Unterwasser-Drohnen, Deutschland

Unterwasser-Drohnen: Deutschland testet KI-Greyshark vor Eckernförde

Veröffentlicht: 05.07.2026 um 06:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Autonome Unterwasserfahrzeuge wie die Greyshark sollen Sabotage an Pipelines und Kabeln in der Ostsee verhindern.

KI-Drohne Greyshark: Neue Ära für Schutz von Unterwasser-Kabeln
Fortschrittliche KI-gesteuerte Unterwasser-Drohne Greyshark überwacht Tiefseekabel und Pipelines in klarem, tiefblauen Wasser. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Vor der Küste Eckernfördes absolvierte der KI-gesteuerte Drohne „Greyshark" in den vergangenen Tagen erfolgreiche Testläufe zur Überwachung sensibler Meeresinfrastruktur.

Der Einsatz markiert einen Wendepunkt in der maritimen Sicherheitsstrategie: Immer mehr europäische Länder setzen auf autonome Unterwasserfahrzeuge (AUVs), um Sabotage und technische Schäden an kritischen Netzwerken frühzeitig zu erkennen.

Schutz für Unterwasser-Kabel und Pipelines

Die „Greyshark" wurde speziell dafür entwickelt, Häfen zu sichern und die Integrität von Unterwasserleitungen zu überwachen. Während der Tests vor der schleswig-holsteinischen Küste navigierte das System mithilfe künstlicher Intelligenz eigenständig durch das Wasser und identifizierte potenzielle Gefahren oder Schäden an der Infrastruktur.

Hintergrund der verstärkten Bemühungen: Die Verwundbarkeit maritimer Netzwerke in der Ostsee hat in den letzten Jahren erheblich zugenomen. Experten warnen seit Langem vor gezielten Angriffen auf die Datenautobahnen unter Wasser.

Rostocker Forscher arbeiten an verbesserten Schutzmechanismen

Erst am 3. Juli 2026 gaben Wissenschaftler in Rostock bekannt, dass sie an neuen Schutzmechanismen für Unterwasserkabel arbeiten. Das Projekt läuft in enger Zusammenarbeit mit militärischen Behörden – ein Novum in diesem Bereich.

Die Herausforderung ist gewaltig: Herkömmliche Kommunikations- und Überwachungstechnologien stoßen in der maritimen Umgebung schnell an ihre Grenzen. Das Ziel der Forscher: KI so tief in maritime Sicherheitsprotokolle zu integrieren, dass sie in Echtzeit Alarm schlagen kann – bei verdächtigen Bewegungen oder strukturellen Anomalien.

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Norwegen setzt auf Tiefsee-Roboter und Schlangen-Drohnen

Die deutschen Initiativen sind Teil eines größeren Trends in Nordeuropa. Norwegen hat am 4. Juli 2026 bestätigt, dass der HUGIN Superior AUV zu einer Tiefseekartierung im Europäischen Nordmeer ausgelaufen ist. Die Mission, die bereits im Juni begann, nutzt hochmoderne Sensoren – darunter synthetische Apertur-Sonare, Mehrstrahl-Echolote und Lasersysteme – um verborgene Strukturen in Tiefen von bis zu 6.000 Metern zu kartieren.

Noch futuristischer klingt ein anderes norwegisches Projekt: „Eelume", ein sechs Meter langer, schlangenförmiger Roboter, der dauerhaft am Meeresboden stationiert werden kann. Ursprünglich von der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) für Pipeline-Inspektionen entwickelt, wird der modulare Roboter nun für Verteidigungszwecke adaptiert. Seine besondere Stärke: Er kann bis zu sechs Monate auf dem Meeresboden verbleiben und eine permanente Überwachungspräsenz bieten – etwas, das herkömmliche Schiffe nicht leisten können.

Großbritannien und Australien rüsten auf

Auch international gewinnt die autonome Unterwasserabwehr an Fahrt. Die britische Royal Navy hat einen Auftrag über umgerechnet rund 8 Millionen Euro an das Unternehmen MSubs vergeben – für Seeerprobungen des XV Excalibur. Mit zwölf Metern Länge und 21 Tonnen Gewicht ist es das größte unbemannte U-Boot des Vereinigten Königreichs. Die Reichweite: rund 1.600 Kilometer bei einer Einsatzdauer von fünf Tagen. Die Tests in Plymouth sollen bis 2028 laufen und Teil einer Strategie zur Schaffung einer „Hybrid Navy" aus bemannten und unbemannten Plattformen sein.

Australien wiederum hat den „Ghost Shark" – ein extra großes autonomes Unterwasserfahrzeug (XLAUV) – zur nationalen Exportpriorität erklärt. Die Einstufung ist Teil der Defence Industry Development Strategy 2026 und zielt darauf ab, die Produktion autonomer Unterwassersysteme durch höhere Zuschüsse und beschleunigte Beschaffungsprozesse massiv auszuweiten.

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Neue Technologie spürt Munition am Meeresboden auf

Neben der Überwachung gibt es Fortschritte bei der Gefahrenerkennung. Eine im April 2026 in Frontiers in Marine Science veröffentlichte Studie der University of Miami zeigt, wie KI und multispektrale Sensoren aus der Luft Munitionsreste in flachen Gewässern aufspüren können.

Tests in den Florida Keys belegten: Das System ortete Ziele in weniger als zehn Metern Tiefe mit hoher Präzision – selbst wenn die Objekte von Bewuchs überdeckt waren. Die Technologie nutzt die von der NASA entwickelte „Fluid Lensing"-Methode und hyperspektrale Bildgebung. Für die Räumung von Altlasten und die Sicherung küstennaher Gewässer könnte dies ein Durchbruch sein.

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