Untergewicht, Täglicher

Untergewicht ab 80: Täglicher Fleischverzehr war mit 44 Prozent höherer Chance verbunden

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine chinesische Beobachtungsstudie verknüpft Fleischkonsum bei Untergewichtigen mit höheren Chancen auf ein Alter von 100 Jahren.
Ein hölzerner Esstisch mit einer ausgewogenen Mahlzeit aus frischem Gemüse und proteinreichen Lebensmitteln in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Eine Auswertung der chinesischen Längsschnittstudie CLHLS unter Leitung von Professor Xiaoming Shi vom chinesischen Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention (China CDC) sowie Forschern der Fudan-Universität und der Shanghai-Jiao-Tong-Universität liefert neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen Ernährung und extremer Langlebigkeit.

Die Untersuchung von 5.203 mindestens 80-jährigen Personen zeigt, dass hochbetagte Menschen, die Fleisch verzehren, häufiger das 100. Lebensjahr erreichen als jene mit rein pflanzlicher Kost. Bis zum Jahr 2018 erreichten 1.459 der beobachteten Teilnehmer das 100. Lebensjahr, während 3.744 Personen zuvor starben.

Deutliche Unterschiede zwischen Kostformen

Die im American Journal of Clinical Nutrition publizierten Ergebnisse weisen darauf hin, dass das bereinigte Chancenverhältnis für das Erreichen des 100. Geburtstags bei Personen mit fleischloser Ernährung um 19 Prozent niedriger lag als bei Allesessern. Bei einer rein pflanzlichen Ernährungsweise fiel die Wahrscheinlichkeit um 29 Prozent geringer aus.

Teilnehmer, die sich zwar fleischlos ernährten, aber regelmäßig Fisch, Milchprodukte oder Eier zu sich nahmen, wiesen hingegen ähnliche Aussichten auf wie Fleischesser; hier zeigte sich kein statistisch belastbarer Unterschied. Sowohl der tägliche Verzehr von Gemüse als auch der von Fleisch ging im Datensatz mit höheren Chancen auf das Erreichen des 100. Lebensjahres einher.

Einfluss von Geschlecht und Körpergewicht

Bei der Aufschlüsselung der Daten traten deutliche Unterschiede nach Geschlecht und Körperbau zutage. Der beobachtete Vorteil von Fleischkonsum zeigte sich primär bei Frauen. Für sie lag das Chancenverhältnis bei fleischloser Kost bei 0,71 gegenüber Fleischesserinnen. Bei Männern konnte dagegen kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Ernährungsform und dem Erreichen des 100. Lebensjahres festgestellt werden.

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Zudem spielte das Körpergewicht eine entscheidende Rolle. Bei Teilnehmern mit einem Body-Mass-Index von unter 18,5 – also bei bestehendem Untergewicht – war täglicher Fleischkonsum mit einer um 44 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, 100 Jahre alt zu werden, verglichen mit vegetarischer Kost.

Bei normalem oder übermäßigem Körpergewicht wurde dieser Zusammenhang nicht beobachtet. Während das Chancenverhältnis von Vegetariern gegenüber Fleischessern bei Untergewicht 0,72 betrug, lag es bei Normal- oder Übergewicht bei 0,92, wobei dieser rechnerische Unterschied zwischen den Gewichtsklassen nicht als statistisch gesichert gilt.

Methodische Grenzen und ernährungsphysiologische Relevanz

Die Autoren und Fachberichte betonen, dass es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt. Ein ursächlicher Nachweis lässt sich daraus nicht ableiten, da lediglich statistische Korrelationen erfasst wurden. Zudem beruhen die Daten auf Selbstauskünften der Teilnehmer, bei denen keine exakten Verzehrmengen erhoben wurden.

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Fachleute leiten aus den Beobachtungen vor allem die Bedeutung ab, Mangelernährung und Gewichtsverlust im hohen Alter aktiv zu vermeiden. Tierische Proteine und Fette könnten bei Senioren helfen, den altersbedingten Substanzverlust abzufedern. Die Thematik gewinnt angesichts des demografischen Wandels an Relevanz: Schätzungen zufolge könnte die weltweite Zahl der über 80-Jährigen bis zum Jahr 2050 nahezu eine halbe Milliarde Menschen erreichen.

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