Krebsfälle, Adipositas

Übergewicht: 11,5 Prozent aller Krebsfälle durch Adipositas verursacht

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 00:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studie belegt: Intervallfasten ist beim Gewichtsverlust ebenso wirksam wie Kalorienzählen, aber mental weniger belastend. Experten warnen jedoch vor erhöhtem Binge-Eating-Risiko.

Intervallfasten: Psychologisch einfacher als Kalorienzählen beim Abnehmen
Eine stilisierte Sanduhr, die Zeit und Intervallfasten symbolisiert, mit gesunden Lebensmitteln und einer Waage im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das zeigt eine Studie der University of Adelaide, die Mitte Juli im Fachblatt Clinical Nutrition erschien.

Über 200 adipöse Teilnehmer verloren in sechs Monaten durchschnittlich sieben Kilo – egal ob sie nur in einem Zeitfenster aßen oder täglich Kalorien zählten. Der entscheidende Unterschied: Die Fasten-Gruppe berichtete von deutlich geringerem mentalem Aufwand.

Das Binge-Eating-Risiko steigt

Die Forscher warnen jedoch vor Nebenwirkungen. Intervallfasten erhöht demnach das Risiko für Enthemmungen beim Essen – bis hin zu Binge-Eating. Eine Sekundäranalyse vom 15. Juli bestätigt: Ein achtstündiges Essensfenster hilft zwar, das Gewicht über ein Jahr zu halten. Doch wer das Fenster spät oder frei wählt, verliert vermehrt fettfreie Masse.

Etwa 26 Prozent der Probanden setzten die Methode eigenständig fort – unabhängig von der Tageszeit.

Darmflora profitiert – aber anders als gedacht

Das Essverhalten beeinflusst auch das Mikrobiom. Eine Studie der Universität Hohenheim vom 15. Juli zeigt: Entscheidend ist nicht nur die Bakterien-Zusammensetzung, sondern vor allem deren absolute Menge.

Sowohl ballaststoffreiche Kost als auch Intervallfasten lösten entzündungshemmende Reaktionen aus – allerdings bei unterschiedlichen bakteriellen Konstellationen. Forscher der LMU München und der TU Dresden fanden zudem heraus, dass ein Enzym in E. coli bestimmte Verbindungen aus erhitzten Lebensmitteln abbaut. Das könnte bei der Prävention von Fettleber und Hepatitis helfen.

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Neue Medikamente und Technik für Diabetiker

Für Typ-2-Diabetiker gibt es Fortschritte: Kontinuierliche Glukosemessung (CGM) senkt den HbA1c-Wert um etwa einen Prozentpunkt. Anwender verbringen rund vier Stunden mehr pro Tag im Zielbereich ihres Blutzuckers.

Noch spektakulärer: SGLT2-Inhibitoren könnten das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken. Das legt eine Analyse im JAMA Network Open vom 13. Juli nahe. Für die seltene hypothalamische Adipositas zeigt die TRANSCEND-Studie (Anfang Juli im NEJM) eine placebokorrigierte BMI-Reduktion von 19,8 Prozent mit Setmelanotid.

KI soll personalisierte Ernährung ermöglichen

Die Medizinische Hochschule Hannover entwickelt ein KI-Tool für personalisierte Ernährungsempfehlungen. Es kombiniert Wearable-Daten mit biologischen Parametern – gefördert für fünf Jahre. Ziel: Typ-2-Diabetes und neurodegenerative Erkrankungen verhindern.

Das Helmholtz Zentrum München setzt KI ein, um die Folgen von Übergewicht auf das Nervensystem zu analysieren. Eine Studie vom 16. Juli belegt: Adipositas verringert die Nervendichte im gesamten Körper. Die molekularen Veränderungen ließen sich in menschlichem Gewebe nachweisen.

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Übergewicht: Deutlich mehr Krebsfälle als gedacht

Die Dringlichkeit solcher Ansätze untermauert das Deutsche Krebsforschungszentrum. Eine Analyse vom Juli 2026 zeigt: Übergewicht könnte für 11,5 Prozent aller Krebsfälle verantwortlich sein – weit mehr als bisher angenommen.

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