Übergewicht in Deutschland: 53,4% der Erwachsenen betroffen
04.06.2026 - 18:06:23 | boerse-global.de
Experten warnen vor Gelenkschäden und sogar geringerer Lebenserwartung.
Biologische Unterschiede: Männer sind einfach steifer
Die ETH Zürich hat die physiologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern untersucht. Professor Bill Taylor zufolge liegt der Beweglichkeitsunterschied bei etwa 5 bis 15 Prozent. Schuld ist das Testosteron: Es macht Männer genetisch weniger flexibel.
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Das Problem: Männer trainieren oft gezielt Muskeln, aber selten Beweglichkeit. Dadurch werden sie noch steifer. Die Forschung zeigt: Mangelnde Flexibilität erhöht die Gelenkbelastung massiv. Langfristig drohen chronische Schmerzen. Fachleute diskutieren sogar, dass eingeschränkte Mobilität die Lebenserwartung senken kann.
Trotzdem bleiben Disziplinen wie Yoga bei Männern verpönt – obwohl sie genau die nötige Balance bringen würden.
Martin Kaymer: 3.500 mg Ibuprofen pro Tag
Die Folgen zeigen sich auch im Profisport. Ein aktueller Bericht enthüllt die gesundheitlichen Probleme von Golfprofi Martin Kaymer. Er schluckte zeitweise bis zu 3.500 Milligramm Ibuprofen täglich – weit über der empfohlenen Höchstdosis von 2.400 Milligramm.
Sein Ziel: trotz fehlendem Training und körperlicher Beschwerden an Turnieren teilnehmen. Ein gefährlicher Weg. Statt die Ursachen zu beheben, kompensiert er Defizite mit Medikamenten.
Dass Prävention wirkt, zeigt eine US-Studie der University of Maryland. Sie untersuchte GLP-1-Rezeptoragonisten bei Arthrosepatienten. Ergebnis: Eine dreijährige Behandlung senkte das Risiko für einen Kniegelenkersatz über acht Jahre um fast fünf Prozentpunkte. Die Forscher vermuten entzündungshemmende Effekte – unabhängig vom Gewichtsverlust.
Jeder zweite Deutsche ist zu dick
Die Notwendigkeit für mehr Bewegung untermauern aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes. Der Mikrozensus 2025 zeigt: 53,4 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind übergewichtig (BMI über 25). Besonders dramatisch: Bei Männern liegt die Quote bei 62,6 Prozent, bei Frauen bei 43,8 Prozent.
Das Durchschnittsgewicht stieg seit 2021 um 0,6 Kilogramm auf 78,4 Kilogramm. Eine zusätzliche Belastung für den Bewegungsapparat.
Ein neuer Risikoscore namens OBSCORE – entwickelt von der Queen Mary University London und dem BIH der Charité – zeigt zudem: Der BMI allein reicht nicht. Selbst bei leichtem Übergewicht können bis zu 45 Prozent der Betroffenen einer hohen Risikogruppe angehören. Entscheidend sind zusätzliche Parameter wie Blutdruck und Cholesterin.
Die einfache Formel für ein langes Leben
Harvard Health Publishing hat im Juni einen Ratgeber veröffentlicht. Die Kernbotschaft: Kardiorespiratorische Fitness ist der wichtigste Einzelprädiktor für die Lebenserwartung.
Die Empfehlungen der Fachleute:
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- Beweglichkeit: Zwei bis vier Minuten Dehnen pro Gelenk, Training über den vollen Bewegungsumfang
- Alltagsaktivität: Mindestens 7.000 Schritte pro Tag
- Vielseitigkeit: Kraft, Ausdauer und Balance kombinieren. Besonders Schlägersportarten wie Tennis oder Padel sind förderlich
Gleichzeitig erteilen die Experten vermeintlichen Wundermitteln eine Absage. Es gibt keine gesicherten Belege dafür, dass Supplements oder Medikamente wie Rapamycin oder Metformin das Altern verlangsamen können.
Der entscheidende Faktor bleibt: körperliche Fitness – und zwar beginnend im jungen Erwachsenenalter. Studien der Universität Leipzig zeigen, dass Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel und Rauchen bereits zwischen 20 und 39 Jahren das spätere Demenzrisiko massiv beeinflussen.
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