Unterhaltsvorschuss: Prien senkt Altersgrenze auf 16 Jahre
Veröffentlicht am: 13.07.2026 um 15:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Altersgrenze soll von 18 auf 16 Jahre sinken, gleichzeitig drohen säumigen Zahlern härtere Sanktionen. Innerhalb der Koalition und bei Sozialverbänden regt sich heftiger Widerstand.
Das ist geplant
Der Kern der Reform: Kinder über 15 Jahren sollen künftig keinen Unterhaltsvorschuss mehr erhalten. Bislang zahlt der Staat bis zum 18. Geburtstag – vorausgesetzt, der unterhaltspflichtige Elternteil kommt seiner Zahlungspflicht nicht nach.
Hintergrund ist die explosionsartige Kostenentwicklung. Seit der letzten Reform 2017 haben sich die Ausgaben vervierfacht. 2025 flossen rund 3,3 Milliarden Euro an etwa 855.000 Kinder. Die monatlichen Sätze liegen aktuell zwischen 227 Euro (0–5 Jahre) und 394 Euro (12–17 Jahre). Das Kindergeld wird voll angerechnet.
Prien beruft sich auf die Sparvorgaben des Bundeshaushalts. Die Frage ist nur: Wer trägt die Last?
Härtere Gangart gegen säumige Zahler
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Die Rückholquote der ausgezahlten Gelder ist ein Desaster. Gerade einmal 18 Prozent der Unterhaltspflichtigen zahlen zurück. Der Staat bleibt auf dem Großteil der Kosten sitzen.
Prien will das ändern – mit drastischen Mitteln. Im Gespräch ist unter anderem der Führerscheinentzug für zahlungsunwillige, aber leistungsfähige Eltern. Die Stadt Leipzig unterstützt solche Maßnahmen. Die SPD hingegen zweifelt an der Wirksamkeit und Verhältnismäßigkeit.
Politischer Gegenwind
Die Pläne haben eine heftige Debatte ausgelöst. SPD-Kinderbeauftragter Truels Reichardt warnt: „Eine Kürzung trifft vor allem Familien, die sich bereits in einer prekären finanziellen Lage befinden.“ Auch Manuela Schwesig und Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann stellen sich gegen den Entwurf.
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Das Deutsche Kinderhilfswerk und der Verband alleinerziehender Mütter und Väter sehen eine dramatische Verschärfung der Kinderarmut. Die Streichung der Leistungen für 16- bis 18-Jährige reihe sich ein in eine Kette von Sparmaßnahmen, die bereits den Kinderzuschlag trafen.
Die Bundesregierung stellt zwar parallel 9,25 Milliarden Euro für Kitas bereit. Doch der eigentliche Zankapfel bleibt der Unterhaltsvorschuss. Die Koalition steht vor einer Zerreißprobe.
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