Forscher, Krebsrisiko

Übergewicht: Forscher verdoppeln Krebsrisiko auf 11,5 Prozent

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 13:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Semaglutid-Tablette kommt nach Deutschland, während Studien GLP-1-Medikamente mit geringerer Brustkrebs-Sterblichkeit verbinden. Neue DKFZ-Daten zeigen zudem ein doppelt so hohes Krebsrisiko durch Übergewicht.

Adipositas-Therapie im Wandel: Neue Tabletten, Krebsrisiko und OP-Roboter
Medizinisches Beratungsgespräch in einer modernen Praxis mit Fokus auf digitale Gesundheitsdaten und Therapieansätze. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Behandlung von Adipositas verändert sich grundlegend. Neben besseren OP-Verfahren drängen neue Medikamente und digitale Angebote auf den Markt. Forscher entdecken zudem einen unterschätzten Zusammenhang mit Krebs.

Neue Tabletten gegen Fettleibigkeit

Im September kommt ein neues Medikament nach Deutschland: Semaglutid als Tablette. Klinische Daten aus der OASIS-4-Studie zeigen einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 16,6 Prozent. Das Präparat ist verschreibungspflichtig und richtet sich an Patienten mit einem BMI ab 30 – oder ab 27 bei zusätzlichen Risiken. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nicht.

Aktuelle Studien wie SURMOUNT-MAINTAIN und ATTAIN-MAINTAIN untersuchen zudem, wie sich der Gewichtsverlust mit Tirzepatid und Orforglipron langfristig halten lässt. Experten betonen: Die korrekte Einnahme auf nüchternen Magen ist entscheidend für die Wirkung und verträgliche Magen-Darm-Funktion.

Krebsrisiko unterschätzt

Die Gewichtsreduktion gewinnt auch in der Onkologie an Bedeutung. Eine Studie in JAMA Network Open vom 23. Juli zeigt: GLP-1-Medikamente könnten bei Brustkrebspatientinnen die Sterblichkeit senken und das Rückfallrisiko verringern. Besonders profitieren Frauen mit Adipositas oder Typ-2-Diabetes. Eine Kausalität ist noch nicht bewiesen, doch die Daten geben Anlass für weitere Forschung.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) liefert zusätzliche Erkenntnisse: Übergewicht könnte für deutlich mehr Krebsfälle verantwortlich sein als bislang angenommen. Früher ging man von 5,5 Prozent aller Krebserkrankungen aus, die auf den BMI zurückgehen. Berücksichtigt man den Taillenumfang, steigt der Wert auf 11,5 Prozent. Forscher beobachten zudem, dass Adipositas über chronische Entzündungen das Wachstum von Leukämiezellen fördert. Erste präklinische Modelle deuten an: Eine Kombination aus GLP-1-Medikamenten und Entzündungshemmern könnte die Krankheitslast reduzieren.

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Die neue DKFZ-Studie zeigt: Übergewicht könnte für 11,5 % aller Krebsfälle verantwortlich sein – doppelt so viel wie bisher angenommen. Doch es gibt wirksame Wege, gegenzusteuern. Unser kostenloser Report erklärt, wie GLP-1-Medikamente, richtige Ernährung und moderne Therapien Ihr Risiko senken. Jetzt Report anfordern

Roboterarme im OP

Auch die Chirurgie wird präziser. Ein Hersteller hat die FORTE-Studie für das OTTAVA-Robotersystem abgeschlossen. Vier Roboterarme sind direkt in den Operationstisch integriert. Getestet wurde das System in mehreren US-Kliniken für Magenbypässe. Der Zulassungsantrag bei der FDA ist eingereicht. Ziel: Eingriffe effizienter und genauer machen.

Telemedizin und Mythen aus dem Netz

Die Digitalisierung verändert den Zugang zur Behandlung. Telemedizinische Modelle ermöglichen Beratung und Begleitung per Videosprechstunde. Besonders für Berufstätige und Menschen auf dem Land ist das ein niedrigschwelliger Zugang. Fachleute empfehlen Hybridmodelle: digitale Betreuung kombiniert mit dem Hausarzt vor Ort.

Gleichzeitig warnen Experten vor Trends aus sozialen Medien. „Natürliche“ Alternativen wie Gelatine-Wasser zur Appetitzügelung erreichen nicht die Wirksamkeit klinisch geprüfter Medikamente. Der Ersatz von Mahlzeiten birgt das Risiko einer Mangelernährung.

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GLP-1-Medikamente wie Semaglutid senken nicht nur das Gewicht – eine aktuelle JAMA-Studie deutet auf geringere Sterblichkeit bei Brustkrebs hin. Doch die Kassen zahlen nicht. Unser Report zeigt, wie Sie die Kostenfrage klären und von den neuen Therapien profitieren. Kostenlosen Report jetzt sichern

Aufklärung vor Ort

Die Chirurgische Klinik Heidelberg bietet Ende Juli Informationsveranstaltungen an. Dort erklären Expertinnen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungswege – von Medikamenten über Diäten bis zur OP.

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