Übergewicht: 53,4% der Deutschen übergewichtig, Adipositas explodiert
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 03:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Daten zeigen: 53,4 Prozent der Bundesbürger gelten als übergewichtig (BMI > 25). Besonders alarmierend: Die Adipositasrate bei jungen Erwachsenen ist innerhalb von 20 Jahren von 3,4 auf 11,3 Prozent explodiert. Die Stoffwechselforschung sucht deshalb nach neuen Lösungen.
Der Kalorien-Rechner ist nur eine grobe Schätzung
Die Mifflin-St.-Jeor-Formel gilt als Standard, um den täglichen Energiebedarf zu berechnen. Ein 30-jähriger Mann (75 kg, 175 cm) kommt bei moderater Aktivität auf rund 2.714 kcal pro Tag. Doch Fachleute warnen: Die Formel hat eine Ungenauigkeit von 200 bis 300 kcal. Der tatsächliche Bedarf hängt stark vom Aktivitätsfaktor ab – der liegt zwischen 1,2 und 1,9.
Bestimmte Lebensmittel können den Stoffwechsel zusätzlich ankurbeln. Capsaicin in Chili etwa aktiviert das braune Fettgewebe und steigert die Wärmeproduktion des Körpers. Ein Effekt, den Forscher genauer untersuchen.
Spät essen macht dicker – egal wie viele Kalorien
Der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme spielt eine größere Rolle als gedacht. Eine Studie in Frontiers in Nutrition mit 287 Probandinnen zeigte: „Nachtaktive“, die ein Viertel ihrer Kalorien nach 20 Uhr aufnahmen, hatten einen durchschnittlichen BMI von 31,4 – im Vergleich zu 26,1 bei frühen Essern. Trotz ähnlicher Gesamtkalorienmenge waren Bauchfett und Nüchterninsulin höher.
Die Adipositasrate bei jungen Erwachsenen ist von 3,4 auf 11,3 Prozent gestiegen. Doch es gibt neue Hoffnung: orale Semaglutid-Tabletten, das CGM-System Dexcom Flex und aktualisierte Leitlinien. Erfahren Sie in diesem Report, wie Sie diese Innovationen nutzen können. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Noch umstrittener ist der sogenannte Blutzucker-Trick. Die Idee: Erst Ballaststoffe, dann Fette und Proteine, zuletzt Kohlenhydrate. Das soll Blutzuckerspitzen verhindern. Ernährungswissenschaftler zeigen sich skeptisch – die Langzeitwirkung sei nicht belegt, der psychische Druck durch ständiges Tracking dagegen real.
Neue Medikamente und smartere Messgeräte
Für Menschen mit Adipositas gibt es neue Hoffnung. Die EU-Kommission hat orale Semaglutid-Tabletten zugelassen. In Studien verloren Patienten damit über 64 Wochen rund 17 Prozent Gewicht – die Placebogruppe nur 3 Prozent. Seit Juli 2026 ist zudem das CGM-System Dexcom Flex in Deutschland verfügbar. Es ermöglicht Typ-2-Diabetikern eine kontinuierliche Glukoseüberwachung ohne intensivierte Insulintherapie.
Neue Leitlinien zum kardiorenalen metabolischen Syndrom (Juli 2026) unterstreichen die Verbindung zwischen Stoffwechsel und systemischen Erkrankungen. Wirkstoffklassen wie SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Agonisten senken das Risiko für Folgeerkrankungen wie Alzheimer um 33 bis 43 Prozent. Ab einem gewissen Stadium empfehlen die Leitlinien jährliche Screenings von BMI, Taillenumfang und Blutfetten.
Spätes Essen macht dicker – egal wie viele Kalorien. Eine Studie zeigt: Wer ein Viertel der Kalorien nach 20 Uhr isst, hat einen BMI von 31,4 statt 26,1. Der Report erklärt, wie Essenszeitpunkt und neue Medikamente Ihnen helfen können. Report: Spätesser-Strategie jetzt sichern
Joghurt schützt vor Darmkrebs – und Demenz ist vermeidbar
Die WHO hat ihre Demenz-Leitlinien 2026 aktualisiert. Demnach gelten bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos als vermeidbar – durch Bewegung, Nikotinverzicht und die Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes. Eine Studie vom März 2026 liefert zudem überraschende Daten: Regelmäßiger Joghurt-Konsum sowie Pro- und Präbiotika senken das Darmkrebsrisiko um etwa 50 Prozent. Die Beobachtungsstudie lief fast zwei Jahrzehnte – und zeigt: Die Pflege des Mikrobioms zahlt sich langfristig aus.
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