Ukraine warnt: ClickFix-Angriffe mit 8 Schadsoftware-Familien
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ukrainische Behörden schlagen Alarm: Eine gezielte Cyberattacke überschwemmt das Land mit Schadsoftware.
Das Computer Emergency Response Team der Ukraine (CERT-UA) hat eine offizielle Warnung vor einer anhaltenden Cyberkampagne herausgegeben. Die Angreifer nutzen eine perfide Masche: Gefälschte CAPTCHA-Abfragen auf kompromittierten Webseiten locken Nutzer in die Falle.
Die „ClickFix"-Falle: So funktioniert der Angriff
Die Täter setzen auf eine Social-Engineering-Methode namens „ClickFix". Auf manipulierten Internetseiten erscheinen gefälschte Sicherheitsabfragen. Anders als bei echten CAPTCHAs geht es hier nicht um den Schutz vor Bots. Die Nutzer werden aufgefordert, PowerShell-Befehle auszuführen – angeblich zur Identitätsprüfung oder Fehlerbehebung.
Wer den Anweisungen folgt, lädt unwissentlich schädliche Skripte herunter und führt sie aus. Als zusätzliches Einfallstor dient die Schadsoftware SMARTAXE, die die gefälschten CAPTCHA-Seiten ausliefert.
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Ein ganzes Arsenal an Schadsoftware
Ist das System erst einmal kompromittiert, installiert die Angreifergruppe UAC-0145 eine breite Palette spezialisierter Schadprogramme. Die Sicherheitsforscher haben mehrere Schadsoftware-Familien identifiziert:
- GHETTOVIBE, SCOUTCURL und FLUIDLEECH
- LOADLOOP, KALAMBUR und SUMBUR
- TAMBUR und FREAKYPOLL
Der Angriff beschränkt sich nicht auf Desktop-Systeme. Auch Android-Geräte sind betroffen – hier setzen die Hacker auf die Schadsoftware COWARDDUCK. Die Werkzeuge dienen unterschiedlichen Zwecken: vom Diebstahl sensibler Daten bis zur dauerhaften Übernahme der kontrollierten Systeme.
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Staatlich gesteuerte Angreifer im Visier
Die Aktivitäten dieser Kampagne haben im Frühjahr und Frühsommer 2026 stark zugenommen. Besonders im Juni und Juli verzeichneten die Behörden erhebliche Spitzen. Die Gruppe UAC-0145 wird mit dem berüchtigten Kollektiv Sandworm (auch als APT44 bekannt) in Verbindung gebracht. Dieser Akteur gilt als hochentwickelte Bedrohung und wird für mehrere spektakuläre Angriffe in Osteuropa verantwortlich gemacht.
Die Warnung von CERT-UA unterstreicht die anhaltende Bedrohungslage. Die Behörde überwacht weiterhin kompromittierte Domains und rät Unternehmen dringend, die PowerShell-Aktivitäten sowie ungewöhnlichen ausgehenden Netzwerkverkehr genau zu überwachen. Die Kampagne läuft parallel zu anderen Bedrohungen in der Region – etwa den Angriffen der Gruppe Fancy Bear, die mit gestohlenen Zugangsdaten und gefälschten Login-Oberflächen gezielt Logistik- und Infrastrukturunternehmen attackiert.
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