Unitree, Roboter

Unitree bringt humanoide Roboter für unter 5.000 Euro

02.05.2026 - 08:42:05 | boerse-global.de

Unitree Robotics senkt mit der R1-Serie die Preise für Industrieroboter drastisch und ermöglicht so kleinen Firmen den Einstieg in die Automatisierung.

Unitree bringt humanoide Roboter für unter 5.000 Euro - Foto: über boerse-global.de
Unitree bringt humanoide Roboter für unter 5.000 Euro - Foto: über boerse-global.de

Mit der neuen R1-Serie senkt das Unternehmen die Einstiegshürde für die Automatisierung drastisch – und das zu aggressiven Preisen.

Das günstigste Modell der am 30. April 2026 vorgestellten Baureihe startet bei umgerechnet rund 4.000 Euro. Damit wird humanoide Robotik erstmals für kleine und mittelständische Unternehmen erschwinglich. Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem chinesische Firmen bereits knapp 90 Prozent aller weltweit ausgelieferten humanoiden Roboter stellen.

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Vier Varianten für unterschiedliche Einsätze

Die R1-Serie ist modular aufgebaut und in vier Konfigurationen erhältlich. Die Modelle R1-A5 und R1-A7 unterscheiden sich in Bewegungsfreiheit und Armlänge. Hinzu kommen die „D"-Varianten, die auf mobilen Plattformen montiert sind.

Der R1-A5 wiegt als Leichtbauversion nur 11 Kilogramm und verfügt über 15 Freiheitsgrade. Der R1-A7 kommt auf 19 Freiheitsgrade bei 13 Kilogramm Gewicht. Beide stationären Modelle heben pro Arm bis zu zwei Kilogramm und arbeiten mit einer Genauigkeit von 0,1 Millimetern.

Die mobilen Versionen wiegen zwischen 30 und 32 Kilogramm. Ihr integrierter Akku ermöglicht rund 1,5 Stunden Dauerbetrieb. Die Rechenleistung sitzt im Kopfmodul: Serienmäßig liefert es 10 TOPS AI-Leistung, optional sind NVIDIA Jetson Orin-Module mit bis zu 100 TOPS erhältlich.

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Explosives Wachstum bei Unitree

Die neue Serie knüpft an ein Rekordjahr an. 2025 erzielte Unitree einen Umsatz von umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro – ein Plus von 335 Prozent. Der Nettogewinn schnellte um 674 Prozent auf knapp 770 Millionen Euro hoch.

Laut Branchenanalysten von Omdia ist Unitree inzwischen der zweitgrößte Hersteller humanoider Roboter weltweit. 2025 lieferte das Unternehmen 4.200 Einheiten aus. Für 2026 peilt die Firma 20.000 Stück an und bereitet einen Börsengang im Wert von über 570 Millionen Euro vor.

Praxistest am Flughafen Tokio

Während die R1-Serie auf die Industrie zielt, sammelt Unitree mit seinen G1-Robotern Erfahrungen im Dienstleistungssektor. Ab Mai 2026 startet Japan Airlines einen zweijährigen Pilotversuch am Flughafen Haneda. Die 1,30 Meter großen und 35 Kilogramm schweren Roboter sollen Gepäck transportieren und Kabinen reinigen.

Der Test ist eine direkte Reaktion auf Japans Arbeitskräftemangel. Prognosen zufolge könnte die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter bis 2060 um 31 Prozent schrumpfen. Haneda wickelt jährlich über 60 Millionen Passagiere ab – die Nachfrage nach automatisierten Bodenabläufen ist enorm.

Wettlauf um die Produktion

Die Expansion chinesischer Hersteller bleibt nicht unbeantwortet. Am 30. April 2026 eröffnete das OpenAI-geförderte Unternehmen 1X Technologies eine Fabrik in Kalifornien. Die 5.400 Quadratmeter große Anlage soll im ersten Jahr 10.000 Einheiten des NEO-Roboters produzieren. Bis Ende 2027 ist eine Steigerung auf 100.000 Stück pro Jahr geplant.

Der NEO kostet Frühkunden umgerechnet rund 18.600 Euro oder ist im Abomodell für 465 Euro monatlich erhältlich. 1X fertigt eigene Motoren, Akkus und Hände mit 22 Freiheitsgraden.

Parallel dazu meldete Figure AI einen Produktionsdurchbruch: Das Unternehmen steigerte seine Fertigungsrate auf einen humanoiden Roboter pro Stunde – eine 24-fache Steigerung binnen 120 Tagen. Über 350 Einheiten wurden bereits ausgeliefert, das Jahresziel liegt bei 12.000 Stück.

Meta steigt ein

Die Branche wird zudem durch Großübernahmen umgestaltet. Am 2. Mai 2026 gab Meta die Übernahme von Assured Robot Intelligence (ARI) bekannt. Das Startup, gegründet von ehemaligen Nvidia-Ingenieuren und Wissenschaftlern, entwickelt Steuerungsmodelle für den gesamten Körper und Tastsensorik. Das Team soll künftig in Metas Superintelligence Labs arbeiten.

Beobachter werten den Schritt als Hinweis, dass Meta eine standardisierte Intelligenzschicht für humanoide Robotik entwickeln will – quasi ein Betriebssystem für die Branche.

Regulierung holt auf

Die schnelle Verbreitung autonomer Systeme bleibt nicht ohne Folgen. In Kalifornien hat die Straßenverkehrsbehörde neue Regeln erlassen, die ab Juli 2026 Polizei und Behörden ermächtigen, Verstöße gegen Auflagen zu ahnden. Hersteller müssen künftig innerhalb von 30 Sekunden auf Notrufe reagieren und Geofencing-Anweisungen binnen zwei Minuten umsetzen.

Hintergrund sind Vorfälle in San Francisco und Austin, bei denen Waymo-Fahrzeuge Einsätze von Rettungskräften behinderten – darunter ein Amoklauf in Austin am 1. März 2026.

Ausblick: Roboter für den Mittelstand

Die Einführung von Unitrees R1-Serie markiert einen Wendepunkt. Erstmals wird eine vollwertige, zweiamige Roboterplattform für unter 5.000 Euro angeboten. Das eröffnet kleinen und mittleren Unternehmen Zugang zur Automatisierung, der bisher an den Kosten scheiterte.

Der Bedarf ist enorm: Allein im verarbeitenden Gewerbe werden bis 2033 voraussichtlich 1,9 Millionen Stellen unbesetzt bleiben. Die Kombination aus fallenden Preisen, steigenden Stückzahlen und leistungsfähigerer Software lässt humanoide Roboter aus den Forschungslaboren in den aktiven Industriealltag wechseln. Der Fokus für den Rest des Jahres 2026 liegt auf der Skalierung der Produktion und der erfolgreichen Integration KI-gesteuerter Systeme in realen Umgebungen.

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