Unsichtbare Last: 29 Prozent der Frauen leiden unter Stress-Beschwerden
17.06.2026 - 00:39:23 | boerse-global.de
Eine aktuelle Studie zeigt: Während 87 Prozent der Männer die Aufgabenverteilung in der Partnerschaft als fair empfinden, sehen das nur zwei Drittel der Frauen so.
Die ungleiche Verteilung der Mental Load führt oft dazu, dass Frauen im Hamsterrad aus To-dos und Verpflichtungen feststecken. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie versteckte Zeitdiebe entlarven und wieder mehr Raum für sich selbst gewinnen. 5 Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit jetzt kostenlos herunterladen
Wer macht was? Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Das Institut für Familienforschung (ÖIF) hat gemeinsam mit BIPA die Verteilung der häuslichen Verantwortung unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Frauen tragen in mehr als der Hälfte der Fälle die Hauptverantwortung für die Gesundheitsversorgung der Familie. Bei Männern sind es gerade einmal 20 Prozent.
Ähnlich sieht es bei Sauberkeit und Ordnung aus: 42 Prozent der Frauen kümmern sich hauptsächlich darum, aber nur 16 Prozent der Männer. Besonders krass ist der Unterschied bei den emotionalen Bedürfnissen der Kinder. Hier sehen sich 53 Prozent der Mütter in der Hauptrolle – bei den Vätern sind es lediglich 11 Prozent.
Ein Bereich, in dem Männer häufiger das Sagen haben: die Finanzen. 51 Prozent der Männer behalten den Überblick, aber nur 38 Prozent der Frauen.
Wenn die Dauerbelastung krank macht
Die ständige mentale Beanspruchung bleibt nicht ohne Folgen. Ein Fünftel der befragten Frauen fühlt sich stark belastet. Besonders alarmierend: 29 Prozent der Frauen leiden mehrmals pro Woche unter stressbedingten körperlichen Beschwerden.
Die ungleiche Verteilung belastet auch die Beziehungen. Jedes dritte Paar berichtet von Konflikten, die direkt auf die Alltagsverantwortung zurückgehen. In der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen betrifft das sogar mehr als die Hälfte der Paare.
Hinzu kommt die fehlende Wertschätzung. 45 Prozent der Befragten fühlen sich für ihre „unsichtbare Arbeit“ nicht ausreichend anerkannt. Kein Wunder also, dass die Unzufriedenheit wächst.
Wenn die Belastung durch Haushalt und Organisation zu groß wird, hilft oft nur ein radikaler Befreiungsschlag beim äußeren Ballast. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie durch Minimalismus nicht nur Platz schaffen, sondern auch Ihre mentale Energie zurückgewinnen. Kostenlosen Minimalismus-Ratgeber für weniger Stress anfordern
Arbeitswelt: Immer mehr Druck bei immer weniger Personal
Parallel zur privaten Belastung steigt auch der Druck im Job. Der DGB-Index „Gute Arbeit 2025“ zeigt: 43 Prozent der Beschäftigten arbeiten regelmäßig mehr als acht Stunden am Tag.
Elke Ahlers vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) schlägt Alarm. Sie warnt vor Bestrebungen, die tägliche Höchstarbeitszeit weiter aufzuweichen. Das würde die ohnehin knappen Erholungsphasen zusätzlich gefährden.
Der Personalmangel verschärft die Situation zusätzlich. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten berichtet von spürbaren Arbeitskräfteengpässen in ihrem Umfeld. Gleichzeitig altert die Belegschaft: Fast ein Viertel der Erwerbstätigen in Deutschland ist zwischen 55 und 64 Jahre alt.
Die Lösung liegt in der Gestaltung der Arbeit
Die gute Nachricht: Bessere Arbeitsbedingungen könnten den Fachkräftemangel abfedern. Fast die Hälfte der Beschäftigten, die bereits den Ruhestand planen, würde später aussteigen – wenn sie mehr Einfluss auf ihre Arbeitsbedingungen hätten.
Die Forschung ist sich einig: Nur wer sowohl die private als auch die berufliche Belastung reduziert, sichert die langfristige Arbeitsfähigkeit und psychische Gesundheit der Bevölkerung. Die unsichtbare Last muss sichtbar werden – und verteilt.
