Übergewicht: DKFZ verdoppelt Krebsrisiko-Schätzung auf 11,5 Prozent
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 06:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fleischkonsum ist riskanter als lange angenommen. Aktuelle Forschungsdaten von Krebsforschungszentren, Ernährungsorganisationen und Lebensmittelchemikern belegen: Sowohl die Menge als auch die Zubereitung und die globale Subventionspolitik bergen erhebliche Gesundheitsgefahren.
Übergewicht als Krebsfaktor: DKFZ-Studie verdoppelt Risikoschätzung
Eine Analyse des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) auf Basis der UK Biobank liefert alarmierende Zahlen. Die Untersuchung von über 450.000 Erwachsenen zeigt: Bis zu 11,5 Prozent aller Krebsfälle könnten auf Übergewicht zurückgehen – doppelt so viel wie die bisherige Schätzung von 5,5 Prozent.
Der Epidemiologe Hermann Brenner betont: Taillenumfang und Taille-Hüft-Verhältnis sind präzisere Indikatoren für das Krebsrisiko als der klassische BMI. Viszerales Fett, das die inneren Organe umgibt, produziert entzündungsfördernde Botenstoffe. Diese begünstigen neben Krebs auch Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders betroffen: Frauen und Menschen unter 60 Jahren.
Grillen im Sommer: So vermeiden Sie krebserregende Stoffe
Nicht nur die Menge, auch die Zubereitung entscheidet über das Risiko. Die WHO stuft verarbeitetes Fleisch seit Langem als krebserregend ein und empfiehlt maximal 300 bis 500 Gramm rotes Fleisch pro Woche.
Sternekoch Johann Lafer warnt im Juli 2026 vor feuchten, ölhaltigen Marinaden auf dem Grill. Tropft Fett oder Marinade in die Glut, entstehen durch Verbrennung krebserregende Stoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und heterozyklische aromatische Amine (HCA). Seine Alternative: Trockenmarinaden, sogenannte Rubs.
Die Universität Hohenheim untermauert dies wissenschaftlich. Eine Studie unter Leitung von Monika Gibis belegt: Selbstgemachte Marinaden mit Knoblauch, Ingwer, Thymian, Rosmarin und Cayennepfeffer reduzieren die Bildung krebserregender Verbindungen um bis zu 74 Prozent.
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Agrarsubventionen: 540 Milliarden Dollar jährlich – und die falschen Lebensmittel
Ein UN-Ernährungsbericht von 2026 kritisiert die globale Subventionspolitik scharf. Rund 540 Milliarden US-Dollar fließen jährlich in die Landwirtschaft – etwa 70 Prozent davon in Getreide, Zucker, Milch, Rindfleisch und Ölsaaten. Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte gehen leer aus.
Die Folgen sind dramatisch: 2,7 Milliarden Menschen weltweit können sich keine gesunde Ernährung leisten. Eine Umverteilung der Subventionen könnte den Konsum von Obst und Gemüse in OECD-Staaten um geschätzt zehn Prozent steigern. Die versteckten Kosten für ernährungsbedingte Krankheiten beziffert der Bericht auf jährlich 8,1 Billionen US-Dollar.
Keto-Diät: Studie zeigt zweischneidige Wirkung bei Darmkrebs
Auch populäre Diätformen stehen im Fokus der Forschung. Eine im Juli 2026 in Nature veröffentlichte MIT-Studie an Mäusen zeigt überraschende Ergebnisse: Eine extrem fettreiche, kohlenhydratarme Ernährung hemmt das Wachstum von Dickdarmtumoren – fördert aber die Entstehung von Tumoren im Dünndarm.
Die Forscher führen dies auf die Aktivierung von PPAR-Proteinen zurück, die die Stammzellteilung im Dünndarm anregen. Die Ergebnisse sind nicht direkt auf Menschen übertragbar. Dennoch raten Mediziner Personen mit erhöhtem Darmkrebsrisiko zur Vorsicht bei langfristigen fettreichen Diäten.
Grillen im Sommer: Feuchte Marinaden können krebserregende Stoffe bilden. Sternekoch Johann Lafer empfiehlt Trockenmarinaden – und die Uni Hohenheim bestätigt: Selbstgemachte Gewürzmischungen reduzieren die Belastung um bis zu 74 %. Alle Rezepte und die wichtigsten Krebsrisiko-Fakten aus der DKFZ-Studie finden Sie in unserem kostenlosen Report. Kostenlosen Report jetzt sichern
Rückrufe im Juli: Schimmelpilzgifte in Waffelprodukten
Zusätzliche Risiken entstehen durch Kontaminationen in der Produktionskette. Im Juli 2026 wurden mehrere Waffelprodukte zurückgerufen – wegen Grenzwertüberschreitungen bei Aflatoxin B1 und Ochratoxin A. Diese Schimmelpilzgifte gelten als hochgradig krebserregend und unterstreichen die Notwendigkeit strenger Qualitätskontrollen bei pflanzlichen und verarbeiteten Lebensmitteln.
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