Unikie in Ingolstadt: Fahrzeuge erstmals automatisiert auf Waggons verladen
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 07:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Technologieunternehmen Unikie hat am Audi-Standort in Ingolstadt erstmals das automatisierte Be- und Entladen von Fahrzeugen auf Eisenbahnwaggons vorgeführt. Die Demonstration markiert laut Unternehmensangaben eine Weltpremiere in der Logistikkette der Automobilindustrie und zeigt das Potenzial fahrerloser Systeme für den großflächigen Transport fertiger Fahrzeuge auf der Schiene.
Effizienzsteigerung in der Automobillogistik
Die automatisierte Verladung ist für den Volkswagen-Konzern von erheblicher Bedeutung, da rund 70 % der fertigen Fahrzeuge im Verlauf der Distribution per Bahn transportiert werden. Der aktuelle Versuch in Ingolstadt konzentrierte sich auf das präzise Auf- und Abfahren der Fahrzeuge auf die speziellen Transportwaggons der Eisenbahn.
Dieser Testlauf schließt an frühere Entwicklungen an. Bereits im Jahr 2025 wurden automatisierte Fahrzeugbewegungen im Logistikterminal von Volkswagen in Emden erprobt.
Mit der nun erfolgten Demonstration in Ingolstadt wurde die Technologie auf den komplexeren Prozess der Waggonbeladung ausgeweitet. Ziel ist es, die Effizienz an den Schnittstellen zwischen Produktion und Fernlogistik zu erhöhen und menschliche Fahrer bei repetitiven Manövern zu entlasten.
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Digitale Infrastruktur und Vernetzung
Für die technische Umsetzung der Demonstration war eine leistungsfähige digitale Infrastruktur erforderlich. Die Deutsche Telekom stellte hierfür die notwendigen Systeme bereit, um die Fahrzeuge mit den zentralen Steuerungseinheiten zu verbinden. Zum Einsatz kam ein 5G-Mobilfunknetz sowie eine Edge-Cloud-Infrastruktur, die eine Datenverarbeitung in Echtzeit ermöglichte.
Die Fahrzeuge selbst wurden mit speziellen SIM-Karten ausgestattet, um eine lückenlose Kommunikation während des gesamten Verladevorgangs zu gewährleisten. Diese Konnektivität ist die Voraussetzung dafür, dass die Steuerungssysteme die Position der Fahrzeuge zentimetergenau erfassen und die autonomen Fahrbefehle für das Befahren der Rampen und Waggons sicher übermitteln können.
Das Forschungsprojekt AutoLog
Die gezeigten Fortschritte sind Teil des Projekts AutoLog, das sich der Untersuchung des fahrerlosen Betriebs in der Logistik widmet. Das Vorhaben wird durch das Programm IHATEC II gefördert. Neben Unikie und der Deutschen Telekom gehören auch die Volkswagen Konzernlogistik sowie das BIBA (Bremer Institut für Produktion und Logistik) zum Konsortium der Projektbeteiligten.
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Trotz der erfolgreichen Demonstration am Standort Ingolstadt steht ein Termin für den regulären Routinebetrieb noch nicht fest. Ein konkreter Zeitplan für den flächendeckenden Einsatz oder den Übergang in die Serienproduktion wurde von den beteiligten Unternehmen bislang nicht kommuniziert.
Die aktuellen Ergebnisse dienen zunächst dazu, die Zuverlässigkeit der autonomen Systeme unter realen Industriebedingungen weiter zu validieren. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Partner aus Industrie, Telekommunikation und Forschung soll sicherstellen, dass die technischen Anforderungen für eine künftige Automatisierung der Bahnbeladung erfüllt werden.
