UBTECH, Roboter-Fabrik

UBTECH eröffnet Roboter-Fabrik: 10.000 Einheiten pro Jahr geplant

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 05:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

UBTECH nimmt in China eine neue Fertigungsstätte für Humanoide in Betrieb. Der Segmentumsatz wächst im ersten Halbjahr 2026 deutlich.

UBTECH startet Roboterfabrik und steigert humanoide Produktion
Moderne, hochautomatisierte Industriehalle mit Präzisionsfertigungsanlagen in einer sauberen, weitläufigen Produktionsstätte. Illustration mit AI erstellt.

Das Technologieunternehmen UBTECH hat am 12. September 2026 in Liuzhou in der chinesischen Region Guangxi eine spezialisierte Produktionsstätte für humanoide Roboter in Betrieb genommen. Die als „Super-Smart-Fabrik“ bezeichnete Anlage erstreckt sich über eine Fläche von rund 14.000 Quadratmetern bei einer Gebäudehöhe von 13,8 Metern.

Nach Angaben des Unternehmens ist die Fertigung auf eine Zielkapazität von jährlich mehr als 10.000 Einheiten ausgelegt, wobei alle 10 Minuten ein Roboter die Produktionslinie verlassen soll.

Technologische Infrastruktur und Produktionsprozesse

In dem neuen Werk werden die Robotermodelle Walker S und Cruzr auf jeweils eigenen Fertigungslinien produziert. Die Komplexität der Montage zeigt sich unter anderem darin, dass jeder Roboter aus mehr als 2.000 Schrauben besteht.

Um die Effizienz der hochgradig automatisierten Abläufe sicherzustellen, setzt UBTECH auf Softwarelösungen von Siemens Digital Industries zur Erstellung eines digitalen Zwillings sowie auf Siemens Plant Simulation für die Robotik-Logistik.

Teil der logistischen Infrastruktur ist ein automatisches Lagersystem (ASRS), das auf einer Fläche von 65 Quadratmetern bis zu 112 Einheiten puffern kann. Durch den Einsatz dieser Technologien strebt das Unternehmen eine kontinuierliche Kostensenkung an. Das Ziel ist es, die Produktionskosten bis zum Jahr 2030 auf unter 20.000 US-Dollar pro Einheit zu senken, was einer jährlichen Reduktion von 20 bis 30 Prozent entspräche.

Strategische Marktausrichtung und finanzielle Entwicklung

Die Inbetriebnahme der Fabrik erfolgt vor dem Hintergrund eines deutlichen Umsatzwachstums im Bereich der großen humanoiden Roboter. Im ersten Halbjahr 2026 verkaufte UBTECH 921 zweibeinige Einheiten.

Der Umsatz in diesem Segment stieg auf RMB 590,3 Millionen an, verglichen mit RMB 38,2 Millionen im Vorjahreszeitraum, was einem Zuwachs von 1.445 Prozent entspricht. Damit steuerte dieser Bereich 46,5 Prozent zum Konzengesamtumsatz bei, während der Verlust im selben Zeitraum RMB 338,8 Millionen betrug.

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Die Kundenbasis des Unternehmens besteht zu mehr als 96 Prozent aus Industriekunden. Aktuell testet UBTECH das Modell Walker S bei Automobilherstellern wie NIO, Dongfeng Liuzhou und FAW-VW.

Die technische Leistungsfähigkeit der neuesten Generation zeigt sich beim Walker S2, der über eine Hubkraft von 15 Kilogramm verfügt und einen Batteriewechsel innerhalb von etwa drei Minuten ermöglicht. Im Labor erreicht das integrierte VLA-System eine Erfolgsrate von 75 Prozent.

Marktumfeld und globale Wachstumsprognosen

Der Wettbewerb im Bereich der humanoiden Robotik verschärft sich zunehmend. Neben westlichen Akteuren wie Tesla mit dem Optimus-Modell und Figure AI agieren vor allem chinesische Mitbewerber offensiv am Markt.

Laut Branchenberichten stammten im ersten Halbjahr 2026 über 97 Prozent der weltweiten Auslieferungen humanoider Roboter aus China. Dabei führte das Unternehmen AGIBOT mit 9.700 Einheiten die Rangliste an, gefolgt von Unitree mit 5.900 Einheiten. UBTECH verzeichnete bis zum 30. Juni zudem 13.361 Bestellungen für das Modell U1.

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Analysten von Goldman Sachs haben ihre Prognosen für den Sektor deutlich angehoben. In einem aktuellen Bericht zur physischen KI wird das Marktvolumen für das Jahr 2035 nun auf rund 138 Milliarden US-Dollar geschätzt, bei einer erwarteten Stückzahl von etwa 6,5 Millionen Einheiten.

Für das Jahr 2026 rechnen die Experten mit einem weltweiten Absatz von 75.000 humanoiden Robotern. Diese Entwicklung treibt auch die Nachfrage nach Halbleitern voran, wobei pro Roboter ein chipwert von 3.000 bis 6.000 US-Dollar veranschlagt wird.

Auf politischer Ebene hat das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT) das Ziel formuliert, bis 2025 die Massenproduktion von Humanoiden zu erreichen und bis 2027 eine robuste Lieferkette zu etablieren. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass künftig 50 bis 70 Prozent dieser Roboter in sogenannten Datenfabriken zum Einsatz kommen werden.

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de | wissenschaft | 70102731 |