführung der Täter.
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