Wirkstoffe, Organfett

Übergewicht: Neue Wirkstoffe senken Organfett um bis zu 63%

08.06.2026 - 01:04:28 | boerse-global.de

Auf der Diabetes-Tagung ADA 2026 präsentieren Firmen wie Boehringer, Lilly und Pfizer vielversprechende Daten zu neuen Abnehm-Medikamenten.

ADA 2026: Neue Adipositas-Wirkstoffe greifen Organfett an
Wirkstoffe - Eine stilisierte Darstellung menschlicher Organe, insbesondere Leber und Bauchfett, die kleiner werden, mit wissenschaftlichen Daten-Overlays. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Wirkstoffe senken nicht nur den BMI, sondern greifen gezielt Organfett an und lindern Begleiterkrankungen.

Survodutide: Weniger Leberfett, weniger Viszeralfett

Boehringer Ingelheim und Zealand Pharma präsentierten am 7. Juni Daten zu Survodutide. Die Phase-3-Studie SYNCHRONIZE-1 belegt: Nach 76 Wochen reduzierte der Wirkstoff das Viszeralfett um bis zu 34 Prozent, das Leberfett sogar um bis zu 63,1 Prozent. Der allgemeine Gewichtsverlust lag bei maximal 16,6 Prozent.

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Besonders wichtig für die Forscher: Die Muskelmasse blieb weitgehend erhalten. Der Verlust an Magermasse war auf maximal 10,8 Prozent begrenzt.

Die Schwesterstudie SYNCHRONIZE-MASLD lieferte weitere Details: Bei 84,2 Prozent der Probanden sank das Leberfett um mindestens 30 Prozent. Bei 61 Prozent normalisierten sich die Werte sogar auf unter fünf Prozent.

Für Zealand Pharma sind das auch harte Fakten. Das Unternehmen erwartet Meilensteinzahlungen von bis zu 315 Millionen Euro sowie Lizenzgebühren im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

Retatrutid: 30 Prozent Gewichtsverlust – aber auch weniger Schmerzen

Eli Lilly legte am 6. Juni detaillierte Ergebnisse der Phase-3-Studie TRIUMPH-1 vor. Der Triple-Agonist Retatrutid erzielte eine Gewichtsreduktion von 28,3 Prozent nach 80 Wochen. Nach 104 Wochen steigerte sich der Wert auf 30,3 Prozent. Rund zwei Drittel der Teilnehmer erreichten einen BMI unter 30.

Die eigentliche Sensation: Die Effekte auf Begleiterkrankungen sind enorm. Die Schmerzen bei Kniearthrose gingen um 73,1 Prozent zurück, die Symptome der Schlafapnoe um 60,6 Prozent. Auch kardiovaskuläre Risikofaktoren verbesserten sich deutlich: Triglyceride sanken um 41 Prozent, der systolische Blutdruck um 12,3 mmHg.

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In der Diabetes-Studie TRANSCEND-T2D-1 senkte Retatrutid den Langzeitblutzucker (HbA1c) um bis zu 2,0 Prozent.

Orforglipron: Wirksam in den Wechseljahren

Am 7. Juni präsentierte Eli Lilly zudem Daten zum oralen Wirkstoff Orforglipron (Foundayo). Eine Post-hoc-Analyse der ATTAIN-Studien zeigte: Frauen in der Peri- und Postmenopause verloren unter der Behandlung über 14 Prozent Gewicht. Das bestätigt die Wirksamkeit über verschiedene hormonelle Lebensphasen hinweg.

Pfizer setzt auf monatliche Dosierung

Pfizer verfolgt mit Berobenatid einen anderen Ansatz. Der Wirkstoff aus der Phase-2b-Studie VESPER-3 ermöglicht eine monatliche Dosierung. Nach 28 Wochen lag der placebo-adjustierte Gewichtsverlust bei 12,3 Prozent. Für 2026 plant Pfizer den Start von zehn Phase-3-Studien.

Roche: Zwei Kandidaten, unterschiedliche Ansätze

Roche stellte am 5. Juni Fortschritte bei zwei Wirkstoffen vor. Enicepatid erzielte in einer Phase-2-Studie einen gewichtsangepassten Verlust von 22,5 Prozent nach 48 Wochen. Petrelintid, ein Amylin-Agonist, zeigte eine Gewichtsreduktion von neun Prozent nach 42 Wochen – bei einer Verträglichkeit auf Placebo-Niveau. Die Phase-3 startet in der zweiten Jahreshälfte 2026.

Ribupatid: Orale Einnahme, wenig Nebenwirkungen

Hengrui Pharma und Kailera Therapeutics präsentierten am 6. Juni Daten zu Ribupatid. In einer oralen Phase-2-Studie verloren Teilnehmer bei 50 mg täglich bis zu 12,1 Prozent Gewicht innerhalb von 26 Wochen. Die Forscher hoben die niedrigen Raten an gastrointestinalen Nebenwirkungen hervor.

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