Nierenschaden, Exzess-Training

Übertraining: 18-Jähriger mit Nierenschaden nach Exzess-Training

28.06.2026 - 13:34:34 | boerse-global.de

Übermäßiges Training und psychischer Druck belasten zunehmend junge Menschen und Profisportler. Mediziner und Psychologen schlagen Alarm.

Körperkult und Leistungsdruck: Schattenseiten der Fitnesswelle
Nierenschaden - Nahaufnahme eines muskulösen Arms, der einen Shaker mit Proteinpulver hält, im verschwommenen Hintergrund ein Fitnessstudio. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Immer mehr junge Menschen und Profisportler zahlen einen hohen Preis für ihren Körperkult – mit gesundheitlichen und psychischen Schäden.

18-Jähriger landet nach Exzess-Training im Krankenhaus

Ein Fall aus dem Freizeitsport macht die Gefahren deutlich. Ein 18-Jähriger trainierte zehn Monate lang täglich drei Stunden Krafttraining im Fitnessstudio, kombiniert mit einer zehn Kilometer langen Laufeinheit. Dazu schluckte er regelmäßig Proteinpulver und Kreatin.

Die Folge: Magenschmerzen und eine eingeschränkte Nierenfunktion. Mediziner warnen vor den Langzeitfolgen von übermäßigem Kreatinkonsum. Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Probleme drohen. Besonders tückisch: Die Selbstoptimierung trifft oft Lebensphasen voller Umbrüche – wie nach dem Schulabschluss.

Uruguay-Stars rebellieren gegen Bielsa

Auch im Profisport brodelt es. Bei der uruguayischen Nationalmannschaft während der WM 2026 kam es zum Eklat. Stars wie Federico Valverde, Rodrigo Bentancur und Manuel Ugarte kritisierten Trainer Marcelo Bielsa öffentlich. Seine Trainingsmethoden seien zu hart, seine Taktik zu riskant.

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Nach einem Unentschieden gegen Saudi-Arabien und einem Remis gegen Kap Verde wuchs der Druck vor dem Spanien-Spiel. Bielsa wies die Vorwürfe zurück. Doch die Debatte über Belastungsgrenzen im Spitzenfußball ist neu entfacht. Auch Tennis-Ikone Venus Williams spürt den Druck: Am Samstag kassierte sie in Bad Homburg ihre achte Niederlage in Folge – will aber weitermachen.

Jeder fünfte junge Erwachsene fühlt sich einsam

Der Leistungsdruck hinterlässt Spuren in der Psyche. Das Bundesamt für Gesundheit registriert einen Anstieg psychischer Auffälligkeiten bei Jugendlichen. Bei den 18- bis 24-Jährigen hat sich die Zahl neuer IV-Renten wegen psychischer Erkrankungen 2024 auf rund 2.000 Fälle verdoppelt.

Und die Perspektiven trüben sich ein: Das Angebot an Berufseinstiegsstellen schrumpfte 2025 um ein Drittel. Laut Humaninstitut Vienna fühlt sich jeder fünfte junge Erwachsene stark einsam. Schuld sind die Erosion sozialer Strukturen und der Einfluss digitaler Medien. Auch Lehrer sind am Limit: Eine Bosch-Stiftung-Umfrage unter 1.500 Lehrkräften zeigt: Für 46 Prozent ist das Schülerverhalten das größte Problem – ein deutlicher Anstieg.

Atemtechniken statt Höchstleistung

Was tun gegen den Druck? Psychologe Timo Nolle empfiehlt bei Prüfungsangst gezielte Atemtechniken und Rituale. „Aufregung ist grundsätzlich leistungsfördernd“, sagt er – solange sie kontrolliert bleibt.

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Technologie soll bei der Regeneration helfen: Frequenzpads versprechen durch spezifische Schwingungen eine bessere Sauerstoffsättigung und schnellere Erholung. Die DLRG mahnt derweil zur Vorsicht beim Schwimmen. Die Schwimmfähigkeit von Grundschulkindern hat zwischen 2017 und 2022 abgenommen. Die Folge: hunderte Badetote in den letzten zwei Jahren.

Während Extremsportler wie Jakob Schubert mit spektakulären Klettervideos Millionen begeistern, bleibt die medizinische Empfehlung für die breite Masse bescheiden: Tägliche Bewegung ja – aber ohne Überlastung. Ein 98-jähriger Brite zeigt, wie es geht: täglich Pilates und Liegestütze.

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