Upskirting, Videos

Upskirting: 32.000 illegale Videos auf Meta-Plattformen entdeckt

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 03:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Polizei erklärt Upskirting zur Straftat und nennt Hilfen. Recherchen fanden rund 32.000 mutmaßlich illegale Videos auf Meta-Plattformen.

Upskirting auf dem Oktoberfest: Polizei warnt vor illegalen Aufnahmen
Ein belebter Festplatz in der Dämmerung mit unscharfen Lichtern und einem leeren Weg im Vordergrund. Illustration mit AI erstellt.

Die Polizei hat über das konsequente Vorgehen gegen heimliche Bild- und Videoaufnahmen unter die Kleidung informiert. Das sogenannte Upskirting wird rechtlich nicht als Kavaliersdelikt gewertet, sondern ist eine Straftat. Anlass für die behördlichen Hinweise sind wiederkehrende Vorfälle bei Großveranstaltungen wie Volksfesten, bei denen Täter unbemerkt Mobiltelefone einsetzen, um intime Bereiche von Frauen ohne deren Zustimmung zu filmen.

Rechtlich ist dieser Eingriff in den Intimbereich klar geregelt. Wie die Behörden darlegen, ist das unbefugte Herstellen sowie das Übertragen von Bildaufnahmen der Genitalien, des Gesäßes, der Scham oder der weiblichen Brust unter der Kleidung seit 2021 nach Paragraf 184k des Strafgesetzbuches strafbar.

Der Gesetzgeber sieht dafür Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren vor. Neben der eigentlichen Aufnahme steht auch die Weitergabe oder das öffentliche Zugänglichmachen solchen Materials unter Strafe.

Handlungsempfehlungen und Hilfsangebote vor Ort

Für den Ernstfall rät die Polizei sowohl Betroffenen als auch Zeugen zu raschem Handeln. Beobachtete Taten sollten umgehend über den Notruf 110 gemeldet werden. Zeugen und Opfer werden gebeten, sich markante Tätermerkmale wie Kleidung, Größe, Auffälligkeiten oder Fluchtrichtungen genau einzuprägen, um den Einsatzkräften eine gezielte Fahndung zu ermöglichen.

Zusätzlich verweisen die Behörden auf etablierte Unterstützungsstrukturen. Neben dem bundesweiten Hilfetelefon unter der Rufnummer 116 016 steht auf dem Münchner Oktoberfest eine direkte Anlaufstelle bereit: der Safe Space Sichere Wiesn in der Matthias-Pschorr-Straße 4 bietet Betroffenen von Übergriffen unmittelbare Betreuung und Schutz.

Tausende Videos im Netz entdeckt

Die Dringlichkeit der polizeilichen Aufklärung belegen jüngste mediale Enthüllungen. Einer Recherche der Süddeutschen Zeitung und des Doktoranden Benjamin Shultz von der Hochschule Neu-Ulm zufolge existieren allein auf Plattformen des Meta-Konzerns rund 32.000 mutmaßlich illegale Upskirting-Videos, die auf dem Münchner Oktoberfest am Traditionsfahrgeschäft Teufelsrad aufgenommen wurden.

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Tausende weitere Aufnahmen seien demnach auf YouTube und TikTok im Umlauf. Einige der Kanäle, die diese Aufnahmen verbreiten, verzeichnen mehr als 100.000 Follower.

Wiesn-Chef Scharpf reagierte mit deutlichen Worten auf diese Praxis und bezeichnete das Filmen unter den Rock als Sauerei. Auf dem Festgelände untersagen Schilder das Filmen an entsprechenden Attraktionen. Zudem werden vor Ort Radlerhosen kostenlos ausgegeben, um Frauen präventiv zu schützen.

Forderungen nach schärferen Kontrollen

Auf politischer Ebene sorgt die Verbreitung der Aufnahmen ebenfalls für Reaktionen. Die Stadtratsfraktion der Linken in München richtete Forderungen in einem Antrag an Oberbürgermeister Krause von den Grünen.

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Rund 32.000 mutmaßlich illegale Upskirting-Videos vom Oktoberfest sind laut Recherchen allein auf Meta-Plattformen im Umlauf, Tausende weitere auf YouTube und TikTok. Wer sich schützen und Betroffene unterstützen will, findet im kostenlosen Leitfaden die wichtigsten Handlungs- und Hilfeschritte. Leitfaden zu Upskirting jetzt sichern

Verlangt werden gezielte polizeiliche Ermittlungen am Teufelsrad, eine spezialisierte Anlaufstelle für Geschädigte sowie sichtbare Hinweisschilder mit Verweis auf die Strafbarkeit nach Paragraf 184k des Strafgesetzbuches.

Darüber hinaus fordert die Fraktion offizielle Gespräche der Stadt mit Meta, TikTok und YouTube, um das Hochladen solcher Inhalte zu unterbinden. Ein entsprechender Bericht soll dem Stadtratsausschuss nach der Wiesn 2027 vorgelegt werden.

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