Peptid, BRP

Übergewicht: Peptid BRP übertrifft GLP-1 in Labortests

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 00:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Das Peptid BRP zeigt in Studien Gewichtsverlust ohne Muskelabbau. Bis zur Marktreife könnten jedoch Jahre vergehen.

Forschung zu BRP: Neuer Hoffnungsträger gegen Übergewicht entdeckt
Ein Petri-Schale mit einer leuchtenden, komplexen molekularen Struktur, die ein neuartiges Peptid darstellt, umgeben von Laborgeräten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein aktueller Forschungsbericht vom Juli 2026 rückt das natürlich vorkommende Peptid BRP in den Fokus – möglicher Nachfolger für Ozempic und Co.

Wirkung übertrifft etablierte Hormone

Wissenschaftler untersuchten das Peptid BRP, das aus zwölf Aminosäuren besteht. In Labortests dämpfte die Substanz das Hungergefühl deutlich. BRP stimuliere bestimmte Nervenzellen im Hypothalamus stärker als das bisher etablierte Hormon GLP-1, berichten die Forscher.

Tierversuche mit Nagetieren und Schweinen zeigten einen signifikanten Gewichtsverlust – ohne Abbau von Muskelmasse. Bei Mäusen dokumentierten die Forscher einen Verlust von etwa vier Gramm innerhalb von zwei Wochen. Ein entscheidender Vorteil: Die klassischen Nebenwirkungen blieben aus.

Die Einschränkung kommt trotzdem: Klinische Studien am Menschen stehen noch aus. Eine Markteinführung erwarten Experten frühestens in fünf bis zehn Jahren.

Phase-III-Studie bestätigt Setmelanotid

Parallel belegen Daten der Phase-III-Studie TRANSCEND die Wirksamkeit des Melanocortin-4-Rezeptor-Agonisten Setmelanotid. Bei Patienten mit erworbener hypothalamischer Adipositas sank der BMI über 52 Wochen um durchschnittlich 16,5 Prozent. In der Kontrollgruppe stieg er dagegen an.

Von der Spritze zur Tablette

Neben neuen Wirkstoffen treiben Forscher auch die Darreichungsformen voran. In Australien erwarten Fachleute die Zulassung einer oralen Semaglutid-Tablette bis Ende 2026 oder spätestens Mitte 2027. Ein spezielles Trägersystem (SNAC) ermöglicht die Aufnahme über die Magenschleimhaut. Die Kosten: rund 5,80 Australische Dollar pro Tag.

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Noch einen Schritt weiter gehen Langzeit-Implantate. Unternehmen wie Novo Nordisk und Vivani Medical testen ein streichholzgroßes Implantat, das Semaglutid über mehrere Monate kontinuierlich freisetzt. Das Ziel: die Behandlungsdauer auf bis zu ein Jahr auszudehnen und wöchentliche Injektionen überflüssig zu machen.

Risiken und Nebenwirkungen

Trotz aller Fortschritte warnen Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin vor den Risiken bestehender Therapien. Bei Präparaten wie Semaglutid oder Tirzepatid werde nicht nur Fettgewebe abgebaut, sondern in erheblichem Maße auch Muskelmasse. Besonders für ältere Patienten steige dadurch das Sturzrisiko. Eine begleitende Bewegungs- und Ernährungstherapie sei unerlässlich.

Hinzu kommt: Zwischen 10 und 30 Prozent der Patienten sprechen nicht auf die gängigen GLP-1-Präparate an. Als Ursachen identifizierten Forscher genetische Variationen, Anwendungsfehler und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. 20 bis 60 Prozent der Anwender brechen die Behandlung innerhalb des ersten Jahres ab.

Fermentiertes als natürliche Alternative

Neben pharmazeutischen Lösungen gewinnen diätetische Ansätze an Bedeutung. Eine Übersichtsarbeit im Journal of Food Science (2025) untersuchte fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut oder Kimchi zur Appetitregulierung. Die Vermutung: Diese Nahrungsmittel könnten die körpereigene GLP-1-Produktion stimulieren.

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Forscher des Imperial College London und der University of Glasgow entwickelten zudem den Inulin-Propionat-Ester (IPE). Dieser Ballaststoff soll Sättigungssignale im Darm verstärken und ist bereits in die EU-Liste neuartiger Lebensmittel aufgenommen worden. Studien deuten darauf hin, dass zehn Gramm IPE täglich die Gewichtszunahme präventiv verhindern könnten.

Die wirtschaftliche Relevanz zeigt sich deutlich: Ein führender deutscher Sauerkraut-Hersteller steigerte seine Produktion 2026 um zehn Prozent. Ein signifikanter Teil des Exports floss in die USA – wo fermentierte Produkte verstärkt als natürliche Alternativen zu medikamentösen Abnehmhilfen beworben werden.

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