UN R185 und GTR26: Neue Task Force soll Regeln für automatisiertes Fahren harmonisieren
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 05:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Unter dem Dach der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) ist eine neue internationale Arbeitsgruppe für automatisierte Fahrzeugtechnologien eingerichtet worden.
Wie der chinesische Elektrofahrzeughersteller XPENG in einem Bericht vom 9. Oktober 2026 bekannt gab, fungiert das Unternehmen als OICA-Sekretär der neu gegründeten Task Force on Exchange of Scenario-Relevant Information (TF-ESRI).
Die Initiative ist organisatorisch unter der Arbeitsgruppe für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge (GRVA) innerhalb des Weltforums zur Harmonisierung von Fahrzeugvorschriften (WP.29) angesiedelt und wird gemeinsam von Frankreich und China geleitet.
Breite Beteiligung von Regulierern und Industrie
Die Task Force führt Behörden und Industrieakteure auf globaler Ebene zusammen. Neben Regulierungs- und Typgenehmigungsbehörden gehören technische Experten sowie Vertreter der Automobilwirtschaft zu den Teilnehmern des Gremiums.
Innerhalb der TF-ESRI übernimmt XPENG die Sekretariatsfunktion im Namen der Internationalen Organisation der Kraftfahrzeughersteller (OICA). In dieser Funktion arbeitet das Unternehmen eng mit dem Sekretär der internationalen Standardisierungsorganisation SAE zusammen.
Unterstützt wird die Beteiligung zudem durch den chinesischen Automobilherstellerverband China Association of Automobile Manufacturers (CAAM). Die geteilte Leitung durch Frankreich und China spiegelt die zwischenstaatliche Zusammenarbeit bei der Entwicklung einheitlicher Vorgaben wider.
Die neue UNECE-Task Force TF-ESRI bündelt erstmals reale Straßen-, Verkehrs- und Unfalldaten aus den teilnehmenden Märkten — und zielt damit direkt auf die Implementierungsphase von UN R185 und GTR26. Wer seine Typgenehmigung nicht erst dann prüft, wenn die harmonisierten Vorgaben greifen, verschafft sich einen Vorsprung bei der Zulassung automatisierter Fahrsysteme. Kostenlosen Praxisleitfaden zu UN R185 und GTR26 anfordern
Austausch realer Verkehrs- und Unfalldaten
Im Mittelpunkt der Arbeit der TF-ESRI steht der systematische Austausch von Erfahrungen aus dem realen Straßenbetrieb. Das Mandat der Task Force sieht vor, empirische Erkenntnisse über reale Straßenumgebungen, lokales Verkehrsverhalten und die tatsächliche Sicherheitsleistung automatisierter Fahrsysteme zusammenzutragen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Auswertung von Unfalluntersuchungen. Durch den grenzüberschreitenden Datenaustausch sollen typische Verkehrsszenarien und kritische Situationen präziser erfasst werden, um standardisierte Entscheidungsgrundlagen für die Bewertung automatisierter Systeme zu schaffen.
Relevanz für die Umsetzung von UN R185 und GTR26
Die Ergebnisse und Erkenntnisse der neuen Task Force sind unmittelbar für bestehende UN-Regularien von Bedeutung. Konkret zielt die Arbeit der TF-ESRI auf die Implementierungsphase der UN-Regelung UN R185 sowie der globalen technischen Regelung GTR26 ab.
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Beide Regelwerke definieren Rahmenbedingungen für Zulassung, Prüfung und Sicherheitsanforderungen automatisierter Fahrsysteme. Mit dem strukturierten Abgleich realer Felddaten soll die Anwendung dieser Vorschriften in den teilnehmenden Märkten unterstützt und harmonisiert werden.

