UniversalTimberSlab, Holz-Beton-Decke

UniversalTimberSlab: Holz-Beton-Decke spart zwei Drittel Stahlbeton

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Verbund hielt im Belastungstest 20 Tonnen Zusatzlast aus und benötigt rund zwei Drittel weniger Stahlbeton als eine Vergleichsdecke.

UniversalTimberSlab: Holz-Beton-Decke spart Stahlbeton und Bauhöhe
Rohbau einer Holz-Beton-Verbunddecke in einem modernen Gebäude bei Tageslicht Illustration mit AI erstellt.

Im modernen Geschossbau stellen Deckenkonstruktionen einen wesentlichen Hebel für Ressourceneffizienz und Emissionsminderungen dar. Nach Angaben der Universität Stuttgart verursachen herkömmliche Geschossdecken aus Stahl und Beton rund 40 % der grauen Gebäudeemissionen.

Vor diesem Hintergrund gewinnen Verbundsysteme an Bedeutung, die Holz und Beton kombinieren, um den Materialeinsatz zu optimieren. Mit der Entwicklung des Systems UniversalTimberSlab untersuchen Forschende der Universität einen Holz-Beton-Verbund, der den Bedarf an emissionsintensivem Stahlbeton signifikant reduziert und zugleich bauliche Vorteile bei der Gebäudehöhe bietet.

Belastungstest und statische Eigenschaften in Remscheid

Die Tragfähigkeit und das bauphysikalische Verhalten der Verbundkonstruktion wurden in Remscheid im Rahmen eines Belastungstests untersucht. Die Erprobung erfolgte an einem Deckenfeld mit den Abmessungen von 9 × 5 m und einer freien Spannweite von 8 × 4 m bei einer Bauteildicke von 36 cm. Im Testverlauf hielt das Element zusätzlich zu seinem Eigengewicht einer Last von 20 t stand.

Dabei wies die Konstruktion eine ausgeprägte Formstabilität auf: Die gemessene Durchbiegung lag bei höchstens 12 mm, während die Eigenfrequenz einen Wert von über 8 Hz erreichte.

Das System UniversalTimberSlab zeichnet sich dabei durch eine deutliche Materialreduktion aus. Es benötigt rund zwei Drittel weniger Stahlbeton als eine vergleichbare konventionelle Stahlbetondecke. Bei identischer Dicke wie eine Ausführung aus Stahlbeton beläuft sich der Bedarf des Deckensystems auf lediglich ein Drittel der üblichen Stahlbetonmenge.

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Geschossdecken aus Stahl und Beton verursachen laut Universität Stuttgart rund 40 % der grauen Gebäudeemissionen. Ein Holz-Beton-Verbund hielt im Belastungstest 20 t Zusatzlast bei höchstens 12 mm Durchbiegung — und benötigt rund zwei Drittel weniger Stahlbeton als eine vergleichbare konventionelle Decke. Wie Sie das für Ihr nächstes Projekt einordnen, zeigt unser Praxisleitfaden. Kostenlosen Praxisleitfaden zu Holz-Beton-Verbunddecken anfordern

Reduzierte Konstruktionshöhe und schlankere Gebäudehüllen

Neben der reinen Materialeinsparung beeinflusst das Verbundsystem auch die vertikale Dimensionierung von Gebäuden. Im Vergleich zu einer regulären Holzdecke fällt die Deckenhöhe um bis zu 70 cm geringer aus. Nach Angaben der Universität Stuttgart werden durch den Einsatz des Systems 30–70 cm Konstruktionshöhe je Geschoss eingespart.

Diese geringere Aufbauhöhe wirkt sich unmittelbar auf das gesamte Gebäudevolumen aus. Weil Bauwerke bei gleichbleibender lichter Raumhöhe insgesamt niedriger ausgeführt werden können, sinkt rechnerisch auch die benötigte Fassadenfläche um bis zu 20 %. Diese Flächenverkleinerung reduziert nicht nur den Aufwand an der Gebäudehülle, sondern dämpft den gesamten Ressourcenbedarf des Baukörpers über die eigentliche Tragstruktur hinaus.

Geplanter Praxiseinsatz im Pilotprojekt in Oberkochen

Nach den Untersuchungen auf dem Prüfstand ist der Übergang der Technologie in die bauliche Praxis vorbereitet. Als erste Anwendung des Systems ist ein Pilotgebäude in Oberkochen geplant.

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Bei gleicher Bauteildicke wie Stahlbeton kommt ein Holz-Beton-Verbund mit einem Drittel der üblichen Stahlbetonmenge aus. Gegenüber einer regulären Holzdecke sinkt die Deckenhöhe um bis zu 70 cm pro Geschoss — bei gleichbleibender lichter Raumhöhe. Unsere Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch die Prüfpunkte für ein Pilotprojekt. Checkliste für Pilotprojekte jetzt abrufen

Dort soll die Verbunddecke im dreigeschossigen Zukunftsforum verbaut werden, für das eine Fläche von rund 1.400 m² vorgesehen ist. Das Vorhaben dient dazu, die im Versuch ermittelten Materialeinsparungen und statischen Eigenschaften unter realen Baustellenbedingungen zu demonstrieren.

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