Krebsfälle, Aktuelle

Übergewicht: Über zehn Prozent aller Krebsfälle gehen darauf zurück

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt: Übergewicht ist ein deutlich größerer Krebsrisikofaktor als bislang angenommen. Auch biologische Alterung und vegane Ernährung stehen im Fokus.

Krebsrisiko 2026: Neue Studien zu Ernährung, Gewicht und Alterung
Frisches Gemüse und Vollkornprodukte auf einem Holztisch als Symbol für eine gesundheitsbewusste Ernährung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Wissenschaft zeichnet ein differenzierteres Bild vom Zusammenhang zwischen Lebensstil und Krebsrisiko. Neue Studien aus dem Jahr 2026 liefern überraschende Erkenntnisse – sowohl zu pflanzenbasierter Ernährung als auch zu Übergewicht und biologischer Alterung.

Pflanzenkost: Vorteile, aber kein Allheilmittel

Eine gepoolte Analyse von elf prospektiven Studien untersuchte den Einfluss vegetarischer Ernährung auf die Krebsinzidenz. Die im Juli 2026 veröffentlichten Ergebnisse zeigen: Pflanzenbasierte Kost senkt zwar in vielen Bereichen das Risiko. Bei spezifischen Krebsarten gibt es jedoch Hinweise auf ungünstige Effekte.

Die NutriNAIL-Studie aus Fulda lieferte parallel Daten zur Nährstoffversorgung. Forscher analysierten Fingernägel von 184 Probanden. Ergebnis: Omnivoren hatten höhere Selenwerte als Veganer. Die Einnahme von Supplementen war mit 18,7 Prozent höheren Selenwerten verbunden. Brüchige Nägel korrelierten besonders mit niedrigen Kaliumwerten.

Übergewicht: Deutlich gefährlicher als gedacht

Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) veröffentlichten 2026 in Cancer Communications alarmierende Zahlen. Eine Analyse von über 458.000 Teilnehmern der UK-Biobank legt nahe: Mehr als zehn Prozent aller Krebserkrankungen könnten direkt auf Übergewicht zurückgehen.

Der Wert liegt fast doppelt so hoch wie frühere Schätzungen zwischen zwei und acht Prozent. Die Langzeitbeobachtung über zwölf Jahre erfasste über 50.000 Neuerkrankungen. Experten des DKFZ weisen zudem auf einen besorgniserregenden Anstieg der Darmkrebsinzidenz bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 39 Jahren in Deutschland hin.

Biologische Alterung: Warum Jüngere häufiger erkranken

Anzeige

Übergewicht ist ein unterschätzter Risikofaktor – die neue DKFZ-Studie zeigt: Über 10% aller Krebserkrankungen gehen darauf zurück. Mit unserem kostenlosen Guide erfahren Sie, wie Sie mit 5 einfachen Lebensmitteln Ihr Gewicht und Ihr Risiko senken. Jetzt kostenlosen Guide anfordern

Die wachsende Diskrepanz zwischen biologischem und chronologischem Alter scheint ein Treiber zu sein. Eine Studie der Washington University wertete im Juli 2026 Daten von über 150.000 Teilnehmern aus. Besonders Personen der Geburtsjahrgänge 1990 bis 1999 zeigen eine beschleunigte biologische Alterung.

Die Folge: ein deutlich erhöhtes Risiko für früh auftretende Krebserkrankungen. Angehörige der 1990er-Jahrgänge haben ein mindestens viermal höheres Risiko für frühen Darmkrebs als in den 1960er-Jahren Geborene. Als mögliche Treiber identifizierten die Forscher Adipositas und hohe tägliche Bildschirmzeit.

Rechtliche Weichenstellungen und neue Kennzeichnung

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) stellte im Juli 2026 fest: Vegane Ernährung fällt unter den Schutz der Gewissensfreiheit. Hintergrund war die Klage zweier Personen in der Schweiz gegen eine Haftanstalt und eine psychiatrische Klinik, die keine vegane Verpflegung bereitstellten. Die Kläger erhielten Schadenersatz und Kostenerstattung zugesprochen.

Bereits Anfang 2026 verschärfte der Nutri-Score seine Kriterien. Zucker und Salz werden nun stärker negativ gewichtet, Ballaststoffe und Eiweiß positiver. Besonders Getränke sind betroffen: Süßstoffe führen zu Abzügen, Milchmischgetränke werden als Getränke statt als Lebensmittel eingestuft – mit oft schlechterer Bewertung.

Anzeige

Die Darmkrebsrate bei jungen Erwachsenen steigt alarmierend – Forscher sehen einen Zusammenhang mit beschleunigter biologischer Alterung durch Übergewicht und zu viel Bildschirmzeit. Unser Schritt-für-Schritt-Plan hilft Ihnen, beides zu reduzieren. Bildschirmzeit-Plan jetzt sichern

Makuladegeneration: Überraschender Zusammenhang

Eine koreanische Beobachtungsstudie zeigt einen Zusammenhang zwischen Augenerkrankungen und Krebsrisiko. Patienten mit feuchter Makuladegeneration (nAMD) weisen laut einer zehnjährigen Untersuchung ein leicht erhöhtes Gesamtkrebsrisiko auf. Besonders deutlich stiegen die Raten für Schilddrüsen-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Forscher vermuten gemeinsame Mechanismen wie Entzündungsprozesse und Gefäßneubildungen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69830279 |