Übergewicht: 53,4% der Deutschen über BMI 25 – Männer deutlich stärker betroffen
02.06.2026 - 18:03:18 | boerse-global.de
Die Zahlen sind alarmierend: 53,4 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland haben einen Body-Mass-Index von 25 oder höher. Das geht aus den aktuellen Daten des Mikrozensus 2025 hervor, die das Statistische Bundesamt (Destatis) heute veröffentlicht hat. Besonders betroffen sind Männer.
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Männer deutlich häufiger betroffen als Frauen
Der Geschlechterunterschied ist eklatant. 62,6 Prozent der Männer gelten als übergewichtig, bei den Frauen sind es 43,8 Prozent. Noch deutlicher wird das Bild bei der Fettleibigkeit (Adipositas), definiert als BMI von 30 oder höher: 19,9 Prozent der Männer sind stark übergewichtig – jeder fünfte Mann in Deutschland. Bei den Frauen liegt die Adipositas-Rate bei 15,8 Prozent.
Der durchschnittliche deutsche Mann wiegt demnach 86,5 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,79 Metern. Die durchschnittliche Frau bringt 69,7 Kilogramm auf die Waage bei 1,66 Metern Größe. Über die gesamte erwachsene Bevölkerung beträgt die Durchschnittsgröße unverändert 1,73 Meter.
Stetiger Anstieg des Durchschnittsgewichts
Die Langzeitdaten zeigen einen kontinuierlichen Aufwärtstrend. 78,3 Kilogramm beträgt das Durchschnittsgewicht aller Erwachsenen im Jahr 2025. Zum Vergleich: 2021 waren es noch 77,7 Kilogramm, 2017 lag der Wert bei 77 Kilogramm. Das entspricht einem Zuwachs von 1,3 Kilogramm in acht Jahren – bei gleichbleibender Körpergröße.
Das Alter spielt eine entscheidende Rolle. Die Altersgruppe zwischen 50 und 59 Jahren ist mit durchschnittlich 81,3 Kilogramm die schwerste in Deutschland. Kein Wunder also, dass Gesundheitsexperten vor den Folgen warnen.
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Regionale Unterschiede und wirtschaftliche Folgen
Die Gewichtsverteilung variiert auch zwischen den Bundesländern. In Rheinland-Pfalz sind 54 Prozent der Erwachsenen übergewichtig, in Bayern liegt der Anteil mit 51 Prozent etwas niedriger. Die genauen Gründe für diese regionalen Unterschiede sind vielschichtig – von Ernährungsgewohnheiten bis zu Bewegungsangeboten.
Die wirtschaftlichen Kosten sind immens. Der Präsident der Bundesärztekammer beziffert die jährlichen Ausgaben durch Adipositas auf über 60 Milliarden Euro. Eine enorme Belastung für das Gesundheitssystem – und ein Weckruf für die Politik.
Nachbarn gehen neue Wege
Während Deutschland noch über die Ursachen diskutiert, schreitet Frankreich voran. Dort plant die Regierung, ab dem 15. Juni 2026 die Kosten für Abnehm-Medikamente wie Wegovy und Mounjaro zu erstatten. Das Programm sieht eine Kostenübernahme von 65 Prozent vor – allerdings nur für Patienten mit einem BMI von 40 oder höher, beziehungsweise ab BMI 35 bei gleichzeitigen Vorerkrankungen.
Die Behandlung soll ausschließlich in spezialisierten Adipositas-Zentren erfolgen. Die Kosten für das französische System werden auf rund 100 Millionen Euro jährlich geschätzt. Ein Modell, das auch in Deutschland für Diskussionen sorgen dürfte.
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