Krebs, DKFZ

Übergewicht und Krebs: DKFZ warnt vor 11,5 Prozent Anteil

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 11:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Dänische Forscher belegen: Tabakkonsum fördert die Bildung von gefährlichem viszeralem Fett, unabhängig vom Körpergewicht.

Rauchen begünstigt Bauchfett: Dänische Studie belegt Risiko
Medizinische Illustration eines menschlichen Torsos im Querschnitt, der innere Organe umgeben von viszeralem Fett zeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zu diesem Ergebnis kommt eine dänische Langzeitstudie.

Die im März 2024 im Fachmagazin Addiction veröffentlichte Untersuchung der Universität Kopenhagen wertete Daten von über einer Million Rauchern aus. Die Forscher um Germán D. Carrasquilla stellten fest: Tabakkonsum verändert die Fettverteilung so, dass vermehrt viszerales Fett entsteht – das Fettgewebe in der Bauchhöhle um die inneren Organe herum.

Dieser Effekt tritt unabhängig von sozioökonomischem Status, Alkoholkonsum oder ADHS auf. Viszerales Fett gilt als besonders gefährlich: Es erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Schlaganfälle und Demenz. Ein Internist bezeichnete die Entdeckung als bisher unterschätzte Nebenwirkung des Rauchens. Zwar könne ein Rauchstopp zunächst zu Gewichtszunahme führen, langfristig reduziere er jedoch das gefährliche Bauchfett.

Fettleber bei jungen Rauchern: Risiko steigt drastisch

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2026 liefert zusätzliche Belege. Forscher des Seoul St. Mary's Hospital und des Ewha Womans University Seoul Hospital untersuchten den Zusammenhang zwischen Rauchen und Fettleber bei 20- bis 39-Jährigen.

Die im Journal of Gastroenterology and Hepatology veröffentlichte Analyse basiert auf Daten von rund 3,5 Millionen Personen aus den Jahren 2004 bis 2022. Ergebnis: Das Risiko für eine Fettleber ist bei Rauchern um das bis zu 1,5-fache erhöht. Bei Männern mit mehr als 20 Zigaretten täglich stieg das Risiko um 41 Prozent. Bei Frauen mit einer Rauchdauer von 10 bis 19 Jahren lag es sogar 55 Prozent höher. Auch hier war der Zusammenhang unabhängig von BMI und Alkoholkonsum.

Proteom-Analysen zeigen zudem: Rauchen beschleunigt das biologische Altern. Die NSHD-Studie mit Teilnehmern des Jahrgangs 1946 belegt, dass das biologische Organalter um bis zu zehn Jahre variieren kann. Eine beschleunigte Alterung erhöht wiederum die Wahrscheinlichkeit für Herzinsuffizienz oder Alzheimer.

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Übergewicht und Krebs: Bislang unterschätzte Gefahr

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) veröffentlichte am 16. Juli 2026 eine Studie, die den Einfluss von Übergewicht auf Krebs neu bewertet. Die Analyse von über 450.000 Teilnehmern der UK Biobank deutet darauf hin: Bis zu 11,5 Prozent aller Krebserkrankungen könnten auf Übergewicht zurückzuführen sein – ein deutlicher Anstieg gegenüber früheren Schätzungen von zwei bis acht Prozent.

Die DKFZ-Forscher betonen: Herkömmliche Messmethoden wie der BMI sind oft unzureichend. Der Taillenumfang und das Taille-Hüft-Verhältnis seien aussagekräftigere Indikatoren, da sie die Fettverteilung besser abbilden. Besonders betroffen sind laut Studie Frauen und Personen unter 60 Jahren.

Neue Medikamente und Alternativen

Trotz der bekannten Risiken zeigt der Sanitas Health Forecast 2026: Die Gefahren von Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Demenz und Diabetes werden in der Bevölkerung oft unterschätzt. Viele Menschen fühlen sich trotz risikobehafteten Lebensstils wenig gefährdet.

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Die EU-Kommission hat am 17. Juli 2026 das Medikament Wegovy (Semaglutid) in Tablettenform zugelassen. Während die Injektionsform Gewichtsreduktionen von bis zu 19 Prozent in 72 Wochen ermöglichte, erzielte die orale Variante in Studien eine Reduktion von etwa 14 Prozent über 64 Wochen. Die Markteinführung wird für Mitte August 2026 erwartet.

Parallel belegen Studien im BMJ Nutrition Erfolge nicht-medikamentöser Ansätze. Eine Low-Insulin-Diät bei Typ-2-Diabetes-Patienten senkte den HbA1c-Wert innerhalb von sechs Monaten um 17 Prozent – bei einer Gewichtsabnahme von durchschnittlich 5,2 Kilogramm. Forschungsdaten aus dem Juli 2026 deuten zudem darauf hin, dass bestimmte Diabetes-Medikamente wie SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Agonisten das Alzheimer-Risiko um 33 bis 43 Prozent senken könnten.

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